Mittwoch, 08.12.2010

Prestigeerfolg gegen Polen

DHB-Team gewinnt ersten WM-Test

Die deutschen Handballer haben das Länderspieljahr mit einem Prestigeerfolg ausklingen lassen und sich fünf Wochen vor WM-Beginn in ansprechender Form präsentiert. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand bezwang in der Neuauflage des WM-Finals von 2007 den Erzrivalen Polen in Köln mit 28:22 (13:13) und tankte damit Selbstvertrauen vor dem Saisonhöhepunkt in Schweden (13. bis 30. Januar).

Heiner Brand ist seit 1997 Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft
© Getty
Heiner Brand ist seit 1997 Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft

"Am Anfang haben wir katastrophal in der Abwehr gestanden. Das waren Abstimmungprobleme, daher habe ich auch die Auszeit genommen", sagte Bundestrainer Heiner Brand nach der Begegnung: "In der zweiten Halbzeit standen wir dann deutlich besser. Das war der Weg zum Sieg."

Beste Werfer der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) waren der Gummersbacher Adrian Pfahl mit sechs und der Hamburger Michael Kraus mit fünf Toren. Im 55. Spiel gegen den WM-Dritten Polen war es für den EM-Zehnten der 32. Sieg (18 Niederlagen).

Podolski als Zuschauer

Brand musste vor 12.244 Zuschauern, darunter auch der in Polen geborene deutsche Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, aus Verletzungsgründen gegen die mit sieben Bundesliga-Legionären angetretenen Polen auf einige Leistungsträger verzichten.

Rückraum-Ass Holger Glandorf vom TBV Lemgo verletzte sich in der Vorbereitung auf das Spiel und muss sich einer Operation am Innenmeniskus des linken Knies unterziehen.

Glandorf hofft aber dennoch auf seine WM-Teilnahme. "Bei einem zeitnahen Operationstermin und mit etwas Glück kann es für Holger mit Schweden noch klappen", sagte Nationalmannschaftsarzt Berthold Hallmeier vor der Partie.

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Ohne Sprenger und Kaufmann

Zudem fehlten Rechtsaußen Christian Sprenger (Probleme am Fußgelenk) vom deutschen Rekordmeister THW Kiel und der Göppinger Rückraumspieler Lars Kaufmann, der nach seiner schweren Schulterverletzung am vergangenen Wochenende erst sein Comeback in der Liga gab.

Für Glandorf hatte Brand kurzfristig noch Steffen Weinhold vom TV Großwallstadt nachnominiert, zudem kehrte Routinier Torsten Jansen nach einer zehnmonatigen Pause in die Nationalmannschaft zurück.

Die DHB-Auswahl hatte in der ersten Halbzeit besonders im Angriff einige Probleme. In den ersten Minuten leistete sich das Team einige Fehlpässe, zudem wurden klare Torchancen vergeben. Daher nahm Brand schon nach zehn Minuten eine Auszeit, um beruhigend auf seine Mannschaft einzuwirken.

Jaszka erleidet Bänderverletzung

In der Folge wechselte die Führung ständig, keinem Team gelang es, sich bis zur Pause abzusetzen. Kurz vor der Halbzeit mussten die Gäste aber zwei Rückschläge verkraften. Zunächst sah Mateusz Zaremba nach einem Foul an Weinhold die Rote Karte (26.), eine Minute später zog sich Bartlomiej Jaszka eine Bänderverletzung zu und musste ausgewechselt werden.

Der Rückraumspieler der Füchse Berlin hatte der deutschen Abwehr und Torhüter Johannes Bitter (Hamburg) bis dahin die größten Probleme bereitet und fünf Treffer erzielt.

Auch nach der Pause nutzten Brand und sein polnischer Kollege Bogdan Wenta das Spiel als Test und wechselten munter durch. Für den in den ersten 30 Minuten guten Bitter (6 Paraden) rückte nun der Lemgoer Carsten Lichtlein zwischen die Pfosten.

Drei Tests bis zur WM

In der 38. Minute setzten sich die Gastgeber erstmals auf drei Tore ab (18:15) und nutzten in dieser Phase eiskalt die technischen Fehler der Polen aus. In der 45. Minute baute die deutsche Mannschaft durch ein Tor von Kapitän Pascal Hens (Hamburg) den Vorsprung sogar auf 23:18 aus.

Bis zur WM stehen für die deutsche Auswahl noch drei Testspiele an. Am 3. Januar gastiert WM-Gastgeber Schweden in Hamburg, danach folgen zwei Begegnungen beim Olympiazweiten Island.

Glandorf muss operiert werden


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