Freitag, 22.01.2010

Handball-EM: Schweden spielt wie Deutschland

Kim Andersson: "Wie besoffene Tiere!"

Schweden galt vor der EM als Geheimtipp, nach zwei Spielen steht das Team aber noch schlechter da als Deutschland. Superstar Kim Andersson spricht vor der Patrie gegen das DHB-Team (Freitag 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) bei SPOX über seine Probleme, ins Turnier zu finden.

Gegen Slowenien verlor Schweden trotz Halbzeitführung noch mit 25:27
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Gegen Slowenien verlor Schweden trotz Halbzeitführung noch mit 25:27

Es gab vor der EM in Österreich nicht wenige Experten, die dachten, dass es am letzten Vorrundenspieltag der Todesgruppe C zwischen Deutschland und Schweden um den ersten Platz und die beste Ausgangsposition für die Hauptrunde gehen würde.

Weit gefehlt. Während sich Polen und Slowenien auf einen längeren Aufenthalt einstellen können, müssen die Deutschen und Schweden aufpassen, dass am Samstag im Hotel "Grauer Bär" zu Innsbruck nicht die große Aufbruchstimmung ausbricht.

Schweden zu unkonstant

Die Ergebnisse des SPOX-Kretzschmar-Geheimtipps Schweden sind mindestens so enttäuschend wie die der DHB-Auswahl. 30 Minuten lang spielten die Tre Kronor gegen Slowenien groß auf, doch danach folgte ein totaler Einbruch. Auch gegen Polen schaffte es das Team des Trainerduos Staffan Olsson/Ola Lindgren nicht, über 60 Minuten konstant zu spielen.

Besonders auffällig: Schwedens Superstar Kim Andersson kommt bislang noch gar nicht in Fahrt. Gegen Slowenien wurde er durch eine knallharte Manndeckung praktisch komplett aus dem Spiel genommen - und auch gegen Polen konnte er sich nie so entfalten, wie man es vom Kieler Linkshänder aus der Bundsliga kennt.

