Montag, 28.05.2012

Kiels Triple-Helden feiern in Köln und auf Mallorca

Nach der Party ist vor der Party

Das letzte Kölsch war geleert, die erste Sangria gedanklich schon bestellt. Von den Strapazen der ersten Partynacht kaum aus dem Rhythmus gebracht, enterten die Handballer des THW Kiel am frühen Montagmorgen den Flieger in Richtung Mallorca.

Der THW Kiel siegte im Finale gegen Atletico Madrid mit 26:21
© Getty
Der THW Kiel siegte im Finale gegen Atletico Madrid mit 26:21

Nach der Feier ist vor der Feier. Der für gewöhnlich so strenge Trainer Alfred Gislason hatte seinen Spieler den Trip auf die Sonneninsel erlaubt. "Sie haben sich die Party verdient", sagte der knorrige Isländer am Sonntagabend und wirkte nach dem dritten Champions-League-Sieg der Kieler ausnahmsweise recht zufrieden.

Das 26:21 (13:10) im Endspiel des Final Four in Köln gegen Atletico Madrid war die Krönung einer Saison für die Geschichtsbücher. "Das ist die beste Mannschaft, in der ich je gespielt habe. So eine Spielzeit ist nicht zu wiederholen", sagte THW-Routinier Christian Zeitz. Schon seit Wochen stehen die Kieler vorzeitig als deutscher Meister fest. Vor den abschließenden beiden Saisonspielen weist das Team keinen einzigen Minuspunkt auf. Auch der DHB-Pokal ging nach Kiel. Ein solches Titel-Triple war dem Klub zuvor nur 2007 gelungen.

"Sehr respektable Leistung"

"Wenn man das Triple zweimal holt, ist das eine sehr respektable Leistung. Ich freue mich für den THW. Die Mannschaft und Trainer Alfred Gislason sind für ihre harte Arbeit belohnt worden", sagte Bundestrainer Martin Heuberger, der das Finale als einer der 20.000 Zuschauer in der ausverkauften Kölner Arena verfolgt hatte und vor allem einen überragenden Thierry Omeyer im Kieler Tor sah. Der Franzose wehrte insgesamt 18 Würfe ab und war damit der Garant des Triumphes.

"Das war eine der besten Leistungen seiner Karriere. Er ist einfach ein Typ für Endspiele", lobte Gislason, wollte sich dem allgemeinen Partytrubel nach der Partie aber nicht so recht hingeben. Auch auf den Ausflug an die mallorquinischen Zapfhähne verzichtete der Coach.

"Ich werde so wenig wie möglich feiern, mich aber jetzt auch zwei Tage lang nicht mit Handball beschäftigen. Danach bin ich aber wieder der Nerd", sagte Gislason schmunzelnd und ergänzte dann mit ernster Miene: "Dann werde ich die Mannschaft wieder unter Druck setzen. Es fehlen noch zwei Spiele zu einer ziemlich perfekten Saison."

Gislason: "Es bleiben immer noch genug Ziele"

Am Donnerstag geht es zu den bereits als Absteiger feststehenden Hildesheimern, zwei Tage später kommt der VfL Gummersbach zum Saisonfinale. Anschließend wird ein weiteres Mal gefeiert: Dieses Mal mit den Fans. Auf dem Rathausbalkon dürfte es angesichts der ganzen Trophäen recht eng werden. "Wenn wir die letzten beiden Spiele auch noch gewinnen, ist diese Saison nicht mehr zu toppen. Es bleiben aber immer noch genug Ziele: Weitere Meisterschaften, die Champions League, die Weiterentwicklung der Mannschaft", sagte Gislason.

Verzichten muss er dabei ab dem Sommer auf Kim Andersson. Der schwedische Nationalspieler, gegen Madrid mit sieben Toren bester THW-Werfer, kündigte nach dem Endspiel seinen bevorstehenden Wechsel zum dänischen Meister AG Kopenhagen an.

"Es ist etwas Besonderes, wenn man sich mit so einem Titel verabschieden kann. Der THW wird immer einen Platz in meinem Herzen haben", sagte der 29-Jährige und versprach, die Kollegen auch beim letzten gemeinsamen Partymarathon nicht hängen zu lassen: "Jetzt werden wir richtig Vollgas geben."

Anderssons künftiger Klub belegte beim Final Four derweil den dritten Platz. Im kleinen Finale besiegten die Dänen die Füchse Berlin 26:21 (13:9). Für den deutschen Hauptstadtklub, der die Kieler in der Vorschlussrunde am Samstag am Rande einer Niederlage hatte, endete das Turnier damit insgesamt enttäuschend.

Das Endspiel gegen den Erzrivalen im Re-Live

Die Torschützenkönige der letzten 10 Jahre
Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
© Imago
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
© Getty
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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