Samstag, 28.08.2010

Friesenheim, Ahlen-Hamm und Rheinland im Check

Die Drama-Jungs aus Friesenheim

Im Favoritencheck zum Start der Handball-Bundesliga ging es um den Meisterkampf zwischen dem THW Kiel und HSV Hamburg, aber auch im Keller wird es wieder spannend werden. Wie sieht es eigentlich im Abstiegskampf aus? Ein Überblick über die Situation bei den beiden Aufsteigern TSG Friesenheim und HSG Ahlen-Hamm sowie dem DHC Rheinland, der in der vergangenen Saison in der Relegation nur knapp den Ligaerhalt sicherte.

Das Team der TSG Friesenheim für die Saison 2010/2011
© Imago
Das Team der TSG Friesenheim für die Saison 2010/2011
TSG Ludwigshafen-Friesenheim

TSG Friesenheim: Im zweiten Anlauf ist der TSG Friesenheim der Aufstieg tatsächlich gelungen. Im Vorjahr war man noch in einem unfassbaren Drama in der Relegation gegen Hannover-Burgdorf gescheitert. 31:24-Sieg im Hinspiel und dann eine 18:25-Niederlage im Rückspiel in Hannover - in der letzten Sekunde fiel der entscheidende Treffer für Hannover. So bitter.

Das Drama im Video

Nun ist der Aufstieg aber geschafft und die unerfahrene Mannschaft darf Erstligaluft schnuppern. Und das, obwohl gerade einmal zwei Spieler im Kader hauptberuflich Handball spielen.

"Der Rest der Mannschaft steht im Berufsleben, studiert oder geht noch zur Schule", erzählt Trainer Thomas König. Auch er selbst pendelt zwischen drei Jobs hin und her, will sich in der kommenden Saison aber voll auf die Bundesliga konzentrieren.

Hoffnungsträger im Verein sind neben Neuzugang Andrej Kogut (Düsseldorf), seines Zeichens Junioren-Weltmeister, unter anderem Philipp Grimm und der neue Kapitän Benjamin Matschke, die bereits in der Aufstiegssaison mit 200 und 190 Ligatreffern die Top-Torjäger waren.

"Ich will den Weg vorgeben", sagt der Spielführer, mit 27 ältester Akteur bei den Eulen, über seine Rolle im Team, "ich sage im Spiel: 'Komm, jetzt geben wir Gas!'"

Alle Kader aller Teams im Überblick

Gas geben will auch Torwart Kevin Klier, der in seiner Zeit bei Großwallstadt und den Rhein-Neckar-Löwen bereits Erstliga-Erfahrung sammeln konnte. "Kevin hat großen Anteil an unserem Erfolg", lobt der Coach seinen Torhüter und hofft, dass er der jungen Mannschaft (Durchschnittsalter: 23 Jahre) auch in der Bundesliga helfen kann.

Im rechten Rückraum allerdings gibt es noch Probleme: Mindaugas Vetra fällt mit nach seiner Schulter-OP ebenso aus wie Nils Brandt, der am Ellenbogen operiert wurde. "Mindaugas hat bei uns die größte Klasse. Leider wird er noch bis Februar ausfallen", sorgt sich König.

Dennoch will der Trainer mit der Mannschaft den Klassenerhalt schaffen und sagt gegenüber der "Sport-Bild": "Wenn jeder Spieler noch einen Schritt nach vorn macht, sehe ich schon eine sehr große Chance, die Klasse zu halten."

HSG Ahlen-Hamm

HSG Ahlen-Hamm: Noch vor einem Jahr gingen die Ahlener SG und der ASV Hamm getrennte Wege. Im Oktober 2009 schlossen sich beide Vereine zur HSG Ahlen-Hamm zusammen und stehen jetzt vor der großen Herausforderung, den Fans den Zusammenschluss auch für die 1. Liga schmackhaft zu machen.

