Trotz Barcelona keine Tabletten

SID
Freitag, 04.04.2008 | 13:07 Uhr
Bundesliga-Spitzenreiter THW Kiel muss zwei Wochen auf Kapitän Stefan Lövgren verzichten
© Getty
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Hamburg - Im deutsch-spanischen Europapokal-Quartett wollen die Bundesliga-Asse den ersten Stich machen. Beflügelt vom nationalen Pokalgewinn blickt Titelverteidiger THW Kiel dem Klassiker gegen den siebenmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona mit Zuversicht entgegen.

"Wir haben ein riesiges Selbstvertrauen", sagte THW-Kapitän Stefan Lövgren (im Bild) vor dem Halbfinal-Hinspiel. Auch die Handballer des HSV Hamburg rechnen sich gegen den favorisierten Spitzenklub Ciudad Real Chancen aus.

"Keine Mannschaft ist unschlagbar - auch nicht im Halbfinale der Champions League", sagte Weltmeister Pascal Hens.

Lövgren im Blickpunkt

Im Blickpunkt steht jedoch eindeutig der Schlager zwischen Kiel und Barcelona - und da besonders der 37 Jahre alte Lövgren. Als einziger Kieler war der Schwede bei den drei Champions-League-Pleiten - jeweils nach Kieler Hinspiel-Heimsiegen - gegen den 17-maligen spanischen Meister dabei.

"Die Niederlage im Finale 2000 war einer der bittersten Momente für mich", sagte der Routinier den "Kieler Nachrichten". Von einer Revanche will Lövgren aber nichts wissen - zumal der THW Barca selbst einmal das Nachsehen gab: 2002 setzte sich der deutsche Rekordmeister im EHF-Pokalfinale durch.

Und anders als in den Vorjahren gehen diesmal nicht die Katalanen als Favorit in das Prestige-Duell. Auch wenn Lövgren Barcelona als "Mythos, eine Legende" rühmt, müssen sich die Norddeutschen nicht verstecken. Immerhin strebt der THW die Triple-Verteidigung in Champions League, Bundesliga und nationalem Pokal an.

Deutsches Finale möglich

Das gelang bislang nur einem Klub - dem FC Barcelona (1997 und 1998). Kiels Erfolgscoach Zvonimir Serdarusic bereitet sein Star-Ensemble um Lövgren und Nikola Karabatic in aller Gelassenheit auf das fünfte Aufeinandertreffen mit den Spaniern vor: "Ich schmeiß' keine Tabletten ein, nur weil Barcelona kommt."

Sollten die Kieler gegen den Erzrivalen die Oberhand behalten, könnten sie es im Endspiel erneut mit den Hamburgern zu tun bekommen. "Ich traue dem HSV den Sieg zu", schätzte Serdarusic dessen Chancen gegen Ciudad Real ein. Eine Woche nach dem verlorenen DHB-Pokalfinale gegen Kiel wollen die Hanseaten unbedingt im Rennen um einen Titel bleiben.

"Glaubt mir, wir können sie kriegen", appellierte HSV-Trainer Martin Schwalb, der auf den Einsatz der angeschlagenen Torsten Jansen, Bertrand Gille und Stefan Schröder hofft.

Hamburgs Geschäftsführer Christian Fitzek sieht den Bundesliga-Dritten angesichts der Personalmisere in der Außenseiterrolle: "Ciudad Real darf gegenwärtig als die nominell beste Mannschaft der Welt gelten."

Zumindest die Kieler dürften mit dieser Einschätzung nicht einverstanden sein - und sie gegen Barcelona widerlegen wollen.

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