WM-Historie

Jimmys drei Minuten und Fritzes Ohren

Von SPOX
Dienstag, 13.01.2009 | 14:24 Uhr
Eine der WM-Geschichten: In Kiel nur noch Ersatz avanciert Henning Fritz zum Goldgaranten
© Getty
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In Kroatien fällt am Freitag der Startschuss für die 21. Weltmeisterschaft im Hallenhandball. Wer die meisten Titel holte, in welchem Finale die meisten Tore fielen, was Heiner Brand einem gewissen Jimmy Waltke verdankt und welche Rolle Henning Fritz' Ohren in der WM-Historie spielen, erfahren Sie hier.

Handball-Weltmeisterschaften sind eine rein europäische Angelegenheit. In den sieben Jahrzehnten seit der Premiere 1938 gingen alle Medaillen an Teams aus der alten Welt. Mit Ägypten und Tunesien ergatterten 2001 bzw. 2005 zwei Vertreter Afrikas immerhin den vierten Platz.

Rekordweltmeister sind Schweden und Rumänien mit jeweils vier Titeln. Deutsche Mannschaften sammelten insgesamt zehn Medaillen: 3 x Gold, 4 x Silber und 3 x Bronze.

Je zweimal Silber und Bronze gewann davon die DDR. Trotz der Staatentrennung ging in den 50er Jahren eine gesamtdeutsche Mannschaft an den Start: 1954 gab's Silber, 1958 Bronze.

Ein Rückblick auf die größten Erfolge deutscher Handballer bei Weltmeisterschaften und die letzten fünf Turniere.

1938, WM in Deutschland

Die erste Weltmeisterschaft im Hallenhandball war gleichzeitig die kürzeste und die mit den wenigsten Teilnehmern. An nur zwei Tagen (5. und 6. Februar) spielten die Auswahl des Deutschen Reichs, Dänemark, Österreich und Schweden den Titel aus. Das deutsche Team von Trainer Günther Otto Kaundynia legte mit einem 11:3 gegen Dänemark den Grundstein für den Titel. Schweden wurde 7:2 bezwungen und Österreich mit 5:4.

Medaillen:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweden

Torschützenkönig:

  • Hans Theilig (Deutschland) 6 Tore
  • Ynge Lamberg (Schweden) 6

1978, WM in Dänemark

Das Endspiel von Kopenhagen ist längst Legende. Unter der Führung des exzentrischen Kroaten Vlado Stenzel zieht die BRD ins Finale gegen die haushoch favorisierten Sowjetrussen ein. Torhüter Manfred Hofmann, Abwehrspezialist Heiner Brand, Rückraum-Ass Joachim Deckarm und Kreisläufer und Kapitän Horst Spengler sind die Stars. Und dann ist da noch Dieter Waltke aus Dankersen, den alle nur Jimmy nennen. Waltke schmort das ganze Turnier auf der Bank, nicht mal gegen den Underdog Kanada durfte er ran, und dann plötzlich die Wende. Stenzel ist sauer auf Linksaußen Arno Ehret und nimmt ihn vom Platz. Es ist die 39. Minute und die deutsche Mannschaft führt 13:12. Jimmy wird ins kalte Wasser geworfen und macht wie aus dem Nichts drei Tore zum 16:12. Die UdSSR ist geschockt und geschlagen. Am Ende heißt es 20:19. Und Jimmy? Den nahm Stenzel nach exakt 193 Sekunden Einsatzzeit wieder vom Feld und brachte ihn nicht wieder.

Medaillen:

  • BR Deutschland
  • UdSSR
  • DDR

Torschützenkönig:

  • Jerzy Klempel (Polen) 47
  • Peter Kovacs (Ungarn) 47
  • ...
  • Wolfgang Böhme (DDR) 34

1999, WM in Ägypten

Schweden holt zum vierten Mal den Titel. Im Finale gegen Russland müssen die Skandinavier dabei mit zwei Problemen kämpfen. Zum einen sind die Russen bärenstark und führen in der ersten Halbzeit phasenweise schon mit vier Treffern, zum anderen kassiert Magnus Wislander früh seine dritte Zeitstrafe und sieht Rot. Am Ende heißt es aber 25:24 (12:14) für die Schweden, die mit den Kielern Wislander, Olsson und Lövgren antraten. Die deutsche Mannschaft gewinnt acht ihrer neun WM-Spiele, landet nach einer dramatischen 22:23-Niederlage im Viertelfinale gegen Jugoslawien nur auf dem fünften Platz.

Medaillen:

  • Schweden
  • Russland
  • Jugoslawien

Torschützenkönig:

  • Rolando Urios (Kuba) 57 Tore
  • ...
  • Stefan Kretzschmar (Deutschland) 41

2001, WM in Frankreich

Eine rund erneuerte deutsche Mannschaft - Heiner Brand nominiert nur sieben Spieler, die bei den Olympischen Spielen in Sydney dabei waren - belegt den achten Platz. Wieder kommt das Aus im Viertelfinale, Gastgeber Frankreich ist beim 23:26 eine Nummer zu groß. Es folgen Niederlagen gegen Russland und die Ukraine. Die Franzosen entthronen im Finale Weltmeister Schweden mit 28:25 n.V. Bei Frankreich führt der großartige Rasta-Mann Jackson Richardson Regie.

