Handball

Deutschland bei Supercup ohne Sieg Letzter

SID
Aller Einsatz war umsonst: Auch gegen Spanien setzte es für Deutschland eine Niederlage
© Getty

Die deutschen Handballer haben den Supercup im eigenen Land ohne Sieg auf dem letzten Platz beendet.

Punktlos, sieglos, chancenlos: Martin Heuberger hat der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei seinem Debüt als Bundestrainer nur wenige Impulse gegeben. Den Supercup beendete der Titelverteidiger auf dem letzten Platz.

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Nach den Pleiten gegen Dänemark (26:29) und Schweden (22:25) ging auch das letzte Spiel am Sonntag gegen Turniersieger Spanien mit 23:27 (9:11) verloren. Das Team bis zur EM im Januar wieder zu einer Spitzenmannschaft zu formen, gleicht einer Herkulesaufgabe.

Verabschiedung von Heiner Brand

Es war eine Reise in die gute alte Zeit, als Weltmeistertrainer Heiner Brand vor dem abschließenden Spiel gegen Spanien im westfälischen Halle offiziell verabschiedet wurde. Auf dem Spielfeld wurde geherzt und gebusselt. Das Wintermärchen von 2007, als die deutsche Mannschaft vor begeisterten Zuschauern im eigenen Land den Titel geholt hatte, wurde noch einmal lebendig.

Von solchen Erfolgen können Martin Heuberger und sein jetziges Team bestenfalls träumen. Zu schwach präsentierten sich Pascal Hens und Co beim Supercup. Der Aufbruchstimmung im deutschen Handball ist erst einmal Ernüchterung gewichen. "Ich hätte Martin einen anderen Einstand gewünscht", sagte DHB-Manager Brand.

Kaum Durchschlagskraft im Angriff, zahlreiche Löcher in der Abwehr - das Spiel gegen den WM-Dritten Spanien glich den beiden Supercup-Auftritten zuvor. Vor 7100 Zuschauern im nicht ausverkauften Gerry-Weber-Stadion war es lediglich dem Berliner Torhüter Silvio Heinevetter zu verdanken, dass Deutschland bis zur Pause im Spiel blieb (9:11).

In einer hektischen zweiten Halbzeit spielte Spanien abgezockter, ließ sich auch durch die zwischenzeitliche deutsche 21:20-Führung (52.) nicht aus dem Konzept bringen und gewann am Ende verdient. Erfolgreichster Schütze im deutschen Team war Markus Riechwien mit sechs Treffern.

Probleme im Offensivspiel

Größte Baustelle für Bundestrainer Martin Heuberger ist der Angriff. Nachdem es bereits bei der Auftaktniederlage gegen Vizeweltmeister Dänemark im Offensivspiel gehakt hatte, brachte es die deutsche Mannschaft gegen ersatzgeschwächte Schweden am Samstag fertig, trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit (16:11) noch zu verlieren.

Auch gegen Spanien strahlte der deutsche Rückraum nur wenig Torgefahr aus. "Wir können uns keinen Shooter schnitzen", sagte Heuberger und ergänzte in Anspielung auf den Topspieler von Weltmeister Frankreich: "Wir haben eben keinen Nikola Karabatic."

Hens: "Zu viele leichte Fehler"

Auffällig auch die hohe Fehlerqoute. Schwache Würfe, schlampige Pässe, Fangfehler - in dieser Form ist bei der EM in Serbien kein Blumentopf zu gewinnen. "Wir machen zu viele leichte Fehler - vor allem im Angriff müssen wir abgezockter werden", sagte Kapitän Pascal Hens: "Erst dann können wir über irgendwelche Ziele bei der EM sprechen."

Dem Team fehlt ein Leader. Ein Spieler, der mit herausragenden Leistungen voran geht und seine Mitspieler mitreißt. Torhüter Johannes Bitter wäre so einer, doch der Keeper vom deutschen Meister HSV Hamburg ist aus familiären Gründen nicht mehr dabei.

Martin Heuberger bleibt nichts anderes übrig, als dem Team zu vertrauen, das er zur Verfügung hat. "Ich bin sehr optimistisch, dass die Spieler noch rechtzeitig reifen", sagte Heuberger und ergänzte: "Es ist noch ein Schritt, der uns bis zur EM noch fehlt."

Viel Zeit bleibt nicht bis zur EM. Ein Kurzlehrgang im Dezember, ein Trainingslager im Januar und zwei Länderspiele gegen Ungarn - dann wird es ernst: Sollte Deutschland bei der EM seine letzte Chance auf ein Olympia-Ticket verpielen, könnte es beim DHB ungemütlich werden.

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