Donnerstag, 29.05.2008

Handball

Deutschland hofft auf Olympia-Gold

Stuttgart - Weltmeister Deutschland traut sich bei den Olympischen Spielen im August den Gewinn der Goldmedaille zu. "Wir haben Großes vor", sagte Nationaltrainer Heiner Brand in Stuttgart.

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© Getty

"Wenn es optimal läuft, können wir jeden schlagen. Wir haben mit Sicherheit keine Angst, aber Respekt." Als schärfste Konkurrenten stufte er Frankreich, Europameister Dänemark, Kroatien, Spanien und Vize-Weltmeister Polen ein.

Sein Team habe gegenüber den Mitfavoriten "bei den individuellen Stärken einige Nachteile". Diese will Brand bei der am 9. Juni beginnenden Vorbereitungsphase auf Peking wettmachen.

Schwarzer steht bereit 

Mit drei Lehrgängen startet der Deutsche Handballbund (DHB) nach dreiwöchiger Pause das "Projekt Gold". Brand hat dafür einen 21 Spieler starken Kader nominiert. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass daraus das Olympia-Aufgebot kommt", sagte der 55 Jahre alte Erfolgscoach.

Es sei aber auch denkbar, dass aus dem größeren Kreis von 50 Kandidaten noch einer zum Team stoße. Angesprochen auf Christian Schwarzer sagte Brand, der Kreisläufer von den Rhein-Neckar Löwen stehe "für den Ausnahmefall" zur Verfügung: "Ich hätte keine Bedenken, ihn im Fall eines Problems zu bringen."

Routinier Schwarzer war schon einmal bei der WM 2007 im eigenen Land eingesprungen und hatte mit zum vom Titelgewinn gekrönten "Wintermärchen" beigetragen.

Baur fällt aus

Definitiv fehlen wird Markus Baur. "Das tut sehr weh, er war der Kopf der Mannschaft und das Bindeglied zu mir", bedauerte Brand ausdrücklich diesen schwerwiegenden Ausfall. "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihn nicht zur EM mitgenommen."

Baur, inzwischen Trainer des TBV Lemgo, verzichtete auf Druck seines Vereins. Brand hofft, dass etablierte Spieler wie Torhüter Henning Fritz (Rhein- Neckar Löwen), Florian Kehrmann (TBV Lemgo) oder auch Pascal Hens (HSV Hamburg) die Führungsrolle übernehmen können.

Auf dem Feld soll Oliver Köhrmann (Wilhelmshavener HV) eine Alternative zu Baur sein.

Brand hadert mit IHF 

Ob der frühere Göppinger Michael Kraus (TBV Lemgo), der nach der EM eine Denkpause verordnet bekommen hatte, eine Führungsposition übernehmen könne, müsse man sehen, meinte Brand.

Der krebskranke Oleg Velyky (Rhein-Neckar Löwen) wird wohl ausfallen. "Vielleicht ergibt sich da noch ein Wunder", sagte der Bundestrainer.

Brand bezeichnete es als "eigentlich skandalös", dass für Peking nur 14 Spieler nominiert werden dürfen. Beim Fußball zählten auch nicht nur elf Profis zum Kader.

Keine Planungssicherheit

Deutschland und andere Verbände hätten Eingaben beim Internationalen Handballverband (IHF) und Olympischen Komitees gemacht und hofften, dass sich da noch etwas bewegen lasse. 

"Normal wäre es, wenn man bei so einem Turnier mit 16 Spielern antreten dürfe", sagte er. Wegen dieser Unsicherheiten könne er auch noch nichts Konkretes zu Personalien sagen.

Nach den Lehrgängen mit mehreren Länderspielen kann Brand die Spreu vom Weizen trennen. Unter anderem trifft Deutschland am 19. und 20. Juli in Mannheim bzw. Stuttgart auf Schweden.


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