Handball-WM: Das DHB-Team in der Einzelkritik

Das Schlimme: Es gibt zu wenig Hoffnung

Von Florian Regelmann
Freitag, 28.01.2011 | 15:19 Uhr
Heiner Brand konnte bei der WM mit seinem Kapitän Pascal Hens nicht zufrieden sein
© Getty
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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die WM in Schweden auf dem elften Platz beendet - es ist das schlechteste Abschneiden in der 73-jährigen Geschichte. Nach den desolaten Vorstellungen hat SPOX den DHB-Kader noch einmal genau unter die Lupe genommen. Die Einzelkritik aller 16 Spieler. Ganz nüchtern und sachlich. Aber auch erschreckend.

Tor

Johannes Bitter (HSV Hamburg)

WM-Statistik: 41 Prozent aller Würfe gehalten (96/234), 7/18 Siebenmeter

Am Anfang der Bundesliga-Saison musste sich Bitter beim HSV hinten anstellen, weil Per Sandström überragend in Form war. Im Laufe der Saison fand Bitter aber immer mehr zu seiner gewohnten Topform - und genau die sah man auch bei der WM. Bitter spielte ein herausragendes Turnier.

Die meisten Experten sahen Heinevetter einen Tick vor ihm - der Berliner stand zum Auftakt gegen Ägypten dann auch im Tor -, aber Bitter bewies danach, dass Deutschland keine 1a und 1b hat, sondern zwei Männer der 1a-Kategorie. Absolutes Highlight war seine grandiose Leistung gegen Spanien. Dass das DHB-Team dieses Spiel trotz der Wundertaten von Bitter verlor, ist im Nachhinein immer noch unglaublich. Bitter gehörte zu den Top-Keepern der WM. An ihm lag es weiß Gott nicht.

Silvio Heinevetter (Füchse Berlin)

WM-Statistik: 34 Prozent aller Würfe gehalten (57/165), 3/17 Siebenmeter

Genauso wenig, wie es an Bitter lag, so wenig lag es natürlich auch an Heinevetter. Die Zahlen des Berliners kommen mit denen von Bitter zwar nicht mit, aber das liegt vor allem daran, dass Heinevetter das große Pech hatte, gegen Frankreich im Tor stehen zu müssen. Kein Torwart der Welt kann etwas ausrichten, wenn er so im Stich gelassen wird und eine Welle nach der anderen auf ihn zugerollt kommt.

Nein, Heinevetter hat seine starke Form, die ihn in der ersten Halbserie zum wohl besten Torwart der Bundesliga gemacht hat, auch bei der WM gezeigt. Insgesamt war Bitter im Turnier einen Tick stärker, aber gegen Island war Heinevetter mit zahlreichen Big Saves der Matchwinner. Mit Heinevetter und Bitter ist Deutschland noch für lange Zeit sensationell gut aufgestellt. Die beiden haben Weltformat. Weiß jeder.

Linksaußen

Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen)

WM-Statistik: 28 Tore (68 Prozent, 28/41), 3/4 Siebenmeter, 7 Assists, 2 Steals, 1 Block

Toto Jansen wurde von Heiner Brand auch deshalb nicht nominiert, weil er den Hamburger nach all seinen Verdiensten nicht als Backup mitnehmen wollte. Und mehr als ein Backup hätte Jansen nicht sein können, weil die Linksaußen-Position seit der WM in Schweden Gensheimer gehört. Der Löwen-Linksaußen hatte sich diesen Status durch überragende Leistungen in der Bundesliga verdient, musste bei der WM jetzt aber auch erkennen, dass die Luft ganz oben dünner wird.

9 Tore im ersten Spiel, 9 Tore im letzten Spiel - dazwischen fand Gense über lange Strecken nicht statt. Hauptschuld trug dabei der Rückraum, der ihn einfach nicht einsetzte. Aber Gensheimer ließ sich mit zunehmender Dauer auch von der Unsicherheit der Kollegen anstecken. Dennoch: Gensheimer ist der deutsche Feldspieler, der am ehesten Weltklasse verkörpert und der zu einer großen Spielerpersönlichkeit reifen könnte.

