Sonntag, 27.04.2008

Kiel quält sich auf eins

Sekunden vor der Blamage

Hannover - Der THW Kiel hat eine böse Überraschung in letzter Sekunde abgewendet und den 14. deutschen Meister-Titel weiter im Visier. Verfolger SG Flensburg-Handewitt muss hingegen weiter auf einen Ausrutscher der Kieler hoffen.

Szilagy, Kiel, Handball
© Imago

Mit seinem dritten Treffer rettete der Österreicher Viktor Szilagyi dem Titelverteidiger mit der Schlusssirene einen schmeichelhaften 27:26-Erfolg bei den Füchsen Berlin und verhinderte so die drohende Blamage.

In der 52. Minute hatte der Champions-League-Gewinner noch mit 21:24 zurückgelegen. Durch den erfolgreichen Kraftakt feierte Kiel den 27. Sieg und kann als neuer Tabellenführer drei Spieltage vor Saisonende die erneute Meisterfeier planen.

Flensburg bleibt dran

Der Tabellenzweite SG Flensburg-Handewitt hatte seine Ambitionen auf den zweiten Titelgewinn nach 2004 ausgerechnet mit einem klaren Sieg bei Angstgegner TV Großwallstadt genährt.

Nach dem 33:27 übernahm der Vorjahres-Dritte mit 54:8-Punkten vorübergehend die Tabellenführung, die er am Sonntag wieder abgeben musste.

Champions League-Qualifikation rückt näher

Dritter ist der HSV Hamburg, der beim TBV Lemgo nicht über ein 29:29 hinausgekommen war und einen unerwarteten Punktverlust erlitten hatte. In dem Spiel feierte Nationalspieler Torsten Jansen nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback.

"Das Unentschieden hilft uns weiter. Wenn wir am Mittwoch gegen die Füchse Berlin gewinnen, sind wir für die Champions League qualifiziert", sagte Hamburgs Trainer Martin Schwalb. Kiel und Flensburg hatten sich ihren Platz in der Königsklasse zuvor bereits gesichert.

Löwen siegen gegen TuSEM

Im Kampf um den eventuellen vierten Champions-League-Platz für Deutschland gaben sich die beiden Europacup-Finalisten Rhein-Neckar Löwen und die HSG Nordhorn keine Blöße.

Dank zehn Treffern von Nationalspieler Holger Glandorf besiegte Nordhorn TuSEM Essen mit 28:23, die Löwen behaupteten den vierten Rang mit einem 27:24 beim TuS N-Lübbecke, wobei sich Gregorz Tkaczyk vor 2500 Zuschauern als achtfacher Torschütze auf Seiten der Gäste hervortat.

"Ich habe schon lange kein so hektisches Spiel mehr erlebt. Diese Hektik hat für zwei Begegnungen gereicht", sagte Trainer Juri Schewtsow, dessen Mannschaft nunmehr eine stolze Serie von 19:1- Punkten aufzuweisen hat.

"Endlich, seit vier Jahren haben wir hier nicht gewonnen. Jetzt haben wir es geschafft. Es ist schwer hier zu spielen. Fragen Sie mich aber nicht, warum", sagte Flensburg-Coach Kent-Harry Andersson. Pikant: Im Jahr des letzten Erfolges beim TV Großwallstadt wurde Flensburg erstmals Meister.

Chancen sind gering, Kiel abzufangen

Die Hoffnung der Flensburger auf einen schnellen Patzer des scheinbar übermächtigen Nordrivalen Kiel erfüllte sich vorerst nicht.

"Der Sieg hier gibt uns Mut für die kommenden Auswärtsspiele in Magdeburg und Mannheim. Wenn wir am Ende acht Minuspunkte auf dem Konto haben, bin ich sehr stolz. Und wenn Kiel nur sieben hat, ziehen wir den Hut", sagte der sportliche Leiter Anders Dahl-Nielsen.

Alexander Petersson sieht die Chancen für sein Team gering. "Kiel hat noch schwere Champions League-Spiele und kann auch noch Punkte verlieren. Aber ich schätze unsere Chancen auf maximal 20 Prozent", sagte der Isländer.


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