Dabei müssen vor allem die Fans aus Ahlen zurückstecken, denn die Heimspiele werden ab sofort in der Hammer Maxipark-Arena ausgetragen, die mit rund 2500 Plätzen bessere Bedingungen für die oberste Spielklasse bietet, als die Friedrich-Ebert-Halle in Ahlen, in die nur 1236 Zuschauer passen.

Niederlage zum Auftakt gegen Großwallstadt

Aus der letztjährigen Aufstiegsmannschaft bleiben dem Verein sieben Spieler der Ahlener SG und acht des ASV Hamm erhalten, die fünf Neuzugänge komplettieren das Team. So wurde mit Rechtsaußen Mark Schmetz, der vom TBV Lemgo kommt, ein Spieler mit Potenzial zum Leistungsträger geholt.

"Er ist ein gestandener Profi", sagt Trainer Jens Pfänder. Auch Maik Machulla, der nach acht Jahren Nordhorn bei der HSG einen Neuanfang starten will, soll die Mannschaft im Spielaufbau verstärken. Pfänder jedenfalls hält große Stücke auf den Rückraumspieler: "Er ist in der Lage, das Spiel zu lenken und mit Sicherheit die entscheidende Figur für unser Angriffspiel."

Um den Verbleib in Liga eins zu sichern, hofft der Trainer auf die Unterstützung der Fans, um "mit einer sehr engen Atmosphäre die gegnerischen Mannschafen ein Stück weit zu beeindrucken". Denn in einem Punkt ist er sich jetzt schon sicher: "Die 14 Punkte, die dieses Jahr zum Relegationsplatz gereicht haben, werden in der kommenden Saison dafür nicht mehr genug sein."

DSC Rheinland

DHC Rheinland: Nachdem man in der Vorsaison den Abstieg nur haarscharf in der Relegation verhindern konnte, will der Klub jetzt den Neuanfang starten. Dafür hat man jetzt sogar einen neuen Namen, der bisher als TSV Dormagen bekannte Verein heißt nun Dormagener Handball-Club Rheinland.

"Mit unserer Umbenennung wollen wir den Verein über die Grenzen der Stadt Dormagen hinaus verankern und uns für Sponsoren aus der Region öffnen", sagt Manager Thomas Döge.

Auch Sportlich beginnt ein neuer Abschnitt: Der Rückraum wurde mit den isländischen Neuzugängen Arni Sigtryggsson und Sigurbergur Sveinsson komplett umgebaut und auch der deutsche Ex-Nationalspieler Jan-Olaf Immel von der HSG Frankfurt soll die junge Mannschaft mit seiner langjährigen Erfahrung leiten.

Mit Daniel Wernig wechselte ein weiterer Spieler aus Frankfurt zu den Dormagenern, den Döge als "jung, schnell und wurfvariabel" beschreibt und sich von ihm erhofft, dass er dem Verein mit seiner Schlitzohrigkeit weiter hilft.

Der serbische Junioren-Nationalspieler Marko Krsmancic komplettiert das Neuzugangs-Quintett und passt gut in die junge Garde des Vereins.

"Wir haben keine andere Wahl, als auf die Jugend zu setzen. Aber wir stellen uns gerne dieser Herausforderung und versuchen, aus unseren bescheidenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen", so der Manager, der in der mannschaftlichen Geschlossenheit den größten Bonus des Teams sieht.

Weil der Verein wenig Geld zur Verfügung hat, muss Trainer Kai Wandschneider die neue Saison gut planen: "Wir spielen System-Handball, das heißt, dass wir etwa 40 einstudierte Angriffsvarianten haben. Und in der Abwehr können wir eine verschobene 5-1-, 4-2- oder 3-3-Deckung spielen". Daraus könne man einen Vorteil ziehen, denn "darauf muss sich der Gegner erst einmal einstellen", sagt der Coach.

SPOX-Favoritencheck: Same procedure as every year

Susanne Schranner

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