Dominik Klein (THW Kiel)

WM-Statistik: 15 Tore (53 Prozent, 15/28), 6 Assists, 8 Steals, 1 Block

Der Kieler wusste vor der WM, was seine Rolle sein würde. Gensheimer entlasten, in der Abwehr als vorgezogener Mann in einer 5-1-Deckung ein Faktor sein - und gute Stimmung in die Mannschaft bringen. Größtenteils gelang ihm das auch. Klein war einer derjenigen, der das Team immer wieder pushte und konnte in einigen Spielen mit vielen Steals und Gegenstoßtoren überzeugen.

In den letzten Spielen ging er dann aber mit dem restlichen Team unter. Und seine Nicht-Leistung gegen Argentinien zum Abschluss war erschreckend. Aber: Diese Leistung war nicht charakteristisch für ihn. Klein dürfte auch in Zukunft erst mal seinen Platz hinter Gensheimer sicher haben.

Rückraum links

Pascal Hens (HSV Hamburg)

WM-Statistik: 22 Tore (47 Prozent, 22/46), 28 Assists, 2 Steals

Ganz schwieriger Fall. Der Bundestrainer brachte es nach dem Norwegen-Debakel auf den Punkt, als er sagte, dass die Mannschaft extrem von den Leistungen von Hens abhängig sei. Ist Hens gut, ist auch die deutsche Mannschaft gut. Ist Hens grauenvoll, ist auch die deutsche Mannschaft grauenvoll. Und genau so war es. Hens machte einige wirklich gute Spiele, vor allem verstand er es wie kein anderer deutscher Rückraum-Spieler, die Systeme gut durchzuspielen und seine Mitspieler immer wieder gekonnt einzusetzen.

Nicht umsonst gehört Hens zu den absoluten Top-Assistgebern der WM, das darf man bei aller Kritik nicht vergessen. Aber: In den entscheidenden Spielen ist Hens ganz böse abgetaucht und hat absolut nichts gebracht. Und das geht als Kapitän so gar nicht. Von seiner Abwehrschwäche gar nicht zu sprechen. Er hat es als Kapitän auch nicht geschafft, diesem Team eine Identität zu verpassen. Es gibt keinen anderen, der ihn verdrängen könnte, aber wenn man ehrlich ist, fehlt einem die Hoffnung, dass Hens noch mal konstant das Niveau erreichen wird, das Deutschland auf der Königsposition so dringend bräuchte.

Lars Kaufmann (Frisch Auf Göppingen)

WM-Statistik: 23 Tore (54 Prozent, 23/42), 2 Assists, 1 Block

Überhaupt kein schwieriger Fall. Bei Kaufmann weiß man, was man bekommt. Göppingens Coach Velimir Petkovic hat hart mit ihm gearbeitet, dass er nicht mehr nur der Gewaltshooter ist. Teilweise sieht man in der Liga auch ganz leichte Fortschritte, aber im Prinzip wird sich an Kaufmanns Spielweise natürlich nichts ändern. Es gab auch bei dieser WM wieder Phasen, als Brand ihn brachte. Weil sonst nichts ging und seine Geschosse die letzte Rettung waren.

Gerade gegen eine 6-0-Deckung kann Kaufmann durchaus mal effektiv sein. So erzielte er dann auch eine ganze Menge Tore, so leistete er sich dann aber auch wieder unfassbare, weil sinnfreie Würfe, die irgendwo hingingen. Kaufmann ist einfach furchtbar limitiert. Auch daran wird sich in diesem Leben nichts mehr ändern. Wenn es einen jungen Halblinken mit Perspektive gäbe, dürfte man Kaufmann eigentlich nicht mehr berücksichtigen. Aber den gibt es nicht. Größte Hoffnung ist immer noch Steffen Fäth (Wetzlar).

