Montag, 21.01.2008

Handball

Markus Baur mit Mammutaufgabe bei EM

Trondheim - Die Gratwanderung nach Peking beginnt für Markus Baur mit einer Mammutaufgabe bei der Europameisterschaft. Zwischen der 22:30-Lektion gegen Spanien und dem Hauptrunden-Auftakt gegen Island müssen der Kapitän und seine Kollegen ihre Leidenschaft wieder finden.

"Wir müssen den Spirit in die Mannschaft zurückholen", forderte der Stratege und leistete am Montag auf dem Weg aus dem verregneten Bergen ins verschneite Trondheim mentale Schwerarbeit. "Es ist nichts passiert. Wenn wir dreimal gewinnen, sind wir im Halbfinale. Wir werden morgen eine andere Mannschaft sehen."

Dass gerade sein Geburtstag, der sich am 22. Januar zum 37. Mal jährt, nicht gerade ein Siegertag für die Nationalmannschaft ist, will er nicht gelten lassen. Bei der EM 2000 (20:21 gegen Kroatien), der EM 2004 (26:28 gegen Serbien-Montenegro) und der WM im Vorjahr (25:27 gegen Polen) setzte es jeweils eine Niederlage.

Doch folgte dann außer 2000 jeweils der Titelgewinn. "Ich wünsche mir, dass wir an unsere Stärken glauben und diese umsetzen. Dann gewinnen wir", sagte Baur.

Keine Krise

Dabei steht der Jubilar selbst in der Pflicht. "Seine Aufgabe als Kapitän ist immer die gleiche: Er ist in seiner spielführenden Rolle auf dem Feld gefordert", erklärte Bundestrainer Heiner Brand, der trotz der desolaten Vorstellung gegen Spanien von einer Krise nichts wissen wollte.

"Wir haben keine Krisenzeit, wir haben nur ein Spiel verloren", betonte er und erinnerte an die EM 2006: "Da haben die Franzosen auch hoch gegen Spanien verloren und sind Europameister geworden."

Titelverteidiger Frankreich ist nach Island am 23. Januar zweiter Gegner in der Hauptrunde. Am 24. Januar folgt dann das Traditionsduell mit Schweden. "Alle, die jetzt kommen, sind dicke Brocken", urteilte Baur, der vor einigen Tagen wegen der Geburt seines Sohnes Kimi nach Hause geflogen war und ein paar Stunden mit Frau Marion sowie den Kindern Mika und Chiara verbracht hatte. "Das war eine super Sache, dass das geklappt hat."

Kopf, Kapitän, Spielgestalter

Der Team-Senior nimmt inzwischen eine Sonderstellung ein. Mit 223 Einsätzen hat Baur trotz eininhalbjähriger Auswahlpause wegen Verletzungen die meisten Länderspiele. "Kopf, Kapitän, Spielgestalter", beschrieb Brand knapp die Rolle seiner so genannten rechten Hand. "Mittelmann, Spielmacher, Kapitän", nannte Baur sich selbst.

Seit Brands Amtsantritt 1997 sind beide ein zusammen gewachsenes Gespann - und wollen es auch bis zu den Olympischen Spielen in Peking bleiben. Dafür räumt der Bundestrainer dem Lemgoer ungewöhnliche Freiheiten ein, indem er ihm einen Platz im Olympia-Team offen hält.

Fokus bis Peking

Denn seit dem 1. Januar gibt es den Handball-Spieler Markus Baur nicht mehr, sondern nur noch den Trainer Markus Baur, der den TBV Lemgo in die europäische Spitze zurückführen soll.

"Das ist eine Gratwanderung, weil Markus ab der EM nicht mehr aktiv ins Spielgeschehen eingreift und bis zur Olympia-Vorbereitung dreieinhalb Monate nicht gespielt hat", bekannte Brand. Eine solche Situation hat es im Spitzen-Handball noch nicht gegeben. "Voraussetzung ist absolute Fitness. Da ist er Profi und ich bin Profi. Aber ich habe das Vertrauen, dass er das schafft", sagte der Bundestrainer. Baur will dies bestätigen. "Ich habe den Fokus bis Peking gesetzt."


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