Handball

Verbände erwägen Regeländerungen

SID
HBL-Präsident Rainer Witte glaubt an eine lückenlose Aufklärung aller Manipulationsvorwürfe
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Die nationalen Handball-Verbände können sich offenbar Änderungen der Spielregeln vorstellen. Das sagte HBL-Präsident Rainer Witte nach einer EHF-Sitzung in Wien.

Um die Korruptions-Gefahr im Handball einzudämmen, schrecken die Verbände offenbar nicht mehr vor Änderungen der Spielregeln zurück.

Die Regelkommission des Weltverbandes IHF soll damit beauftragt werden, mögliche Modifikationen der Regeln wie beispielsweise beim Zeitspiel zu erarbeiten, die den Entscheidungskorridor der Schiedsrichter verkleinern.

Das sagte Rainer Witte, Präsident der deutschen Handball-Liga HBL, nach einer Exekutiv-Sitzung des Europäischen Handball-Verbandes EHF in Wien dem "Sport-Informations-Dienst". Zudem soll die Zahl der Elite-Schiedsrichter mit besserer Bezahlung mittelfristig aufgestockt werden.

Weitere Enthüllungen "nicht auszuschließen"

Angesichts der neuen Vorwürfe, die nun auch Funktionäre des Weltverbandes und der EHF belasten, befürchtet Witte in Zukunft weitere Enthüllungen: "Das ist nicht auszuschließen. Ich weiß nicht, wer noch alles Leichen im Keller hat."

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" machte eine Aussage des früheren Schweizer Schiedsrichters Michele Falcone publik, wonach er in der Nacht vor dem Europacup-Halbfinale am 13. März 2004 zwischen dem spanischen Pokalsieger BM Valladolid und dem slowenischen Team RK Gorenje Velenje einen Anruf des IHF-Funktionärs Leon Kalin bekommen habe. Der Slowene habe angedeutet, dass Gorenje das Spiele gewinnen müsse.

"Handball-Szene hat es begriffen"

Falcone unterrichtete daraufhin den vor Ort weilenden deutschen EHF-Delegierten Gerd Butzek, der seinerseits den Vorfall wenige Tage später EHF-Generalsekretär Michael Wiederer geschildert habe. Wiederer habe sich daraufhin persönlich um die Angelegenheit kümmern wollen. Geschehen sei jedoch nichts.

Bei der EHF-Sitzung hatte HBL-Präsident Witte jedoch das Gefühl, dass der Verband um lückenlose Aufklärung bemüht sei: "Mein Eindruck war, dass die Handball-Szene es jetzt begriffen hat. Wir können die Vergangenheit leider nicht mehr ändern. Jetzt sind alle gefordert, Pflöcke zu schlagen, um so etwas in Zukunft zu verhindern."

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