Bestechung: Weiterer Referee packt aus

SID
Donnerstag, 19.03.2009 | 17:54 Uhr
Auslöser der Affäre: Das Champions-League-Endspiel von 2007 zwischen Kiel und Flensburg
© Getty
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Schiedsrichter Jürgen Rieber hat von einem weiteren Bestechungsversuch berichtet. Offenbar wurde Rieber und einem Kollegen im Jahr 2006 eine fünfstellige Summe angeboten.

Schiedsrichter Jürgen Rieber hat von einem weiteren Bestechungsversuch berichtet und den Europäischen Handball-Verband (EHF) belastet.

Rieber erklärte gegenüber "NDR Info", dass seinem Kollegen Holger Fleisch am Vorabend eines Champions-League-Spiels der Damen auf der Toilette ein Zettel gereicht worden sei, auf dem gestanden habe: "Wir müssen dieses Spiel gewinnen."

"Wir haben natürlich beide brüsk abgelehnt", sagte Rieber. Als Bestechungssumme seien zunächst 10.000 Euro genannt worden, am nächsten Morgen sei dieses Angebot auf 20.000 Euro erhöht worden. Bei der Begegnung im Januar 2006 standen sich der russische Klub Lada Togliatti und der dänische Verein Slagelse DT gegenüber.

Bestechungsversuche wurde noch vor dem Spiel angezeigt

Die deutschen Unparteiischen haben nach Angaben Riebers nach Rücksprache mit dem Schiedsrichterwart des Deutschen Handball-Bundes (DHB), Peter Rauchfuß, den Bestechungsversuch noch vor dem Spiel beim anwesenden EHF-Delegierten angezeigt.

Nach der Rückkehr nach Deutschland hätten sie "einen ausführlichen schriftlichen Bericht an die EHF gesandt". Eine Reaktion der EHF sei allerdings ausgeblieben.

Rieber erklärte aber, dass sein Partner und er "inoffiziell eine Quittung bekommen haben. Wir wurden ein halbes Jahr international nicht mehr angesetzt", sagte Rieber bei NDR Info. "Die Sache kam uns sehr, sehr komisch vor. Aber wir haben dann den Vorfall auf sich beruhen lassen, weil wir uns beide nichts vorzuwerfen hatten."

Rauchfuß: Bestechungsversuch ist von russischem Klub ausgegangen

DHB-Schiedsrichterwart Rauchfuß bestätigte diesen Vorfall auf "NDR Info". Der Bestechungsversuch sei von einem Betreuer des russischen Klubs vorgenommen worden. Die beiden deutschen Schiedsrichter jedoch hätten sich "äußerst korrekt" verhalten. Rauchfuß zeigte sich aber aufgrund der ausbleibenden Reaktion von der EHF enttäuscht. "Man verniedlicht das, aber die Situation ist nicht zu verniedlichen."

EHF-Wettbewerbsmanager Markus Glaser sagte auf "NDR Info", dass sein Verband diesen Vorfall untersuche. Der Eindruck, dass die EHF nicht an einer Klärung interessiert sei, könne entstehen, "weil diese Fälle weit zurückliegen und erst jetzt auf den Tisch kommen".

Die Aussagen Riebers sind der dritte Fall in wenigen Tagen, in denen Handball-Schiedsrichter mit Bestechungsversuchen in Verbindung gebracht werden. Die deutschen Top-Schiedsrichter Frank Lemme/Bernd Ullrich waren 2006 am Moskauer Flughafen mit 50.000 US-Dollar Bargeld in Ullrichs Gepäck aufgegriffen worden.

Lemme und Ulrich meldeten Vorfall nicht

Die Schiedsrichter hatten seinerzeit in der russischen Hauptstadt das Finalrückspiel um den Europapokal der Pokalsieger zwischen Moskau und Valladolid geleitet.

Bereits vor der Partie sollen sie von einem Unbekannten angesprochen worden sein. Beide bestreiten die Manipulationsvorwürfe. Lemme/Ullrich hatten den Vorfall der EHF allerdings nicht gemeldet und wurden vom DHB daher vorläufig suspendiert.

Zwei dänischen Schiedsrichtern sollen vor einem WM-Qualifikationsspiel 2008 in Rumänien jeweils 30.000 Euro angeboten worden sein, um den Gastgebern zum Sieg zu verhelfen. Nach Angaben der Tageszeitung "Jyllands Posten" wurden Martin Gjeding und Mads Hansen Anfang Juni 2008 vor dem Spiel gegen Montenegro ein Koffer mit Geld gezeigt.

Nach Angaben der Zeitung lehnte das Gespann ab und erstattete der EHF Bericht. Auch der Schiedsrichter-Betreuer des dänischen Verbandes DHF habe Kenntnis von dem Fall erhalten. "Ich habe das nicht als ernsthafte Sache betrachtet, und es gab keinen Grund, das weiterzuleiten, da Martin und Mads nein gesagt haben", sagte Ole Petersen "Jyllands Posten".

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