Verteidigung fordert Freispruch für Schwenker und Serdarusic

"Andeutungen , Halbwahrheiten und Gerüchte"

SID
Montag, 23.01.2012 | 17:09 Uhr
Zvonimir Serdarusiv, Ex-Trainer von THW Kiel, steckt auch im Manipulationsskandal mit drin
© Getty
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Der Verhandlungssaal 232 der 5. Strafkammer des Landgerichtes Kiel war randvoll. Dutzende Medienvertreter, Mitarbeiter des THW Kiel sowie Anhänger des Vereins kamen am Montag zum 18. Verhandlungstag im Handball-Manipulationsskandal.

Es war der Tag der Verteidiger des ehemaligen THW-Managers Uwe Schwenker und des Ex-Trainers Zvonimir Serdarusic, die 2007 vor dem Champions-League-Finale die Schiedsrichter bestochen haben sollen.

"Die Hauptverhandlung hat keinen Beweis zur Schuld des Herrn Schwenker erbracht", begann Verteidiger Michael Gubitz sein knapp einstündiges Plädoyer. Wiederholt griff der Schwenker-Verteidiger Oberstaatsanwalt Axel Goos an, sprach von einer "lückenhaften Beweislage" und "einseitigen Ermittlungen" seitens der Staatsanwaltschaft, die "in schmutziger Wäsche gewühlt" habe, nach dem Motto: Man müsse nur "mit genügend Dreck werfen, irgendetwas wird schon hängen bleiben." Fehlende Beweise seien zudem durch "Andeutungen, Halbwahrheiten und Gerüchte" ersetzt worden.

Zeuge Nielsen "mit windig noch wohlwollend beschrieben"

Alles spräche gegen eine Verurteilung, nicht zuletzt die Tatsache, dass unabhängige Sachverständige im Rahmen der Verhandlung bestätigt hätten, dass das angeblich verschobene Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt nicht verpfiffen wurde. "Die Staatsanwaltschaft kann nicht den Beweis erbringen, dass es eine Straftat gab", sagte Gubitz. Zudem sei es ihr nicht gelungen, "entscheidende Widersprüche aufzuklären". Daher endete er mit den Worten: "Wir beantragen, Herrn Schwenker in allen Anklagepunkten frei zu sprechen."

Marc Langrock, Verteidiger von Serdarusic, schloss sich in weiten Teilen den Ausführungen seines Vorredners an. "Den Schiedsrichtern wurde weder Geld angeboten noch übergeben, das hat die Hauptverhandlung ergeben", sagte Langrock. Der Hauptzeuge Jesper Nielsen sei "mit windig noch wohlwollend beschrieben". An der Aussage des Gesellschafters der Rhein-Neckar Löwen, dem gegenüber Schwenker die Manipulation angeblich eingestanden haben soll, sei "schlicht nichts dran". Langrock sprach von "unrichtigen Aussagen" und "Fantasien" des dänischen Geschäftsmannes.

Das Urteil wird bereits am Donnerstag erwartet

Zudem sei der Zeuge Storm, Manager der Löwen, gar "der Lüge überführt" worden, da er unterschiedliche Angaben darüber gemacht habe, wann er von den Gerüchten um vermeintliche Spielmanipulationen erfahren haben will.

"Eine strafbare Beteiligung des Angeklagten Serdarusic ist nicht festzustellen", sagte Langrock und forderte ebenfalls einen Freispruch für seinen Mandanten.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am vergangenen Mittwoch Freiheitsstrafen von 18 Monaten für Schwenker und 17 Monaten für Serdarusic, jeweils auf Bewährung, gefordert. Der Urteilsspruch durch Richter Matthias Wardeck wird bereits am Donnerstag erwartet.

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