Spanien streicht die Segel

Von SPOX
Donnerstag, 22.01.2009 | 20:03 Uhr
Die Südkoreaner sorgten mit dem Sieg gegen Spanien für die Überraschung des Turniers
© Getty
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Die Hauptrunde der WM in Kroatien ist komplett. Nicht dabei ist sensationell Ex-Weltmeister Spanien. Der Medaillenfavorit unterlag im entscheidenden Spiel Südkorea überraschend mit 23:24 (15:14) und muss daher mit dem Präsidenten Cup vorlieb nehmen.

Dabei hatten die Spanier eigentlich die bessere Ausgangsposition. Aufgrund des besseren Torverhältnisses hätte den Iberern bereits ein Remis gegen Südkorea gereicht.

Doch nach dem Debakel gegen Gastgeber Kroatien am Vortag war beim Olympia-Dritten das Selbstvertrauen im Keller. Bezeichnend hierfür war die erneut schwache Trefferquote. Iker Romero Fernandez erzielte zwar fünf Treffer, setzte aber ebenso viele Versuche daneben.

Matchwinner Yunsuk Oh

Zwar bekleckerten sich auch die Asiaten nicht mit Ruhm, doch ihr bester Mann, Yunsuk Oh erzielte zwei seiner sechs Tore in den letzten zwei Minuten und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße.

Während die Spanier nun im ungeliebten Präsidenten Cup um die Platze 13 bis 24 spielen müssen, zieht Südkorea in die Hauptrunde mit Kroatien, Schweden, Frankreich, Ungarn und der Slowakei ein.

Modus der Hauptrunde

Die Chance auf das Halbfinale ist jedoch verschwindend gering. Denn nach Niederlagen gegen den Gastgeber und Schweden nehmen die Südkoreaner keine Punkte mit in die Hauptrunde.

In dieser treffen die "Aufsteiger" der Gruppe A auf diejenigen der Gruppe B. Die besten drei der Gruppe C bekommen es mit den Top 3 der Gruppe D zu tun.

Alle Spiele im Überblick

Gruppe A:

Slowakei - Rumänien 28:23 (12:13)

Die Slowaken sicherten sich mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten das letzte Hauptrunden-Ticket der Gruppe A. Dabei täuscht die Höhe des Sieges etwas über den Spielverlauf hinweg. Erst in den letzten zehn Minuten konnte sich die Slowakei entscheidend absetzen. Peter Kukucka (8) und Martin Stranovsky (5) brachten ihr Team mit insgesamt sechs Treffern allein in der Schlussphase endgültig auf die Siegerstraße.

Frankreich - Ungarn 27:22 (13:8)

Die Franzosen zählen eigentlich bei jedem großen Turnier zu den Medaillenanwärtern schlechthin. Mit dem abschließenden Sieg gegen Ungarn wurden die Titelambitionen von Karabatic und Co. noch einmal unterstrichen. Denn als Gruppensieger und mit maximaler Punkteausbeute zieht Frankreich in die Hauptrunde ein und hat eine gute Ausgangsposition, das Halbfinale zu erreichen.

Argentinien - Australien 36:16 (15:8)

Die Gauchos feierten am letzten Spieltag der Vorrunde ihren ersten Sieg. Gegen die Schießbude der Gruppe wäre jedoch alles andere auch eine Überraschung gewesen. Denn die Australier kassierten insgesamt sage und schreibe 130 Tore mehr als sie selbst erzielten und sind damit - selbstredend - Tabellenletzter.

Gruppe B:

Kroatien - Schweden 29:26 (14:13)

Kroatien kommt aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Nach dem Kantersieg gegen Spanien hielten die Gastgeber auch die starken Schweden in Schach und sind mit dem Heimbonus im Rücken wohl der Topfavorit auf den Titel. In einem hochklassigen Spiel war der Kroate Ivan Cupic mit acht Treffern erfolgreichster Werfer. Beide Teams waren bereits im Vorfeld für die Hauptrunde qualifiziert.

Kuwait - Kuba 23:26 (9:12)

Einen ähnlichen Achtungserfolg wie Argentinien in der Gruppe A erzielten in Gruppe B die Kubaner. Der Sieg gegen Kuwait war der erste bei dieser WM.

Gruppe C:

Mazedonien - Russland 36:30 (15:14)

Rekord-Olympiasieger Russland muss nach der Vorrunde die Koffer packen. Im "Endspiel" um Platz drei in der Gruppe C mussten sich die Russen den starken Mazedoniern geschlagen geben. Mazedonien folgt damit Deutschland und Polen in die Hauptrunde und nimmt zwei Punkte aus dem Sieg über Polen mit. Superstar Kiril Lazarov war mit 13 Toren einmal mehr der Topscorer der Partie. In der Hauptrunde warten auf Mazedonien Serbien, Dänemark und Norwegen.

Tunesien - Algerien 36:25 (18:11)

Mit einem starken Auftritt gegen Außenseiter Algerien haben sich die Tunesier den Frust von der Seele gespielt. Jaleleddine Touati avancierte mit 12 Treffern zum Man of the Match. Mit einer ähnlichen Leistung gegen Mazedonien am 1. Spieltag hätte es womöglich für die Hauptrunde gelangt. Damals verloren die Nordafrikaner nämlich nur mit einem Tor Unterschied.

Gruppe D:

Dänemark - Norwegen 32:28 (16:14)

Europameister Dänemark ist auch bei der WM ein ganz heißer Medaillenaspirant. Mit dem Sieg im skandinavischen Duell ziehen die Dänen mit weißer Weste in die Hauptrunde ein und haben damit zusammen mit Deutschland die beste Ausgangsposition, sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Die Partie wurde vor allem von zwei Akteuren geprägt: dem Dänen Mikkel Hansen und dem Norweger Kristian Kjelling. Beide waren mit zehn bzw. neun Treffern die Goalgetter ihrer Mannschaft. Ausschlaggebend für den Sieg des Europameisters war am Ende dann die starke Trefferquote von 55 Prozent.

Serbien - Saudi-Arabien 38:29 (21:13)

Die Serben komplettieren schließlich die Hauptrunde. Der Sieg gegen Saudi-Arabien war jedoch nicht mehr als eine Pflichtnummer. Dennoch wird das Team mittlerweile als Geheimfavorit gehandelt. Gegen die starken Norweger gab es einen Sieg, gegen die noch stärkeren Dänen lag man zwischenzeitlich sogar mit acht Toren in Führung. Auf der anderen Seite setzte es eine Pleite gegen Brasilien. Welches Potenzial tatsächlich in der Mannschaft steckt, wird sich spätestens im Duell mit dem deutschen Team zeigen.

Ägypten - Brasilien 25:22 (13:6)

Verstehe einer die Brasilianer! Durch die Niederlage haben sich die Südamerikaner selbst des Hauptrunden-Tickets beraubt. In der ersten Hälfte ließen sie sich glatt von den Ägyptern vorführen, erst nach der Pause war zumindest ein Hauch von Gegenwehr zu erkennen. Mit nur vier Treffern bei sieben vergebenen Chancen hatte Edinaldo R. da Silva erheblichen Anteil an der Pleite.

Der Spielplan der WM im Überblick

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