Sven-Sören Christophersen (Füchse Berlin)

WM-Statistik: 3 Tore (30 Prozent, 3/10), 1 Assist, 2 Steals

Christophersen bekam wenig Spielzeit, da ist es zugegeben schwierig, in ein Turnier hineinzukommen. Dennoch muss man klipp und klar feststellen, dass der Berliner weiter nicht über den Status hinaus kommt, ein guter Bundesliga-Spieler zu sein. Auf internationalem Parkett stößt er immer wieder sofort an seine Grenzen.

Christophersen wäre genau der junge deutsche Rückraumspieler, der sich die Position auf halblinks krallen und zum Shootingstar werden müsste. Aber ihm fehlt es in letzter Instanz dann doch an Klasse und auch am letzten Drive. Christophersen wirkt häufig zu weich, wenn man ihn zum Beispiel mit Frankreichs William Accambray vergleicht. Und auch bei ihm gilt: Es gibt eigentlich keine Hoffnung, dass er in den nächsten Jahren den großen Durchbruch doch noch schaffen könnte.

Rückraum Mitte

Michael Kraus (HSV Hamburg)

WM-Statistik: 33 Tore (51 Prozent, 33/64), 14/18 Siebenmeter, 10 Assists

Kraus war der Posterboy des WM-Triumphs 2007, jetzt muss er eben auch damit leben, dass er das Zentrum aller Kritik ist. Zumal er nun mal auch auf der zentralen Position überhaupt spielt. Im Gegensatz zur EM in Österreich war Kraus in Schweden fit - und die Last der Kapitänsbinde hatte er auch nicht mehr. Er sollte sich nicht große Gedanken darüber machen, die Mannschaft zu führen, er sollte einfach nur der Mimi von 2007 sein. Aber es ist offensichtlich, dass er dieses Niveau einfach nicht mehr erreicht.

Obwohl Kraus in den Vorbereitungsspielen glänzend drauf war und viele dachten, dass es seine WM werden würde, wurde es schon wieder ein Turnier zum Vergessen. Das Bemühen ist ihm gar nicht abzusprechen, aber er blieb bis auf wenige Ausnahmen alles schuldig. Absolut haarsträubend, was sich der Hamburger immer wieder für Aktionen leistete. Brand verzweifelte phasenweise mal wieder an ihm. Er ist kein Führungsspieler und er wird es wohl auch nie mehr werden. Dafür ist er auch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Obwohl seine Fähigkeiten unbestritten sind, muss man sich selbst bei Kraus langsam fragen, ob es da noch große Hoffnung gibt, dass er wieder der Mimi von 2007 wird. Sieht absolut nicht danach aus.

Michael Haaß (Frisch Auf Göppingen)

WM-Statistik: 10 Tore (43 Prozent, 10/23), 18 Assists, 4 Steals, 5 Blocks, 10 x 2 Minuten

Anständig. Haaß ist ein anständiger Spielmacher, er steht anständig in der Abwehr, er macht einfach alles anständig. Das ist aber genau das Problem - für das ganz hohe Niveau reicht es einfach nicht. Der Göppinger spielte eine sehr durchwachsene WM. Er bekam von Brand viel Vertrauen, er war eigentlich ein ständiger Bestandteil des Mittelblocks.

Dort machte er auch phasenweise einen guten Job. Im Angriff, wo ein Mittelmann laut Job-Beschreibung dann doch vornehmlich Verantwortung tragen sollte, tat Haaß auch alles, was in seiner Macht stand. Aber auf Welt-Niveau fehlt es ihm sowohl an Torgefahr als auch an Durchschlagskraft und Esprit. Ein guter Junge, der sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat, der aber auch an seine Grenzen gestoßen ist.

Teil 2: Rückraum rechts, Rechtsaußen und Kreis

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