"Die positive Arroganz der Spanier"

SID
Donnerstag, 21.05.2009 | 12:47 Uhr
Oliver Roggisch im Duell mit Kiels Kreisläufer Marcus Ahlm
© Getty
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In seiner Kolumne für SPOX blickt Löwen-Abwehrchef Oliver Roggisch auf das Champions-League-Finale zwischen dem THW Kiel und Ciudad Real voraus. Er nimmt die wichtigsten Matchups unter die Lupe.

Liebe Handball-Fans,

in dieser Woche gibt es im Handball nur ein Thema: das Champions-League-Finale zwischen dem THW Kiel und Ciudad Real. Was ein Kracher!

Im vergangenen Jahr war es ja so, dass Kiel das Hinspiel in Spanien mit 29:27 gewonnen und dann im Rückspiel zu Hause mit einer 25:31-Niederlage den Triumph noch verspielt hat.

In diesem Jahr hat Kiel jetzt zuerst Heimrecht. Wie es ausgeht? Ich habe ehrlich keine Ahnung. Zwischen diesen beiden Teams ist alles möglich. Das kann man nicht tippen.

Unterschiedliche Philosophien

Auf der einen Seite haben wir diese abgezockte Truppe von Ciudad Real. Die lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, haben eine unglaubliche Erfahrung und wissen genau, was sie können.

Mit welcher positiven Arroganz die spielen, ist sehr beeindruckend. Auf der anderen Seite haben wir die Kieler mit ihrem superschnellen Run-and-Gun-Spiel und ihrer Stärke in Eins-gegen-Eins-Situationen.

Es sind zwei völlig unterschiedliche Philosophien und Spielsysteme. Es wird wieder hoch interessant, das steht mal fest. Deutschland gegen Spanien - das hat es immer in sich.

Über die Schmerzgrenze hinaus

Ein kleiner Vorteil für Ciudad Real ist vielleicht, dass die spanische Liga vom Niveau her nach den drei, vier Top-Klubs stark abfällt.

Ciudad war in dieser Saison nicht so oft gefordert wie Kiel und könnte frischer sein. Wobei im Finale jeder noch mal über die Schmerzgrenze hinausgeht.

Wenn man sich die Duelle auf den einzelnen Positionen anschaut, kann man praktisch überall feststellen, dass die Gegensätze kaum größer sein könnten.

Matchups

Tor:

Thierry Omeyer vs. Arpad Sterbik

Die beiden Weltklasse-Keeper, die in den letzten Jahren das Maß der Dinge waren. Ganz andere Typen. Wer die bessere Tagesform hat, kann das Finale natürlich alleine entscheiden. Sterbik ist von seiner Statur einfach imposant. Wenn du ihn im Tor siehst, wird es dunkel - viel Platz, um den Ball reinzuwerfen, ist da nicht. Er heißt ja nicht umsonst "serbischer Bär". Müsste jetzt eigentlich "spanischer Bär" heißen, seitdem er die die spanische Staatsbürgerschaft hat...

Rechter Rückraum:

Kim Andersson vs. Olafur Stefansson

Der Schwede gegen den Isländer. Stefansson ist sehr erfahren, er hat ein Wahnsinns-Auge und ist auf der Halbposition eigentlich ein verkappter Spielmacher. Dagegen steht mit Andersson ein echter Shooter. Und dann hat Kiel auch noch Christian Zeitz, der immer irre Schlagwürfe auspacken kann.

Linksaußen:

Dominik Klein vs. Jonas Källman

Über Dominik braucht man nicht lange reden, er ist unser Mann der Zukunft auf Linksaußen und jetzt schon ein toller Spieler. Källman sieht immer ein bisschen komisch aus auf Außen, der ist 2,00 Meter groß. Aber er ist auch spielerisch ein Riese. Unglaublich konstant und sicher im Abschluss. Und er deckt auf der Halbposition oder vorgezogen - das macht ihn noch wertvoller.

Ich könnte noch einige Duelle aufzählen, die interessant sind. Dass Marcus Ahlm am Kreis Extraklasse ist, weiß jeder. Bei Ciudad gibt es einen Siarhei Rutenka, der eben nicht nur im Rückraum Weltspitze darstellt, sondern auch am Kreis. Wenn der gut drauf ist, fängt der jeden Ball und ist nicht zu stoppen.

Dinart vs. Roggisch

Aus meiner persönlichen Abwehrspezialisten-Sicht achte ich außerdem natürlich wieder besonders auf Didier Dinart. Ich wurde schon öfter mit ihm verglichen. Ich denke aber, dass wir uns schon unterscheiden. Ich habe vielleicht die schnelleren Beine, er ist dafür kräftiger. Und er bekommt viel viel weniger Zeitstrafen als ich.

Da muss ich im Finale mal genau hinschauen, wie er das macht...

Ein Vorteil für Kiel ist, dass Ciudad mit Dinart zwischen Angriff und Abwehr immer wechselt. Kiel wechselt nicht und kann dementsprechend viel Druck aufbauen. Wir werden sehen, wie es ausgeht. Ich bin gespannt.

Bis zum nächsten Mal

Euer Oliver Roggisch

Oliver Roggisch, 30, spielt seit 2007 bei den Rhein-Neckar Löwen. Der 1,99 m große Kreisläufer und Abwehrspezialist startete seine Karriere beim TuS Schutterwald, bevor es ihn zu Frisch Auf Göppingen zog. Weitere Stationen waren TuSEM Essen und der SC Magdeburg. Mit der Nationalmannschaft wurde er 2007 Weltmeister. Mehr Infos zum SPOX-Kolumnisten gibt's unter http://www.oliver-roggisch.de/.

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