HSV-Handballer am Scheideweg

Wildcard-Turnier für die Champions League

SID
Freitag, 07.09.2012 | 13:28 Uhr
Michael Kraus möchte in Zukunft auch in der Champions League jubeln
© Getty
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Vor genau zehn Jahren begann das Abenteuer Bundesliga für die Handballer des HSV Hamburg. Zum Jubiläum steht der Klub am Scheideweg - sportlich und finanziell. Zuletzt war das Team von Trainer Martin Schwalb fünfmal hintereinander in der Champions League vertreten.

Nach der verkorksten Vorsaison, die auf Platz vier und gleichzeitig mit der schlechtesten Platzierung seit 2006 endete, müssen die Hamburger an diesem Wochenende allerdings über den ungemütlichen Umweg des Wildcard-Turniers die Qualifikation schaffen. Die ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Denn der Klub steckt in einer Konsolidierungsphase. Der anvisierte Saisonetat von 8,1 Millionen Euro ist derzeit noch nicht gedeckt. "Wir können jeden Euro gut gebrauchen", gibt Schwalb zu.

"Aber es ist im Handball nicht so wie im Fußball, wo die Champions League unglaublich hohe Summen einbringt. Es geht auch darum, dass die Mannschaft gute Leistungen bringt und dadurch die Einnahmen steigert." Zumindest "fürs Renommee unseres Vereins ist die Teilnahme wichtig", sagt Geschäftsführer Christoph Wendt vor der Abreise ins französische St. Raphael.

Finale am Sonntag

Ein Sieg im Halbfinale am Samstag (16.30 Uhr) gegen Orlen Wisla Plock ist daher Pflicht. "Sie sind auf allen Positionen gut besetzt, haben zwei schnelle Außen und Durchschlagskraft im Rückraum", warnt Schwalb vor dem polnischen Vizemeister. "Vor allen Dingen haben sie den klaren Anspruch, in der Champions League zu spielen."

Bei einer Final-Teilnahme wären Gastgeber St. Raphael oder Cimos Koper aus Slowenien die möglichen Gegner. "Auch diese beiden Teams können uns gefährlich werden", sagt Schwalb. Nur der Sieger des Mini-Turniers nimmt an der europäischen Königsklasse teil. Die restlichen drei Teams werden im EHF-Cup, vergleichbar mit der Europa League im Fußball, starten.

Drei Tage später kommt Flensburg

Wenigstens sammelten die HSV-Handballer nach der überraschenden Auftakt-Niederlage in Wetzlar zuletzt Selbstbewusstsein: Dem deutlichen Heimerfolg gegen Großwallstadt folgte ein Sieg in letzter Sekunde beim SC Magdeburg am vorigen Dienstag.

"Die Mannschaft hat gesehen, dass, wenn man viel gibt, wir auch viel zurückbekommen", sagt Schwalb. "Die zwei Punkte bedeuten viel für unser Selbstvertrauen", ist sich auch Rückraumspieler Blazenko Lackovic sicher, der den Siegtreffer beim SCM erzielt hatte.

Der Einsatz von Kapitän Pascal Hens, der gegen Magdeburg einen Kapseleinriss in der linken Schulter erlitt, ist jedoch weiterhin sehr fraglich. Möglicherweise würde Linksaußen Fredrik Petersen in den Rückraum wechseln. "Er hat das bei Olympia bereits gemacht", sagte Schwalb, dessen Mannschaft aber selbst nach einem erfolgreichen Wochenende nicht lange feiern dürfte: Bereits am Mittwoch steht das wegweisende Bundesliga-Heimspiel gegen den Vizemeister SG Flensburg-Handewitt an.

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