Donnerstag, 25.09.2008

Handball

Brand streicht WM-Quartett aus dem Kader

Rund einen Monat nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei den Olympischen Spielen in Peking hat Bundestrainer Heiner Brand den erwarteten Umbruch eingeleitet.

Handball, Heiner Brand
© dpa

Für den ersten Lehrgang vor der am 29. Oktober in Wetzlar mit dem Spiel gegen Bulgarien beginnenden EM-Qualifikation verzichtete Brand auf die Nominierung der langjährigen Leistungsträger Henning Fritz, Florian Kehrmann und Andrej Klimovets.

Auch der Kieler Christian Zeitz fehlt verletzungsbedingt im 18 Spieler umfassenden Kader, hätte aber auch sonst keine Berücksichtigung gefunden.

Blick auf 2012 gerichtet

"Wir müssen jetzt sehen, dass wir junge Spieler in die Verantwortung nehmen und ihnen Spielpraxis geben", sagte Brand bei einem Sponsorentermin in Offenbach. Der Nationalcoach nimmt nach dem Olympia-Desaster bereits die Spiele 2012 in London ins Visier, ohne dabei die kommenden Aufgaben wie die Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien aus den Augen zu verlieren.

"Gerade mit Blick auf 2012 dürfen aber wir nicht nur kurzfristig, sondern müssen auch mittelfristig denken", meinte der 56-Jährige.

Der Umbruch ist für den Bundestrainer unumgänglich. "Das bedeutet aber nicht, dass ich bei den kommenden Turnieren nicht erfolgreich abschneiden will", meinte Brand, der sich vor den nächsten Pflichtaufgaben zunächst noch in den Kurzurlaub zurückzieht.

Personalplanung im Urlaub

Doch auch während der freien Tage wird er an seinem Personalpuzzle basteln. "Das ist schon mit meinem Amtsantritt 1997 zu vergleichen. Ich freue mich auf die neue Aufgabe", sagte Brand.

Beim Lehrgang vom 12. bis zum 15. Oktober in der Sportschule Kaiserau muss Brand neben den gestrichenen Routiniers auf die parallel in der Champions League beschäftigten Spieler aus Kiel, Hamburg, Flensburg und von den Rhein-Neckar Löwen verzichten.

Brand setzt auf Junioren

Auch deshalb schenkt er gleich sieben Akteuren das Vertrauen, die mit den Juniorenteams 2004 und 2006 Europameister wurden. Auch in den beiden Qualifikations-Spielen gegen Bulgarien und vier Tage später in Slowenien wird der Bundestrainer auf diese Akteure bauen. "Wir werden sicher nicht beim ersten Rückschlag sofort wieder auf die Alten zurückgreifen. Das macht keinen Sinn", sagte Brand.

Sein Peking-Team verteidigte der Coach auch einen Monat nach Ende der Spiele. "Wenn man als Weltmeister zu Olympia fährt, kann man davor keinen Umbruch machen. Die Leute hätten mir den Kopf abgerissen, wenn ich den Schnitt schon vor Peking gemacht hätte."

Das Aufgebot für den Lehrgang vom 12. bis 15. Oktober in der Sportschule Kaiserau:

Carsten Lichtlein (TBV Lemgo), Silvio Heinevetter (SC Magdeburg), Nikolaos Katsigiannis (HSG Nordhorn); Yves Grafenhorst (SC Magdeburg), Andreas Kunz (TV Großwallstadt), Lars Kaufmann (TBV Lemgo), Sven-Sören Christophersen (HSG Wetzlar), Stefan Kneer (TV Großwallstadt), Michael Kraus (TBV Lemgo), Martin Strobel (TBV Lemgo), Holger Glandorf (HSG Nordhorn), Michael Müller (TV Großwallstadt), Andreas Rojewski (SC Magdeburg), Christian Sprenger (SC Magdeburg), Michael Spatz (TV Großwallstadt), Sebastian Preiß (TBV Lemgo), Christoph Theuerkauf (SC Magdeburg), Jens Tiedtke (TV Großwallstadt)


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