Der HSV bricht Carlen das Herz

SID
Donnerstag, 15.09.2011 | 15:01 Uhr
Trainer Per Carlen und der deutsche Meister HSV verloren die letzten beiden Spiele in Folge
© Getty
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Der deutsche Handball-Meister HSV Hamburg hat einen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Beim 29:33 bei den Rhein-Neckar Löwen war der HSV nur beim 0:0 auf Augenhöhe.

Für Per Carlen fühlte es sich an wie Liebeskummer. "Das hat mich einen Teil meines Herzens gekostet", sagte der Trainer des deutschen Handball-Meisters HSV Hamburg nach dem 29:33 (13:18) im Bundesliga-Topspiel bei den Rhein-Neckar Löwen.

Die zweite Pleite in Folge, durch die eine erfolgreiche Titelverteidigung bereits nach drei Spielen in weite Ferne gerückt ist, hatte den Schweden sichtbar mitgenommen. Der Mann wie ein Baum war geknickt.

Immerhin suchte Carlen, der im Sommer Meistercoach und Neu-Präsident Martin Schwalb auf der Bank der Norddeutschen abgelöst hatte, nicht nach Ausreden.

"Ganz klar, wir haben einen Fehlstart hingelegt. Das ist hart", sagte der Coach mit Blick auf die Tabelle. Während der THW Kiel (28:20 gegen FA Göppingen), die Löwen und die Füchse Berlin mit jeweils drei Siegen perfekt in die neue Saison gestartet sind, hat der HSV bereits vier Punkte Rückstand auf das Trio.

Titelverteidigung nicht abgeschrieben

Die Titelverteidigung hat Carlen trotzdem noch nicht aus den Augen verloren. "Wir können die Bundesliga gewinnen, wir haben einen tollen Kader - und es sind noch 31 Spieltage. Aber es wird schwer. Es kann sein, dass die Spieler nach dem Gewinn der Meisterschaft nun den Druck zu sehr spüren", erklärte der Trainer. "Wir müssen uns Selbstvertrauen holen. Für uns kommen nun leichtere Spiele. Wir dürfen die Gegner nicht unterschätzen, aber sie haben nicht dieses Super-Niveau wie die Löwen."

Tatsächlich hatten die Gastgeber zuvor groß aufgespielt. Vor 7533 Zuschauern in der Mannheimer Arena lagen die Hamburger, die in der vergangenen Saison beide Partien gegen die Löwen gewonnen hatten, während des gesamten Spiels im Rückstand.

Entsprechend hart ging Schwalb mit der Mannschaft ins Gericht. "Das war kein schöner Tag. Wir haben blöde Fehler gemacht und zu einfache Gegentore kassiert", sagte der Ex-Coach.

Ex-HSVer Lijewski mit starken Auftritt

Ganz besonders hart biss Schwalb, dessen Team ohne Nationalspieler Michael Kraus (Autounfall) und Trainersohn Oscar Carlen (Aufbautraining) in Mannheim angetreten war, bei jedem Treffer von Krzystof Lijewski auf sein Kaugummi.

Der 28 Jahre alte Pole, der im Sommer vom HSV zu den Löwen gewechselt war, traf neunmal gegen seinen Ex-Klub. Damit entschied der beste Werfer der Partie das Duell gegen seinen sechs Jahre älteren Bruder Marcin, der fünf Tore erzielte, klar für sich.

"Natürlich war es ein besonderes Spiel für mich, ich habe zu vielen Jungs in Hamburg noch einen engen Kontakt. Ich musste mich nicht extra konzentrieren und motivieren, alles ging automatisch", sagte Krzystof Lijewski.

Der Pole, dessen Klub die Qualifikation für die Champions League Anfang September verpasst hatte, sieht die Löwen aber trotz des Erfolgs nicht als Titelkandidaten: "Wenn man gegen den Meister gewinnt, bringt das natürlich Selbstvertrauen. Wir wollen in der Spitzengruppe bleiben. Das heißt aber nicht, dass wir automatisch der Favorit auf die Meisterschaft sind."

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