Dienstag, 24.08.2010

Handball

Kiels Rekordjäger sind heiß auf den Supercup

Mit dem Supercup startet heute die Handballsaison 2010/2011 in die neue Spielzeit. Meister THW Kiel trifft in München auf Pokalsieger HSV Hamburg um Neuzugang Michael Kraus.

Michael Kraus will in seiner ersten Saison für den HSV Titel sammeln
© Getty
Michael Kraus will in seiner ersten Saison für den HSV Titel sammeln

Die Rekordjäger des THW Kiel fühlen sich vor der ersten Bewährungsprobe gut gerüstet für ihre Mission "Triple plus eins": Mit einem aufgestockten 9,5-Millionen-Euro-Etat und gewohnt großen Zielen startet der deutsche Meister und Champions-League-Sieger als hoher Favorit in die heute beginnende Saison.

Gleich beim Supercup in München gegen Pokalsieger HSV Hamburg (20.15 Uhr) wollen die Zebras den ersten Titel der Runde einfahren - und den wohl ärgsten Liga-Konkurrenten schocken.

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Gislason: "Wir werden noch besser"

Die jüngsten Kampfansagen des Bundesliga-Rivalen konterte Kiels Trainer Alfred Gislason schon mal mit einer besonderen Drohung.

"Keine Bange, wir werden noch deutlich besser. Es muss immer unser Anspruch sein, um alle Titel mitzuspielen", sagte der Isländer, der mit dem Rekordmeister (16 Titel) das Triple aus Meisterschafts-, Pokal- und Champions-League-Triumph anstrebt. Dieses Kunststück war Kiel im Jahr 2007 gelungen.

Einen Durchmarsch des Gislason-Teams, das in den kommenden Monaten auf seinen Star Daniel Narcisse (Kreuzbandriss) verzichten muss, wollen unter anderem die Hamburger verhindern.

Der Supercup-Gewinner von 2009 hatte sich den Kielern in der vergangenen Saison mit nur einem Punkt Rückstand geschlagen geben müssen und wartet immer noch sehnlichst auf seine erste Meisterschaft. "Die Titelvergabe darf nur über den HSV gehen", sagt Hamburgs Trainer Martin Schwalb, der nach der Saison Geschäftsführer der HSV-Handball Betriebsgesellschaft wird.

Nationalspieler Mimi Kraus einziger Neuzugang beim HSV

Zum Schlüsselspieler des Vizemeisters könnte Nationalspieler Michael Kraus werden. Der Regisseur war nach langem Hin und Her vom EHF-Cup-Gewinner TBV Lemgo zum HSV gewechselt und soll 140.000 Euro der Gesamtablösesumme von 270.000 Euro selbst übernommen haben.

Seinem neuen Klub traut Kraus schon in der anstehenden Saison den ganz großen Wurf zu: "Die haben alle das Sieger-Gen. Die Mannschaft ist gespickt mit Welt- und Europameistern."

Zumindest in Sachen Zuschauergunst haben die Hamburger den ewigen Rivalen aus Kiel schon überflügelt. Im Schnitt kamen zu den HSV-Heimspielen in der vergangenen Saison 10.392 Zuschauer, beim THW waren es "nur" 10.250.

Neben den beiden Topfavoriten zählt Bundestrainer Heiner Brand die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen zu den aussichtsreichsten Bundesligisten. Dem Quartett traut der Gummersbacher auch in der Champions League viel zu. "Jede dieser Mannschaften hat das Zeug dazu, um am Ende ganz oben zu landen", sagte Brand.

Bundesliga-Rekord für die TSG Friesenheim

Während einen Tag nach dem Supercup die Flensburger am Mittwoch die 34. Bundesliga-Saison mit ihrem Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar offiziell eröffnen, greift Hamburg erst am Samstag bei FA Göppingen ins Liga-Geschehen ein.

Auf Kiel wartet am Sonntag die Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger TSG Friesenheim, der wegen einer ganz besonderen Quote bei Brand einen Stein im Brett haben dürfte: 17 von 20 Spielern der Ludwigshafener haben die deutsche Staatsbürgerschaft - das ist in dieser Runde Ligarekord.

Schlusslicht in dieser Statistik ist Flensburg mit einem Deutschen (Jacob Heinl) im Kader. Ein Unentschieden gibt es bei den Trainern: Neun deutschen Coaches stehen drei Isländer, drei Schweden, ein Bosnier, ein Kroate und ein Slowene gegenüber.

Übertragung in 40 Länder

International ist auch die Schar der Beobachter der stärksten Liga der Welt, denn die Spiele werden in rund 40 Ländern zu sehen sein. Allein der arabische TV-Sender Al Jazeera versorgt 23 Länder im Nahen Osten und Nordafrika mit Bildern.

Erstmals werden auch Bundesliga-Partien im israelischen Pay-TV ausgestrahlt. Mit der Vermarktung der Auslandsrechte verdient die HBL mittlerweile mindestens genauso viel wie mit der Vermarktung der Rechte auf dem deutschen Markt. Spekuliert wird mit einem hohen sechsstelligen Eurobetrag in beiden Geschäftsfeldern.

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