EM: Die besten Bilder vom deutschen Team
Deutschland - Schweden 30:29: Das deutsche Team startete furios, besonders Michael Kraus hatte sich viel vorgenommen. Der Kapitän machte eine starke Partie
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Deutschland - Schweden 30:29: Das deutsche Team startete furios, besonders Michael Kraus hatte sich viel vorgenommen. Der Kapitän machte eine starke Partie
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Christoph Theuerkauf dagegen kam nicht so gut rein. Gegen den physischen Mittelblock der Schweden markierte der Kreisläufer nur zwei Treffer, blieb aber ohne Fehlversuch
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Christoph Theuerkauf dagegen kam nicht so gut rein. Gegen den physischen Mittelblock der Schweden markierte der Kreisläufer nur zwei Treffer, blieb aber ohne Fehlversuch
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In der zweiten Hälfte wurde aus einem Offensivspektakel eine Abwehrschlacht, in der beide Teams über die Strenge schlugen. Die Trainer klärten jeden Disput aber sportlich fair
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In der zweiten Hälfte wurde aus einem Offensivspektakel eine Abwehrschlacht, in der beide Teams über die Strenge schlugen. Die Trainer klärten jeden Disput aber sportlich fair
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Nur Oliver Roggisch ging zu weit: Seine dritte Zeitstrafe hatte automatsich die Rote Karte zur Folge. Der Abwehrchef musste vorzeitig von der Platte
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Nur Oliver Roggisch ging zu weit: Seine dritte Zeitstrafe hatte automatsich die Rote Karte zur Folge. Der Abwehrchef musste vorzeitig von der Platte
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Die Lücken, die sich dadurch defensiv auftaten, schloss vor allem Torwart Silvio Heinevetter. Der Freund von Simone Thomalla parierte 12 von 28 Würfen
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Die Lücken, die sich dadurch defensiv auftaten, schloss vor allem Torwart Silvio Heinevetter. Der Freund von Simone Thomalla parierte 12 von 28 Würfen
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Im Angriff sorgte Holger Glandorf (r.) für die entscheidenden Nadelstiche. Mit acht Treffern war er der Mann des Spiels und schickte sein Team in die Hauptrunde
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Im Angriff sorgte Holger Glandorf (r.) für die entscheidenden Nadelstiche. Mit acht Treffern war er der Mann des Spiels und schickte sein Team in die Hauptrunde
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Slowenien - Deutschland 34:34: Was für ein bitterer Auftakt! Nach neun Minuten hatte das deutsche Team (im Bild: Holger Glandorf) immer noch kein Tor erzielt.
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Slowenien - Deutschland 34:34: Was für ein bitterer Auftakt! Nach neun Minuten hatte das deutsche Team (im Bild: Holger Glandorf) immer noch kein Tor erzielt.
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Auch Rückraumspieler Lars Kaufmann, gegen Polen schon mit schwacher Quote, fand keine Lücken im slowenischen Abwehrbollwerk
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Auch Rückraumspieler Lars Kaufmann, gegen Polen schon mit schwacher Quote, fand keine Lücken im slowenischen Abwehrbollwerk
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Heiner Brand hatte schnell die Schnauze voll. Nach dem Spiel sagte der Bundestrainer: "Schlimmer als in den ersten zehn Minuten konnte es nicht mehr werden."
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Heiner Brand hatte schnell die Schnauze voll. Nach dem Spiel sagte der Bundestrainer: "Schlimmer als in den ersten zehn Minuten konnte es nicht mehr werden."
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Ganz im Gegenteil: Dank Christoph Theuerkauf (7 Tore) wurde es sehr viel besser. In der zweiten Hälfte drehte der Kreisläufer auf und pushte sein Team
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Ganz im Gegenteil: Dank Christoph Theuerkauf (7 Tore) wurde es sehr viel besser. In der zweiten Hälfte drehte der Kreisläufer auf und pushte sein Team
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Hinten hielt Johannes Bitter einmal mehr, was zu halten war. Und der eine oder andere Unhaltbare war auch dabei
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Hinten hielt Johannes Bitter einmal mehr, was zu halten war. Und der eine oder andere Unhaltbare war auch dabei
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Mit einer geschlossenen Teamleistung und großem Kampfgeist erarbeitete sich der DHB einen Punkt und hat weiter alle Chancen aufs Weiterkommen
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Mit einer geschlossenen Teamleistung und großem Kampfgeist erarbeitete sich der DHB einen Punkt und hat weiter alle Chancen aufs Weiterkommen
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Deutschland - Polen 25:27: Lars Kaufmann (M.) in seinem Element. Hier wird er von Mariusz Jurkiewicz (r.) gestört
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Deutschland - Polen 25:27: Lars Kaufmann (M.) in seinem Element. Hier wird er von Mariusz Jurkiewicz (r.) gestört
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Es ging ordentlich zur Sache: Holger Glandorf (M.) wird von Tomasz Tluczynski (l.) und Bartlomiej Jaszka (r.) in die Zange genommen
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Es ging ordentlich zur Sache: Holger Glandorf (M.) wird von Tomasz Tluczynski (l.) und Bartlomiej Jaszka (r.) in die Zange genommen
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Polens Coach Bogdan Wenta ging an der Seitenlinie wieder ab wie ein Zäpfchen. Das sieht hier ganz anders aus...
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Polens Coach Bogdan Wenta ging an der Seitenlinie wieder ab wie ein Zäpfchen. Das sieht hier ganz anders aus...
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Michael Müller (l.) und Christian Sprenger versuchen Polens Mateusz Jachlewski (M.) am Wurf zu hindern
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Michael Müller (l.) und Christian Sprenger versuchen Polens Mateusz Jachlewski (M.) am Wurf zu hindern
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Kaufmann lässt gewähren, Bartosz Jurecki (M.) nimmt einen Wurf und trifft
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Kaufmann lässt gewähren, Bartosz Jurecki (M.) nimmt einen Wurf und trifft
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Bundestrainer Heiner Brand hatte vor allem an der Offensivleistung in der ersten Halbzeit einiges auszusetzen
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Bundestrainer Heiner Brand hatte vor allem an der Offensivleistung in der ersten Halbzeit einiges auszusetzen
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Andersson: "Ich bin ja leider kein Zauberer"