Medaillen:

  • Frankreich
  • Schweden
  • Jugoslawien

Bester Spieler:

  • Stefan Lövgren (Schweden)

Torschützenkönig:

  • Eduard Kokscharow (Russland) 61 Tore
  • ...
  • Markus Baur (Deutschland) 43

2003, WM in Portugal

Deutschland erreicht erstmals seit 1978 wieder das Finale einer Weltmeisterschaft. Im Halbfinale wird Titelverteidiger Frankreich mit 23:22 niedergebissen, und das, obwohl Volker Zerbe und Toptorjäger Stefan Kretzschmar schon früh mit Verletzungen ausscheiden und Frankreich im zweiten Durchgang zwischenzeitlich 16:12 führt. Ein nicht weniger irrsinniges Spiel liefert Außenseiter Kroatien ab, der Spanien nach zweifacher Verlängerung 39:37 niederringt. Im Finale ist Deutschland ohne Kretzsche und Zebu zwar in der Lage, das Spiel lange offen zu halten und im zweiten Durchgang aus einem 25:29 ein 29:29 zu machen, doch reicht es am Ende nicht ganz. 34:31 gewinnen die Kroaten, die vor dem Turnier niemand auf der Rechnung hatte, die aber seit diesem Tag zur absoluten Weltspitze zählen. Gleichzeitig markiert die WM in Portugal das Ende der großen Schweden. Der Rekordwelt- und Europameister wird nur 13. und verpasst damit die Quali für Olympia in Athen 2004.

Medaillen:

  • Kroatien
  • Deutschland
  • Frankreich

Bester Spieler:

  • Ivano Balic (Kroatien)

Torschützenkönig:

  • Carlos Perez (Ungarn) 64 Tore
  • ...
  • Markus Baur (Deutschland) 50
  • ...
  • Stefan Kretzschmar (Deutschland) 48
  • Florian Kehrmann (Deutschland) 48

2005, WM in Tunesien

Heiner Brand ist nach den Olympischen Spielen in Athen, wo Deutschland im Finale Kroatien unterlag, zum großen Umbau gezwungen. Leistungsträger wie Stefan Kretzschmar oder Christian Schwarzer haben sich aus der Nationalmannschaft zurückgezogen, andere wie Daniel Stephan, Markus Baur und Henning Fritz müssen verletzt passen. Im Auftaktspiel gegen Ägypten zieht sich dann auch noch Pascal Hens einen Muskelfaserriss zu. Für ihn ist das Turnier beendet. Am Ende reicht es nach Niederlagen in Serie gegen Serbien und Montenegro, Kroatien und Spanien nur zum neunten Platz. Spanien und Olympiasieger und Titelverteidiger Kroatien treffen im Finale aufeinander, in dem Spanien mit einer mitreißenden ersten Halbzeit (21:13) den Grundstein für seinen ersten großen Titel überhaupt legt. Am Ende heißt es im torreichsten WM-Finale aller Zeiten 40:34 für die Iberer.

Medaillen:

  • Spanien
  • Kroatien
  • Frankreich

Bester Spieler:

  • Ivano Balic (Deutschland)

Torschützenkönig:

  • Wissem Hmam (Tunesien) 81 Tore
  • ...
  • Florian Kehrmann (Deutschland) 47

2007, WM in Deutschland

Ob einem die Begriffe Sommermärchen, Wintermärchen oder was auch immer nun zum Halse heraushängen oder nicht, sei jedem selbst überlassen, fest steht allerdings: Das Turnier 2007 führt den Handball in eine neue Dimension. Bis zu 20 Millionen TV-Zuschauer beim Finale und eine nicht für möglich gehaltene Begeisterung in und um die Hallen oder beim Public Viewing verleihen der Veranstaltung einen Glanz, der nur noch von der Dramatik der Spiele der deutschen Mannschaft überstrahlt wird. Ein dramatischer Sieg über Frankreich in der Hauptrunde, ein Krimi gegen Spanien im Viertelfinale, das Wiedersehen mit den Franzosen im Halbfinale mit zweifacher Verlängerung und einem überirdischen Henning Fritz, der Bälle selbst mit den Ohren abwehrt. Vergleichsweise souverän gewinnt das DHB-Team dann das Finale gegen das Überraschungsteam aus Polen und das Handball-Wunder ist perfekt. Der Rest ist Konfetti, Schampus, Bier und selbstgebastelte Heiner-Brand-Schnäuzer...

Medaillen:

  • Deutschland
  • Polen
  • Dänemark

Bester Spieler:

  • Ivano Balic (Kroatien)

Torschützenkönig:

  • Gudjon Valur Sigurdsson (Island) 66
  • ...
  • Pascal Hens (Deutschland) 47

WM 2009 in Kroatien: Gruppen, Ergebnisse, Tabellen

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