Handball

Nach Urteil: DHB-Team nicht gegen Südkorea

SID
Freitag, 21.03.2008 | 18:59 Uhr
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Lausanne - Nach einem Tag voller Telefonate und Gespräche stehen die Gegner der deutschen Frauen bei der Olympia-Qualifikation in Leipzig fest.

Wie Ulrich Strombach, der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), auf dpa-Anfrage erklärte, hat der Weltverband IHF nun offiziell die Zusammensetzung der drei Frauen-Qualifikationsturniere beschlossen.

Nach dieser endgültigen IHF-Entscheidung treffen die deutschen Frauen vom 28. bis 30. März in Leipzig auf Schweden, Kroatien und Kuba statt wie ursprünglich geplant auf Spanien, Schweden und Kuba.

CAS stiftet Verwirrung

Die Verwirrung über die Zusammensetzung der drei Turniere war durch das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS vom 20. März entstanden.

Der CAS hatte entschieden, dass die Annullierung des asiatischen Frauen-Qualifikationsturniers vom August 2007 in Alma Ata durch die IHF nicht rechtmäßig gewesen sei.

Durch das CAS-Urteil, gegen das kein Einspruch möglich ist, hat sich nun wieder Kasachstan direkt für Peking qualifiziert. Südkorea, das die nun annullierte Wiederholung der Asien-Qualifikation gewonnen hatte, musste kurzfristig in die drei Ausscheidungsturniere integriert werden und spielt nach der Entscheidung der IHF nun beim Turnier in Nimes (Frankreich) gegen die Gastgeber, Japan und Kongo.

Männer-Turnier wird wiederholt

Zudem hatte der CAS entschieden, dass aufgrund der vorgelegten Video-Beweise das Männer-Turnier in Kuwait wegen Manipulationen zurecht wiederholt wurde.

Die Telefondrähte glühten zwischen dem IHF-Sitz Basel und Gummersbach, wo Strombach wohnt. Zunächst hieß es, dass Deutschland "aus kurzfristigen logistischen Gründen" auf den zweimaligen Olympiasieger Südkorea treffen würde - was nicht den IHF-Regularien für die Qualifikationsturniere entsprochen hätte.

 "Dagegen haben wir uns entschieden zu Wehr gesetzt und interveniert - und es hat sich gelohnt. Es kann nicht sein, dass ein Regelverstoß der IHF, den das CAS-Urteil belegt, durch einen anderen Regelverstoß behoben werden soll", sagte Strombach, der allerdings noch auf die schriftliche Mitteilung aus Basel wartete.

"So hat nicht nur unsere Mannschaft eine bessere Ausgangsposition, sondern die Statuten werden auch eingehalten. Die IHF hat sich unseren Argumenten geöffnet", sagte Strombach.

"Wird ein anspruchsvolles Turnier"

In einer ersten Stellungnahme sagte Frauen-Bundestrainer Armin Emrich: "Es wird ein sehr anspruchsvolles Turnier, und Kroatien hat zuletzt eine starke WM gespielt, weswegen wir gewarnt sind. Aber wir werden alles geben, um mit dem Publikum im Rücken unseren Olympia-Traum zu verwirklichen."

Bei den drei Turnieren in Leipzig, Nimes und Bukarest (Rumänien) qualifizieren sich jeweils die besten beiden Mannschaften für die Olympischen Spiele von Peking.

Geklagt vor dem CAS hatte der asiatische Handballverband AHF, der grundsätzlich recht bekam, dass die Vorgehensweise der IHF, die asiatischen Qualifikations-Turniere zu annullieren und neu anzusetzen, nicht korrekt und "gegen die eigenen Statuten des Weltverbands" war.

Das IHF Council hatte am 18. und 19. Dezember 2007 entschieden, dass beide Turniere wegen Manipulation wiederholt werden müssten.

Während vom Männer-Turnier in Kuwait reichhaltiges Videomaterial vorlag, das vom CAS auch anerkannt wurde, hatten die kasachischen Behörden es selbst den Mannschaften untersagt, die Spiele auf Video festzuhalten. Deswegen konnte auch kein belastendes Material beim CAS vorgelegt werden.

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