Handball

20.000 Dänen empfangen ihre Handball-Helden

SID
Montag, 28.01.2008 | 22:18 Uhr
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Kopenhagen - Königlicher Empfang für Dänemarks Handball-Helden: Einen Tag nach dem 24:20-Sieg im EM-Finale gegen Kroatien bejubelten knapp 20.000 Fans mit Kronprinz Frederik an der Spitze die frisch gebackenen Europameister bei ihrer Heimkehr vor dem Kopenhagener Rathaus.

Die Begeisterung am Montagabend weckte trotz Nieselregen und Kälte heiße Erinnerungen an den Jubel von 100.000 an gleicher Stelle 1992, als das kleine Dänemark den großen Nachbarn Deutschland besiegt hatte und Fußball-Europameister geworden war.

"Es ist zum Heulen", schrieb die Zeitung "B.T" über den dänischen Handball-Erfolg - und meinte natürlich Freudentränen. Schon lange nicht mehr hat ein sportlicher Erfolg die Skandinavier so in seinen Bann geschlagen wie der erste Finalsieg ihrer Herren bei einem großen Turnier. "Baut Ulrik ein Denkmal", verlangte "Ekstra Bladet" als Ehrung für Erfolgstrainer Ulrik Wilbek. Die früher linksorientierte "Information" bemerkte, dass der alles entscheidende Siebenmeter von Lars Christiansen gegen die "deutschen Pomfritter" im Halbfinale die "Nationalstimmung einen Takt nach oben befördert hat".

Suche nach neuen Helden

Das war auch dringend überfällig. Zuletzt gab es ähnlichen Grund zum Jubel vor elf Jahren, als Radsport-Profi Bjarne Riis 1996 die Tour de France gewann. Riis ließ sich nach seinem Sieg aber nicht vom Rathaus-Balkon, sondern lieber im Vergnügungspark Tivoli gleich nebenan feiern, weil man da Eintritt nehmen konnte.

Doch Riis strahlt nach endlosen Doping-Affären auch im eigenen Land keinen Glanz mehr aus. Das einstige "Danish Dynamite" im Fußball zündet ebenfalls nicht mehr. Jedenfalls hat die Elf von Trainer Morten Olsen nicht nur die Qualifikation für das deutsche WM- "Sommermärchen" 2006, sondern auch zur bevorstehenden EM in der Schweiz und Österreich sang- und klanglos verpasst.

Da zudem die Handball-Damen nichts mehr gewinnen, kam die Europameisterschaft für die Herren genau zum rechten Zeitpunkt. Knapp zwei Millionen Dänen, 37 Prozent der Gesamtbevölkerung, fieberten vor dem Fernseher mit, als Wilbeks Mannen ihre letzten Kräfte nach acht Spielen in zehn Tagen mobilisierten. "Viele unserer Spieler brauchten am Ende eigentlich Gehhilfen", notierte "Ekstra Bladet". Und freute sich, dass durch den EM-Titel auch noch automatisch die Olympia- Qualifikation geschafft wurde: "Hoffentlich ist jetzt bald Peking- Zeit."

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