Handball-EM: Heiner Brand im Interview

"Da muss man auch mal laut werden"

Von Sebastian Conrad / Florian Regelmann
Dienstag, 19.01.2010 | 12:59 Uhr
Heiner Brand ist seit 1997 Bundestrainer
© Getty
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Vorrunden-Aus? Medaille? Oder doch Titelgewinn? Bei der Europameisterschaft in Österreich ist für das Team von Heiner Brand alles möglich. Kurz vor dem EM-Start gegen Polen (18.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht der Bundestrainer bei SPOX über Erbostheiten, Emotionen und Schlafstörungen.

SPOX: Herr Brand, was muss passieren, damit Sie nach dem Turnier von einer erfolgreichen EM sprechen können? Muss dafür eine Medaille her?

Heiner Brand: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir müssen zusehen, dass wir eine optimale Leistung abrufen, dann werden die Ergebnisse automatisch kommen und dann können wir weiterschauen. Aber im Vorfeld der EM von einer festen Platzierung zu sprechen, halte ich nicht für angebracht.

SPOX: Was macht Sie denn optimistisch? Es besteht ja die nicht völlig unrealistische Gefahr, dass man sogar nach der Vorrunde schon ausscheiden kann.

Brand: Das ist richtig. Wir haben eine sehr schwere Gruppe erwischt. Aber optimistisch macht mich die Tatsache, dass die Mannschaft in der Vergangenheit gut gespielt hat. Bei der WM in Kroatien waren wir Fünfter und hatten dabei noch etwas Pech in der Endphase - und dann hat die Mannschaft die Qualifikation souverän gemeistert. Sie hat gezeigt, dass sie durch ihre Begeisterungsfähigkeit und ihren Spaß am Spiel sehr gute Leistungen abrufen kann. Ich hoffe, dass sie das bei diesem Turnier auch schafft.

SPOX: Durch die enorm schwere Gruppenkonstellation ist klar, dass man sich von Beginn an keinen Ausrutscher leisten kann. Ist es wichtig, dass man sich dessen bewusst ist?

Brand: Das ist mir zu weit in die Ferne geschaut, um ehrlich zu sein. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Vorrunde und auf jedes einzelne Spiel. Wir können uns keine Gedanken machen, was wir uns erlauben können und was nicht. Nach der Vorrunde werden wir dann sehen, wie der Punktestand ist und was auf uns zukommt, aber das interessiert mich jetzt noch gar nicht.

SPOX: Sie haben Michael Kraus zum Kapitän gemacht. Welche Last trägt er?

Brand: Er trägt gar keine Last, es muss Ansporn für ihn sein, Kapitän dieser Mannschaft zu sein, und das ist es auch, denke ich. Er spielt in einer zentralen Position und muss Verantwortung übernehmen. Ich erwarte, dass er mit Spaß und Verantwortungsbewusstsein an die Aufgabe herangeht. Zumal das Team so gefestigt ist und ein so guter Geist innerhalb der Truppe herrscht, dass er außerhalb des Feldes nicht viel machen muss.

SPOX: Sie haben gesagt, dass Deutschland im Vergleich mit Frankreich oder Kroatien die überragenden Einzelkönner fehlen. Vielleicht wird während des Turniers einer Ihrer Spieler zum überragenden Einzelkönner. Uwe Gensheimer vielleicht?

Brand: Mir soll es recht sein, wenn sich ein Spieler dahingehend entwickelt. Was ich meinte, war, dass Spieler anderer Nationen über Jahre schon konstant Leistungen weit über dem Durchschnitt gebracht haben. Das müssen unsere Spieler erst noch beweisen. Ich hoffe, dass es dem einen oder anderen gelingt, sich in diese Richtung zu entwickeln.

SPOX: Einer, der nicht zu den Jungen gehört, sondern seit langem eine feste Größe ist, heißt Oliver Roggisch. Haben Sie es sich eigentlich abgewöhnt, ihn zu weniger Diskussionen mit den Schiedsrichtern zu bewegen?

Brand: Nein, ich spreche immer noch häufiger mit ihm darüber und werde das auch jetzt vor Beginn des Turniers noch einmal machen. Ich werde ihm sagen, dass er seine Leistung noch mal steigern kann, wenn er noch konzentrierter ist und sich auf seine Aufgaben besinnt.

SPOX: Zusammen mit Roggisch steht wohl Manuel Späth im Mittelblock und wird versuchen, am Kreis Sebastian Preiß zu ersetzen. Schafft er das?

