30:24-Erfolg über Flensburg

Kieler Pokalsieg als Trostpflaster

SID
Sonntag, 08.05.2011 | 15:52 Uhr
Geschafft! Filip Jicha, mit sechs Toren Top-Torschütze, brüllt seine Freude beim Finalsieg heraus
© Getty
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Rekordsieger THW Kiel hat nach einer überzeugenden Leistung zum siebten Mal den DHB-Pokal gewonnen. Die Kieler bezwangen im Final-Four-Finale die SG Flensburg-Handewitt mit 30:24 (16:13).

Im goldenen Konfettiregen feierten die Handballer des THW Kiel ausgelassen die späte Rettung einer eigentlich verkorksten Saison: Als Kapitän Marcus Ahlm nach dem siebten Pokalsieg die neue Trophäe stolz in die Höhe stemmte, waren sogar Pleiten, Pech und Pannen der letzten Wochen vergessen.

Die kriselnden Kieler erkämpften sich durch das 30:24 (16:13) im Finale des Final-Four-Turniers in Hamburg gegen den alten Rivalen SG Flensburg-Handewitt das ersehnte Trostpflaster. "Das ist Balsam auf unsere Seele. Wir haben gewonnen und gut gespielt. Das ist Freude pur", sagte Kiels Welthandballer und sechsfacher Torschütze Filip Jicha.

Damit wendete der Rekord-Cupsieger nach dem Meisterschafs-K.o. und dem Champions-League-Aus quasi im Schlussspurt die erste Saison ohne Titel seit 2003 ab. "Ich bin stolz, der Titel ist wichtig für meine Mannschaft. Sie hat die richtige Reaktion gezeigt", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason.

Aron Palmarsson mit überragender Leistung

Vor 13.000 Zuschauern besiegelten der überragende Aron Palmarsson sowie Christian Zeitz und Filip Jicha (alle 6 Tore) als beste THW-Werfer den kaum gefährdeten Sieg.

Thomas Mogensen (6) sowie Anders Eggert (5/3) waren die treffsicherten Spieler der Flensburger, die im Halbfinale überraschend die favorisierten Rhein-Neckar Löwen (22:20) bezwungen hatten. Kiel hatte sich gegen EHF-Cup-Finalist FA Göppingen (28:23) durchgesetzt.

In einem kampfbetonten Endspiel wurden die Kieler ihrer Favoritenrolle gerecht und gingen nach 21. Minuten erstmals mit vier Treffern in Führung (11:7). Besonders den 20 Jahre alten isländischen Spielmacher Palmarsson bekamen die Flensburger nicht in den Griff. Nach dem Wechsel konnte sich dann Thierry Omeyer im Kasten der "Zebras" steigern. Die Weichen stellte der Rekordmeister durch einen Doppelpack von Zeitz zum 23:17 (44.).

Halbfinalerfolg gegen Göppingen

Am Tag zuvor hatte der THW bereits die richtige Antwort auf zuvor zwei Niederlagen in Folge und das Krisengerede gegeben. Göppingen hatte mehrfach die Chance zur Führung, doch in den entscheidenden Phasen zeigte Omeyer sein Können.

"Besonders in den letzten zehn Minuten hat man gesehen, was eine große von einer kleinen Mannschaft unterscheidet", sagte Göppingens Trainer Velimir Petkovic, der auch ein Kandidat auf die Nachfolge von Heiner Brand als Bundestrainer sein soll. Brand wird seine Entscheidung wahrscheinlich "in den nächsten 14 Tagen" bekanntgeben, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier.

Löwen als Verlierer des Wochenendes

Als großer Verlierer des Wochenendes standen die Rhein-Neckar Löwen da, die nach ihrer sechsten Final-Four-Teilnahme in Serie weiter auf ihren ersten Titel warten müssen.

"Wir sind angereist, um zu gewinnen. Und wieder stehen wir mit leeren Händen da", klagte Außenspieler Gudjon Valur Sigurdsson.

Jetzt wartet ein Umbruch der besonderen Art auf die Badener. Ausgerechnet der Hauptgeldgeber und scheidende Aufsichtsratsboss Jesper Nielsen will im eigenen "Löwen-Käfig" wildern und etliche Leistungsträger nach der Saison zu seinem Heimatverein AG Kopenhagen lotsen.

Neben Olafur Stefansson auch Sigurdsson, Karol Bielecki und Neuzugang Krzysztof Lijewski (HSV Hamburg).

Kleinere Gagen beim Final Four

Alle vier Endrunden-Teilnehmer in Hamburg hatten eine Gage in Höhe von 120.000 Euro erhalten. Das sind 30.000 Euro weniger als in den Vorjahren.

Der Grund: In Absprache mit den Klubs hatte die Handball-Bundesliga (HBL) entschieden, das eingesparte Geld in die Überwachung von Sportwetten zu investieren.

Der DHB-Pokal in der Übersicht

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