Sonntag, 03.06.2012

THW Kiel krönt unvergessliche Spielzeit

Perfekte Saison, perfekte Feier

"THW, du bist mein Leben - THW, für dich bin ich da." Bis spät in die Nacht zum Sonntag hinein sangen rund 20.000 Kieler auf dem Rathausplatz die neue Hymne des Triple-Gewinners. Deutscher Meister, Pokalsieger und Champions League Gewinner, und als I-Tüpfelchen der 39:28 (18:16)-Sieg am letzten Spieltag gegen den VfL Gummersbach.

Die Spieler des THW Kiel feierten auf dem Rathausplatz - in hässlichen, grünen Fliegeranzügen
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Die Spieler des THW Kiel feierten auf dem Rathausplatz - in hässlichen, grünen Fliegeranzügen

Der THW Kiel hat mit 68:0 Punkten eine perfekte Saison gespielt und damit deutsche Sportgeschichte geschrieben - Gründe zum Feiern gab es genügend.

Bereits zwei Stunden vor dem letzten Saisonspiel schien die ganze Stadt im Schwarz-Weiß-Fieber zu sein. Ob am Hauptbahnhof, in den Cafes, an den Tankstellen oder direkt an der Arena - überall waren Menschen im "Zebra"-Trikot anzutreffen. Sogar die Fußgängerüberwege auf den Straßen wurden den Vereinsfarben angepasst, so schien es.

"Dieses Team ist unser großer Stolz. Wir haben keine Fußball-Bundesligamannschaft, aber dafür die beste Handballmannschaft der Welt", sagte ein junger Mann im Fan-Outfit. "Natürlich sind wir erfolgsverwöhnt. Aber eine Saison mit drei Titeln und ohne Minuspunkt erlebt man nur einmal", sagte ein anderer.

Gislason lässt die Spieler feiern

Noch nie hat eine Profimannschaft in irgendeiner Sportart in Deutschland den nationalen Titel gewonnen, indem sie sämtliche Saisonspiele gewann. Umso wichtiger war den Kielern die letzte Partie vor der Party. Und das Spiel gegen Gummersbach war in der ersten Halbzeit nervenaufreibend, die Gäste hielten tatsächlich mit. Trainer Alfred Gislason fieberte, sprang umher, wollte unbedingt die 68:0 Punkte. "Wir hatten den großen Willen, eine so großartige Saison nicht mit einer Niederlage zu beenden", sagte er hinterher.

Nach dem letztendlich deutlichen Sieg zeigte auch er seine Freude. Jeder Spieler wurde abgeklatscht und herzlich umarmt. Sogar eine Bierdusche musste der Isländer über sich ergehen lassen. Später mit der Mannschaft feiern wollte er allerdings nicht: "Ich finde, dass ist eine Sache der Spieler. Diese Saison war sehr anstrengend. Ich möchte jetzt nur noch meine Ruhe haben."

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Im Urlaub auf einem Hof in Sachsen-Anhalt wird er aber sicher schon die neue Saison planen. "Es bleiben immer noch genug Ziele: weitere Meisterschaften, die Champions League, die Weiterentwicklung der Mannschaft", sagte Gislason. Denn die schlechte Nachricht für die Konkurrenz lautet: Der THW wird eher noch stärker.

Starspieler Andersson geht

Als Zugänge stehen bereits Dänemarks Europameister Rene Toft Hansen (AG Kopenhagen), der deutsche Nationalspieler Patrick Wiencek (VfL Gummersbach), Serbiens Vize-Europameister Marko Vujin (MKB Veszprém) und Islands Routinier Gudjon Valur Sigurdsson (AG Kopenhagen) fest. Trotzdem stapelt Gislason tief: "Die nächste Saison wird sehr schwierig. Wir müssen neue Spieler integrieren und haben nur eine kurze Vorbereitungszeit von zehn Tagen."

Rückraumstar Kim Andersson ist der einzige Topspieler, der die Norddeutschen verlässt. "Es ist eine schwierige Situation", gab der überragende Schwede, der aus familiären Gründen zum AG Kopenhagen wechselt, zu: "Auf der einen Seite möchte ich feiern, auf der anderen Seite bin ich traurig. Ich verlasse den Verein, verlasse meine Freunde. Das ist nicht einfach." Bei seiner Dankesrede an die Fans stockten dem Hünen die Worte.

Mannschaft feiert in grünen Fliegeranzügen

Der Autokorso von der Arena zum Rathausplatz, eine Entfernung von wenigen hundert Metern, benötigte fast 90 Minuten. Überall standen Fans, klatschten mit den Spielern ab und wollten die drei Pokale berühren.

Als Marcus Ahlm und Filip Jicha im ersten Auto ankamen, war der Jubel groß: "So sehen Sieger aus." Es ist längst Tradition, dass die Spieler bei jeder Meisterfeier ein Kostüm tragen. 2009 feierten sie im Superman-Outfit, diesmal trugen sie grüne Fliegeranzüge, gemäß dem Motto: Die Überflieger.

"Wir haben die ganze Saison gearbeitet, um nun feiern zu können", sagte Christian Zeitz, als er den Rathausbalkon betrat und den Fans zuwinkte. Mit einem Bierchen in der Hand sangen und tanzten die Triple-Gewinner ausgelassen. Der Abend wurde immer feuchtfröhlicher, immer lustiger und immer verrückter. "Eine Mannschaft, die nicht richtig feiern kann, sollte keine Titel gewinnen", sagte Momir Ilic. Feiern kann der THW sehr gut.

Die Abschluss-Tabelle der Bundesliga

Die Torschützenkönige der letzten 10 Jahre
Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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