"Das erste Spiel war natürlich sehr schwierig für mich. Da konnte ich nichts machen, ich bin ja leider kein Zauberer. Aber das muss man dann so akzeptieren und wenigstens versuchen, Platz für die Kollegen zu schaffen. Gegen Polen habe ich probiert, meine Tore zu machen oder entscheidende Pässe zu spielen, wenn die Chance da war. Das war schon besser, aber wenn wir nicht gewinnen, ist das auch egal", sagte Andersson im Gespräch mit SPOX.

Der 27-Jährige darf sich darauf gefasst machen, dass auch die deutsche Mannschaft ihn in seinen Kreisen stören wird. Andersson ist Schwedens einziger Shooter - nimmt man ihn aus dem Spiel, ist das häufig schon die halbe Miete. Dalibor Doder und Lukas Karlsson sind zwar vor allem mit Schlagwürfen gefährlich und können eine Abwehr auch in Verlegenheit bringen, aber sie haben nicht die Qualitäten eines Kim Andersson.

Zudem leisteten sich die Skandinavier im bisherigen Turnierverlauf viel zu viele leichte Fehler und vergaben eine Unmenge an hochkarätigen Chancen. Kommt einem bekannt vor?

Deutschland ist wie Schweden

Wer das deutsche und schwedische Team vergleicht, stellt tatsächlich fest, dass es sich in gewissem Sinne um identische Mannschaften dreht. Mit identischer Stärke. Und mit identischen Schwächen.

"Wenn es nicht läuft, verlieren wir alle gleichzeitig den Kopf. Wir laufen dann auf dem Feld herum wie besoffene Tiere. Das ist natürlich nicht das beste Gegenmittel, wenn man Probleme hat", erklärt Andersson.

Eine Erkenntnis der EM scheint zu sein, dass sowohl Deutschland als auch Schweden noch eine Zeit brauchen, bis sie wieder um einen großen Titel mitspielen können. Heiner Brands Umbruch ist auf die Olympischen Spiele 2012 ausgerichtet, bei den Schweden steht die Heim-WM im nächsten Jahr als großes Ziel auf dem Plan.

"Ich denke, dass die EM sehr wichtig für uns ist, weil wir jetzt merken, dass wir eine Nummer zu klein sind und dass wir viel Arbeit vor uns haben, bis wir bereit sind, um einen Platz in den Top 4 zu kämpfen. Polen oder Frankreich haben viele Spieler im Kader, die nicht mehr so jung sind. Auch bei denen wird es mal ein Tief geben. Dann sind wir da, dann schlagen wir zu", meint Andersson.

Hauptrunde? "Total ätzend"

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Was aktuell zählt, sind 60 Minuten, die darüber entscheiden werden, wer den sportlichen Gau abwenden kann. Wer das schafft, sollte aber deshalb nicht plötzlich wieder von einem möglichen Halbfinaleinzug sprechen.

Deutschland würde nämlich mit nur einem Punkt in die Hauptrunde starten, Schweden gar mit null Zählern. Keine schönen Aussichten, weiß auch Andersson: "Das ist natürlich total ätzend, wenn man ohne Punkte in die zweite Gruppenphase kommt. Aber wenn man auf die andere Gruppe schaut und sieht, welche Probleme Frankreich hat, muss man sagen, dass noch alles passieren kann. Jetzt geht es erstmal darum, dass wir am Samstag nicht wegen drei Kackspielen schon nach Hause fahren müssen."

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Florian Regelmann

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