Freitag, 07.09.2012

HSV-Handballer am Scheideweg

Wildcard-Turnier für die Champions League

Vor genau zehn Jahren begann das Abenteuer Bundesliga für die Handballer des HSV Hamburg. Zum Jubiläum steht der Klub am Scheideweg - sportlich und finanziell. Zuletzt war das Team von Trainer Martin Schwalb fünfmal hintereinander in der Champions League vertreten.

Michael Kraus möchte in Zukunft auch in der Champions League jubeln
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Michael Kraus möchte in Zukunft auch in der Champions League jubeln

Nach der verkorksten Vorsaison, die auf Platz vier und gleichzeitig mit der schlechtesten Platzierung seit 2006 endete, müssen die Hamburger an diesem Wochenende allerdings über den ungemütlichen Umweg des Wildcard-Turniers die Qualifikation schaffen. Die ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Denn der Klub steckt in einer Konsolidierungsphase. Der anvisierte Saisonetat von 8,1 Millionen Euro ist derzeit noch nicht gedeckt. "Wir können jeden Euro gut gebrauchen", gibt Schwalb zu.

"Aber es ist im Handball nicht so wie im Fußball, wo die Champions League unglaublich hohe Summen einbringt. Es geht auch darum, dass die Mannschaft gute Leistungen bringt und dadurch die Einnahmen steigert." Zumindest "fürs Renommee unseres Vereins ist die Teilnahme wichtig", sagt Geschäftsführer Christoph Wendt vor der Abreise ins französische St. Raphael.

Finale am Sonntag

Ein Sieg im Halbfinale am Samstag (16.30 Uhr) gegen Orlen Wisla Plock ist daher Pflicht. "Sie sind auf allen Positionen gut besetzt, haben zwei schnelle Außen und Durchschlagskraft im Rückraum", warnt Schwalb vor dem polnischen Vizemeister. "Vor allen Dingen haben sie den klaren Anspruch, in der Champions League zu spielen."

Bei einer Final-Teilnahme wären Gastgeber St. Raphael oder Cimos Koper aus Slowenien die möglichen Gegner. "Auch diese beiden Teams können uns gefährlich werden", sagt Schwalb. Nur der Sieger des Mini-Turniers nimmt an der europäischen Königsklasse teil. Die restlichen drei Teams werden im EHF-Cup, vergleichbar mit der Europa League im Fußball, starten.

Drei Tage später kommt Flensburg

Wenigstens sammelten die HSV-Handballer nach der überraschenden Auftakt-Niederlage in Wetzlar zuletzt Selbstbewusstsein: Dem deutlichen Heimerfolg gegen Großwallstadt folgte ein Sieg in letzter Sekunde beim SC Magdeburg am vorigen Dienstag.

"Die Mannschaft hat gesehen, dass, wenn man viel gibt, wir auch viel zurückbekommen", sagt Schwalb. "Die zwei Punkte bedeuten viel für unser Selbstvertrauen", ist sich auch Rückraumspieler Blazenko Lackovic sicher, der den Siegtreffer beim SCM erzielt hatte.

Der Einsatz von Kapitän Pascal Hens, der gegen Magdeburg einen Kapseleinriss in der linken Schulter erlitt, ist jedoch weiterhin sehr fraglich. Möglicherweise würde Linksaußen Fredrik Petersen in den Rückraum wechseln. "Er hat das bei Olympia bereits gemacht", sagte Schwalb, dessen Mannschaft aber selbst nach einem erfolgreichen Wochenende nicht lange feiern dürfte: Bereits am Mittwoch steht das wegweisende Bundesliga-Heimspiel gegen den Vizemeister SG Flensburg-Handewitt an.

Der Champions-League-Spielplan im Überblick

Die Torschützenkönige der letzten 10 Jahre
Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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