Montag, 01.09.2008

HBL Saisoncheck, Teil 3

Der Kampf ums Überleben

Wer bleibt erstklassig? Wer muss den schweren Gang in Liga zwei antreten? Der dritte Teil des SPOX-Rankings wirft einen Blick auf die untere Tabellenregion.

Haaß, Minden, Bundesliga, Handball
© Imago

HSG Wetzlar

Einblick: Stark angefangen, stark nachgelassen. Die Saison der HSG war eine einzige Berg- und Talfahrt. Ein Positives hatte diese aber, der Klassenerhalt war frühzeitig gesichert. Um in der neuen Runde länger auf einem konstanten Niveau zu spielen, wurde viel investiert. Allen voran für Sven-Sören Christophersen. Der deutsche Nationalspieler soll für die nötigen Tore aus dem linken Rückraum sorgen. Eigentlich gemeinsam mit Mittelmann Chen Pomeranz. Doch der Torschützenkönig der Schweizer Liga fehlt der HSG zunächst auf Grund eines Kreuzbandrisses.

Spieler im Fokus: "Smöre" Christophersen. Auf dem Rückraumschützen lasten zwar die ganzen Hoffnungen für die neue Saison, aber mit Leistungen wie im Spiel gegen den TV Großwallstadt, als er 18 Treffer markierte, hat er gezeigt, dass er Spiele entscheiden kann.

Prognose: Das Konzept der HSG, zum größten Teil auf deutsche Spieler zu setzen, hat sich in der Vergangenheit bereits ausgezahlt. Im kommenden Jahr wird aber viel von der schnellen Genesung von Chen Pomeranz abhängen. Die HSG muss bis zum Ende kämpfen.

GWD Minden

Einblick: Was war das für ein Herzschlagfinale! Erst am letzten Spieltag in Flensburg konnte Minden den Verbleib im Oberhaus sicherstellen. Nicht zuletzt ein Verdienst von Trainer Richard Ratka, der einen eigentlich viel zu kleinen Kader bis zum Schluss auf das Ziel einschwören konnte. Zu Beginn dieser Saison musste Minden allerdings schon einen herben Verlust hinnehmen. Frank von Behren, ehemaliger Kapitän der Nationalmannschaft, hat aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beendet. 14 Jahre Profi-Handball haben ihre Spuren hinterlassen. Ersetzen soll ihn Islands Olympia-Starter Ingimundur Ingimundarson, der wie Von Behren seine Stärken in der Defensive hat.

Spieler im Fokus: Michael Haaß. Schon zur Halbzeit der letzten Runde wechselte der Mittelmann nach Minden und soll künftig im Angriffsspiel die Fäden ziehen. Ausgestattet mit viel Übersicht und großem Spielverständnis, kann der Peking-Fahrer zu einem ganz wichtigen Faktor im Abstiegskampf werden.

Prognose: Stichwort Abstiegskampf. Auch wenn GWD seinen Kader in der Breite verstärken konnte, müssen sie bis zum Schluss zittern.

HBW Balingen-Weilstetten

Einblick: Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist das schwierigste. Dass weiß auch Coach Rolf Brack und startete mit seinem Team deutlich früher als die Konkurrenz in die Vorbereitung. Die Abgänge von Martin Strobel und Rückraum-Ass Stefan Kneer wiegen jedoch schwer. Adäquater Ersatz konnte nicht gefunden werden. Im linken Rückraum klafft trotz der Verpflichtungen von Balomenos und Müller eine Lücke.

Spieler im Fokus: Robert Weber. Der Rechtsaußen der österreichischen Nationalmannschaft ist bereits der Gewinner der Vorbereitung und wird auch in der Bundesliga seine Klasse unter Beweis stellen.

Prognose: Es wird das verflixte dritte Jahr in Balingen. Trotz ausreichender Vorbereitung sind die Chancen der HBW auf den Klassenerhalt eher gering. Besonders in der Defensive fehlt es dem Team an Klasse.

TUSEM Essen

Einblick: Mark Schmetz nach Lemgo, Mark Dragunski in die Geschäftsstelle. Essen verliert zur neuen Saison gleich zwei eminent wichtige Spieler - auf dem Feld und auch als Typen innerhalb der Mannschaft. Der schwere Gang durch die Relegation machte der Planung der Klub-Oberen einen Strich durch die Rechnung. Es fehlte die Planungssicherheit. Besonders im Rückraum gibt es noch Handlungsbedarf, auf rechts steht Klesniks allein auf weiter Flur.

Spieler im Fokus: Andrej Siniak. Der Mittelmann soll die weitgehend junge und unerfahrene Truppe führen. Fraglich bleibt, ob der Körper des 36-Jährigen die Strapazen im Abstiegskampf mitmacht.

Prognose: Für TUSEM Essen wird es in diesem Jahr verflixt eng. Der Kader ist zu dünn besetzt und für die stärkste Liga der Welt fehlt es an Qualität.

TSV Dormagen

Einblick: Mit einem Mini-Etat von rund einer Millionen Euro gibt Dormagen sein Comeback in Deutschlands Eliteliga. Das Konzept von Kai Wandschneider sieht vor allem junge deutsche Spieler vor. Was die junge Truppe im Haifischbecken Bundesliga im Stande ist zu leisten, wird sich noch zeigen.

Spieler im Fokus: Michiel Lochtenberg. Der niederländische Linksaußen hat in der vergangenen Saison bereits gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. In einem recht unerfahrenen Team ist er die herausragende Spielerpersönlichkeit.

Prognose: Der TSV Dormagen muss den schweren Gang in Liga zwei antreten. Ohne die großen Individualisten wird auch eine geschlossene Mannschaftsleistung in der Bundesliga nicht helfen können.

Stralsunder HV

Einblick: In Stralsund ging es in den letzten Monaten drunter und drüber. Erst wurde im März ein Etat-Loch von knapp 200.000 Euro entdeckt, dann verließ auch noch Trainer Holger Schneider das sinkende Schiff. Für ihn übernahm wie schon 2003/2004 Zdenek Vanek. Das Ziel: Überleben. Insgesamt fehlt es aber immer noch an Spielern. 17 Mann sind für die Bundesliga zu wenig.

Spieler im Fokus: Ivan Nicevic. Der Torschützenkönig der zweiten Liga Nord könnte zu einem ganz wichtigen Mosaikstückchen werden. Wie leicht dem Rechtsaußen die Umstellung auf Liga eins von der Hand geht, wird man sehen.

Prognose: Es ist einfach zu viel vorgefallen beim Stralsunder HV, das hat auch bei der Mannschaft Spuren hinterlassen. Zudem verfügen grade einmal zwei Spieler über Bundesliga- Erfahrung. Zu wenig, für Stralsund geht es runter in die zweite Liga.

Hier geht's zu Teil 1: Die Meisterschafts-Favoriten

Hier geht's zu Teil 2: Das Mittelfeld der Liga 

Thomas Ziemann

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