Dienstag, 12.01.2010

Handball

DHB vor letzter Runde im EM-Casting

Die deutschen Handballer stehen vor ihrer letzten Runde im Europameisterschafts-Casting. Drei Spieler muss Heiner Brand noch aus seinem Kader für die EM in Österreich streichen.

Heiner Brand muss noch drei Spieler aus seinem vorläufigen Kader streichen
© Getty
Heiner Brand muss noch drei Spieler aus seinem vorläufigen Kader streichen

Einen Tag nach der EM-Generalprobe am Mittwoch gegen Panamerikameister Brasilien in Mannheim will Bundestrainer Heiner Brand seinen Kader um drei auf 16 Spieler reduzieren. Mit diesem Aufgebot wird der Gold-Coach von 2007 dann zur EM nach Österreich (19. bis 31. Januar) reisen.

Vor dem entscheidenden personellen Schnitt erwartet Brand gegen den Panamerikameister zunächst eine weitere Steigerung nach zuletzt zwei Testspiel-Niederlagen gegen Island. "In den vergangenen Partien war ein Aufwärtstrend zu sehen. Ich gehe davon aus, dass wir den am Mittwoch fortsetzen", sagte der Gummersbacher und mahnte: "Wir haben in einigen Bereichen noch Nachholbedarf. Wir müssen auf jeden Fall die Fehlerquote reduzieren."

Brand hat noch auf drei Positionen die Qual der Wahl. Am Kreis streiten sich Christoph Theuerkauf (SC Magdeburg) und Manuel Späth (FA Göppingen), auf der Spielmacherposition Michael Haaß (FA Göppingen) und Martin Strobel (TBV Lemgo) sowie auf Linksaußen Dominik Klein (THW Kiel) und Uwe Gensheimer (Rhein Neckar Löwen) um jeweils ein Ticket.

Drei Spieler mit leichetn Vorteilen

Derzeit scheinen Späth, Haaß und Klein leichte Vorteile zu haben. Seinen Heimvorteil will in der fast ausverkauften Mannheimer Arena vor allen Dingen Gensheimer nutzen, der wegen einer Wadenverletzung bei den vergangenen Tests fehlte. "Uwe ist vom Wurfrepertoire der beste deutsche Linksaußen", sagte Manager Thorsten Storm von den Rhein Neckar Löwen dem "Mannheimer Morgen" und heizte das Auswahlspiel 3 aus 19 noch einmal an.

Auch für den gesetzten Leistungsträger Holger Glandorf ist die Generalprobe des WM-Fünften gegen den WM-21. eine wichtige Standortbestimmung. Der Linkshänder aus Lemgo hatte sich im ersten Duell mit Island am vergangenen Samstag (28:32) eine Oberschenkelzerrung zugezogen und musste einen Tag später im zweiten Vergleich (29:33) pausieren.

Am Mittwoch soll Glandorf aber auflaufen und seine Belastbarkeit testen, wenn sich die DHB-Auswahl mit einem Schützenfest Selbstvertrauen für den EM-Auftakt am 19. Januar in Innsbruck gegen Polen holen möchte. Ungeachtet der Ausfälle der Stammspieler Pascal Hens (HSV Hamburg), der wegen seiner Verletzungen auf die EM verzichtete, und Sebastian Preiß (TBV Lemgo/Achillessehnen-OP) träumt die DHB-Auswahl vom EM-Halbfinale.

Frankreich als Überteam

"Im Bereich des Möglichen ist eine Medaille schon, aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken", sagte Johannes Bitter. Deutschlands Nummer eins warnte vor allem vor den Vorrundengegnern Polen, Slowenien und Schweden. "Wir haben eine unfassbar schwere Gruppe. Die Zwischenrunde zu erreichen, das wird schon sehr schwierig", sagte der Keeper des Bundesliga-Spitzenreiters HSV Hamburg. Auch Brand selbst gibt sich in punkto EM-Ziel gewohnt zurückhaltend.

"Wir können gegen alle 15 Teilnehmer verlieren, aber mit Spaß und Engagement auch gegen 14 gewinnen", sagte der 57-Jährige und sieht Olympiasieger und Weltmeister Frankreich offenbar als schwer bezwingbar an. Mehr Mut zeigte Brand jüngst bei Aufnahmen für einen TV-Trailer. In der Skihalle Neuss wedelte der Gummersbacher rasant den Hang hinunter.

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