Brand: Das hoffe ich. Meine Ansprüche an Manuel Späth sind aber bei diesem Turnier nicht sehr hoch. Es ist sein erstes großes Turnier und er soll vor allem Erfahrung sammeln. Das Beispiel Sebastian Preiß zeigt, dass man jungen Spielern Zeit geben muss. Gerade auf der Kreisläufer-Position. Selbst ein Christian Schwarzer ist erst im fortgeschrittenen Alter zu dem Christian Schwarzer geworden, der er war.

SPOX: Ein wenig Sorgen macht die Torwart-Position, weil Johannes Bitter verletzt war und Silvio Heinevetter zuletzt wenig spielte. Jetzt haben Sie auch noch Carsten Lichtlein aus dem Aufgebot gestrichen. Ist Bitter nun Ihre klare Nummer eins?

Brand: Jogi Bitter hat sicherlich die größte Erfahrung von unseren Torhütern, aber das Turnier in Kroatien hat gezeigt, dass Heinevetter auch gute Leistungen bringen kann. Ich will mich nicht festlegen, wer wie viele Spielanteile bekommt. Das wird von der Form, aber auch vom Gegner abhängen.

SPOX: Ohne einen herausragenden Torwart wird keine Medaille möglich sein.

Brand: Das stimmt. Der Torhüter ist eine ganz zentrale Figur im Handball. Wenn man sich die letzten 30 Jahre anschaut, wird man kein Team finden, das ein internationales Turnier gewonnen hat, ohne einen überragenden Torhüter gehabt zu haben. Dazu muss aber auch die Abwehr gut stehen und funktionieren. Und im Angriff muss man eine gewisse Spieldisziplin zeigen, gerade, wenn einem die außergewöhnlichen Einzelkönner fehlen. Aber der Grundstein wird immer in der Abwehr gelegt.

SPOX: Frankreich gilt als die Übermannschaft: Kann Deutschland Frankreich schlagen?

Brand: Im Handball ist alles möglich, man darf nie aufgeben. Klar ist aber, dass die Franzosen Favorit sein werden, wenn wir aufeinander treffen sollten.

SPOX: Stefan Kretzschmar hat bei SPOX Schweden als seinen Geheimtipp genannt. Wen haben Sie auf der Rechnung, an den vielleicht nicht viele denken?

Brand: Ich tippe nicht so gerne, weil ich damit meistens nicht so viel Erfolg habe. Es gibt bei einem Turnier immer einige Geheimfavoriten, da müssen wir mal den Turnierverlauf abwarten. Es gab auch schon Fälle, da haben Experten einen Geheimtipp genannt und dann hatte dieser Tipp gar keinen Erfolg.

SPOX: Wenn sie die aktuelle Mannschaft vergleichen mit der früheren Generation um Baur, Stephan oder Schwarzer. Was ist anders geworden?

Brand: Man kann die beiden Teams schwer vergleichen. 2007 hatten wir durch sehr erfahrene Spieler einen enormen Rückhalt. Von diesen Spielern haben wir jetzt weniger in unseren Reihen, aber das war ja ein von mir gewollter Prozess. Der Neuaufbau zielt auch schon in Richtung 2012, da muss man dann so einen Nachteil auch mal in Kauf nehmen.

SPOX: Ein Nachteil der unerfahrenen Truppe ist, dass sie Ihren Trainer, wie beim Testspiel gegen Brasilien, zur Verzweiflung treiben kann. Nicht, dass es doch wieder einen Ausraster gibt, wie in Kroatien...

Brand: Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. So einen Auftritt meinerseits wie in Kroatien wird es mit Sicherheit nicht mehr geben. Wobei ich nach wie vor glaube, dass ich im Recht war. Und beim Spiel gegen Brasilien war es ja nicht eine Erbostheit gegenüber den Schiedsrichtern, sondern gegenüber der eigenen Mannschaft, die nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen ist. In so einer Situation muss man als Trainer auch mal laut werden. Abgesehen davon, dass Emotionen im Handball dazugehören und die Spieler auf dem Feld verlangen, dass ich außerhalb Emotionen zeige.

SPOX: Sie haben so viele Turniere erlebt. Wie nervös sind Sie kurz vor Turnierstart noch?

Brand: Ob man es Nervosität nennen kann, weiß ich nicht, aber ich bin auf jeden Fall sehr angespannt. Das äußert sich so, dass ich seit einer Woche nicht mehr lange schlafe, sondern früh aufwache und über Handball nachdenke. Es zeigt aber auch, dass ich in Turnierstimmung bin.

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