Freitag, 25.05.2012

Das Triple soll her

"Titelgeile" Kieler wollen perfekte Saison krönen

Es soll eng werden auf Kiels Rathausbalkon. Sicher ist schon jetzt, dass die Handballer des THW ihren Fans am 2. Juni die Meisterschale und den DHB-Pokal präsentieren können. Der Platz für eine weitere, die für den Klub wohl wichtigste Trophäe, ließe sich in all dem Gedränge wohl aber auch noch finden: Der Cup für den Sieg in der Champions League soll her.

Der THW Kiel will auch nach dem Final Four feiern. Das Triple soll her
© Getty
Der THW Kiel will auch nach dem Final Four feiern. Das Triple soll her

"Wir sind der THW. Wir sind immer titelgeil", sagt Kiels schwedischer Rückraumstar Kim Andersson vor dem Final Four der Königsklasse am Wochenende in Köln. Das Triple wäre die Krönung einer perfekten Spielzeit.

"Es war eine sehr gute Saison und die Mannschaft hat fantastisch gespielt. Momentan sind alle glücklich. Wenn wir in Köln aber den Einzug ins Endspiel verpassen, kann sich das alles ganz schnell ändern", sagt THW-Trainer Alfred Gislason.

Verlieren ist in Kiel verboten. Man denkt weiter von Schritt zu Schritt. Zunächst soll im Halbfinale am Samstag (15.15 Uhr) Bundesligarivale Füchse Berlin aus dem Weg geräumt, im Endspiel am Sonntag (18.00 Uhr) dann der ganz große Coup perfekt gemacht werden.

Gislason: "Größer als die Olympischen Spiele"

Dann würden der spanische Spitzenklub Atletico Madrid oder der dänische Meister AG Kopenhagen, die sich am Samstag (18.00 Uhr) im zweiten Vorschlussrundenduell gegenüberstehen, warten. "Das Final Four ist das größte Ereignis des Welthandballs. Sogar noch größer als die Olympischen Spiele", sagt Gislason und versucht, die Sinne seiner Spieler noch einmal zu schärfen. Wirklich notwendig scheint eine Zusatzmotivation aber nicht.

Unaufhaltsam, unnachgiebig und unbarmherzig walzt der THW in dieser Saison seine Gegner nieder. In der Bundesliga steht man seit Wochen vorzeitig als neuer Meister fest. Nach 32 Spielen hat das Team noch immer keinen einzigen Verlustpunkt auf dem Konto. Mehr Dominanz geht kaum.

"Wer die stärkste Liga der Welt derart beherrscht, geht natürlich auch ins Final Four der Champions League als Favorit", sagt Berlins Manager Bob Hanning: "Aber wir haben den Anspruch, Kiel zu ärgern. Unsere Chancen liegen bei 20 Prozent. Wir träumen weiter von unserem Wunder."

Füchse-Boss: "Wille kann Berge versetzen"

Dabei ist es schon verwunderlich, dass die Füchse bei ihrer ersten Teilnahme an der Champions League sofort das Endturnier erreicht haben. Mit Ach und Krach kam man ins Achtelfinale, dort warfen die Berliner den noch amtierenden deutschen Meister HSV Hamburg aus dem Wettbewerb.

In der Runde der letzten Acht folgte schließlich das Husarenstück, als man im Rückspiel gegen Ademar Leon einen Rückstand von elf Toren aufholte. "Da hat man gesehen, dass der Wille Berge versetzen kann", sagt Füchse-Präsident Frank Steffel: "Auch gegen Kiel haben wir eigentlich keine Chance. Aber die wollen wir nutzen."

Insgesamt dreimal trafen die beiden Klubs in der laufenden Saison schon in Bundesliga und DHB-Pokal aufeinander. Dreimal siegte der THW. "Dennoch brauchen wir schon im Halbfinale eine Top-Leistung. Der Sieg in der Champions League ist unser großer Traum", sagt Kiels ehemaliger Welthandballer Filip Jicha, dessen Klub die begehrte Trophäe schon 2007 und 2010 gewann. "Wenn wir im Halbfinale gegen sie verlieren, sind auch wir am Sonntag alle THW-Fans", sagt Hanning: "Aber wir werden bestimmt nicht freiwillig abschenken."

Das Halbfinale im Überblick


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