Sonntag, 23.05.2010

HSV nach Pleite gegen Kiel

Pascal Hens: "Es tut wahnsinnig weh"

Der THW Kiel hat mit dem 33:31-Sieg in Hamburg am drittletzten Bundesliga-Spieltag die Tabellenführung übernommen und seinen 16. Meistertitel vor Augen. Glückwünsche der am Boden zerstörten HSV-Stars wollte man freilich noch nicht annehmen.

So sehen sicher nicht Sieger aus: Hamburgs geschlagene Helden Igor Vori und Pascal Hens
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So sehen sicher nicht Sieger aus: Hamburgs geschlagene Helden Igor Vori und Pascal Hens

Überschäumender Jubel beim THW Kiel, grenzenloser Frust beim HSV Hamburg: Nach der Vorentscheidung im Titelrennen der Bundesliga hätten die Stimmungslagen bei den norddeutschen Rivalen nicht unterschiedlicher sein können.

Während die Spieler des Rekordmeisters noch in der Arena des Gegners ein erstes Meister-Tänzchen aufs Parkett legten, zogen sich die HSV-Akteure mit hängenden Köpfen in die Kabine zurück, um nach ihrer wohl bittersten Niederlage erst einmal allein zu sein.

HSV-Kapitän Guillaume Gille war lange nach dem Schlusspfiff einer der ersten, der für seine Enttäuschung über die 31:33 (14:15)-Pleite gegen den THW Worte fand.

HSV zeigt "zuviel Respekt"

"Der Frust ist riesig. Wir haben eine große Chance vergeben", sagte der Franzose. Und auch Nationalspieler Pascal Hens wirkte eine Stunde nach Spielende immer noch zutiefst niedergeschlagen: "Wir wissen, dass wir viel besser spielen können, als wir es hier gezeigt haben. Das macht die Enttäuschung so groß."

Wieder einmal hatten den Hanseaten in einem entscheidenden Spiel die Nerven versagt. Bei dem zum "Finale" um die Meisterschaft avancierten Gipfeltreffen des 31. Spieltages hatten die Gastgeber vor 13.296 Zuschauern über weite Strecken gehemmt gewirkt und so die Chance auf den möglichen ersten Meistertitel vergeben. "Wir haben zuviel Respekt gezeigt. Es tut wahnsinnig weh, das Spiel auf diese Weise zu verlieren", sagte Hens.

Kein Glaube an einen THW-Ausrutscher

An eine Chance auf den Titel wollten die Hamburger trotz des knappen Rückstands von einem Punkt auf den Tabellenführer aus Kiel zwei Spieltage vor Ende nicht mehr glauben.

"Wir haben mit diesem Spiel wohl auch die Meisterschaft verloren. Ich glaube nicht, dass sich der THW noch einen Ausrutscher erlaubt", sagte HSV-Torwart Johannes Bitter.

Jicha: "Müssen auf dem Teppich bleiben"

Die Kieler müssen noch gegen Balingen-Weilstetten (2. Juni) und beim TV Großwallstadt (5. Juni) antreten. Der HSV empfängt Hannover-Burgdorf (28. Mai) und reist am letzten Spieltag nach Balingen (5. Juni).

Die vorweggenommenen Glückwünsche des HSV zur 16. Titelgewinn wiesen die Kieler freilich zurück. "Wir haben einen ganz wichtigen Sieg geholt. Aber wir müssen auf dem Teppich bleiben. Noch haben wir die Schale nicht gewonnen", meinte Rückraum-Ass Filip Jicha, der mit acht Treffern bester THW-Werfer war.

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