Golf

SPOX-Par-10 zum Masters-Triumph von Tiger Woods: Ganzkörper-Gänsehaut, Kaugummi und Michael Phelps!

Für immer unvergessen: Der Moment, als Tiger Woods Sohn Charlie im Arm hält.

Ein Kaugummi kauender Fashion-Guru namens Tiger Woods gewinnt elf Jahre nach seinem letzten Major-Sieg das Masters in Augusta und lässt die Erde beben. Das SPOX-Par-10 gönnt sich eine besondere Tiger-Edition. Mit dabei: der Sicherheitsbeamte, Charlie, Sam und Michael Phelps.

Tiger Woods: Der Typ ist aus besonderem Holz geschnitzt

Das Masters 2019 lieferte wieder so einige Geschichten. Wir denken an den epic fail des Zach Johnson beim Probeschwung. Wir denken an Phil Mickelsons legendäres Video, als er am Samstag die Magnolia Lane hinauf fuhr, versprach, "Bombs" rauszuhauen und dabei in absolut bester Phil-Manier noch Mr. Großzügigkeit Matt Kuchar disste. Wir denken an sage und schreibe drei 64er-Runden am Moving Day, an dem das Feld das vom Regen aufgeweichte Augusta auseinandernahm wie noch nie zuvor (insgesamt -80!). Wir denken an Rory McIlroy, der so viel meditieren und Bälle jonglieren kann, wie er will, aber den Karriere-Slam weiter nicht perfekt machen kann.

Oder wir denken an Jason Day, der angeschlagen ein bärenstarkes Turnier spielte, von seiner Frau gekonnt motiviert wurde ("Reiß dich zusammen, es ist das Masters!") und offenbarte, dass er jeden Morgen Luftballons aufbläst, um seinen Brustkorb wieder in die richtige Position zu bringen. Ernsthaft.

Aber heute soll es nur um Eldrick Tiger Woods gehen. Um den Typen, der doch eigentlich tot war. Körperlich, dazu kommen wir später, aber doch vor allem auch emotional. Das Unfassbarste am größten Sport-Comeback aller Zeiten ist der mentale Aspekt. Dass Woods nach allem, was er durchmachen musste, am Finaltag in Augusta wie der Woods von früher wirkte, ist mehr als beeindruckend.

Sein absolut überragender Zwei-Putt zum Par an der 9, vielleicht der kritischste Moment der Finalrunde, leitete eine grandiose Back Nine ein. Okay, bei den Abschlägen an der 11 und 13 hatte er das nötige Quäntchen Glück, aber insgesamt hat Woods den Driver seit Ewigkeiten nicht mehr so getroffen. Und die Eisenschläge waren göttlich, einer nach dem anderen.

"Er ist ein sehr selbstbewusster Typ, er dachte immer, dass dieser Tag wieder kommen würde", sagte Woods' Caddie Joe Lacava. Fun Fact: Lacava trug ein Saquon-Barkley-Jersey unter seinem Caddie-Overall. Mehr werden die New York Football Giants in den nächsten 20 Jahren nicht erreichen.

Ihr Kinder habt alle keine Ahnung!

Da standen sie am Clubhaus und empfingen Tiger Woods zur Gratulation, Justin Thomas, Brooks Koepka, Rickie Fowler, die neuen Superstars der Szene. Was sie sich wohl in diesem Moment gedacht haben? Was war ein Satz, den man während Woods' Abwesenheit von den Leaderboards dieser Welt von den ganzen neuen Stars der Szene so oft hörte? "Ich hätte es so gerne mit dem Tiger Woods aus seiner Blütezeit aufgenommen!" Woraufhin alle, die diese fragwürdige Freude tatsächlich hatten (fragt mal David Duval), sich immer dachten: "Ähm, nein, das hättet Ihr sicher nicht, Ihr Unwissenden!"

Jetzt haben sie zum ersten Mal bei einem Major einen Eindruck bekommen, wie es ist, gegen einen der größten Sportler in der Geschichte antreten zu müssen. Der Druck auf den zweiten Neun an einem Major-Sonntag ist grundsätzlich enorm, aber er erreicht eine neue Dimension, wenn ein gesunder Tiger Woods in Ausnahmeform neben dir steht.

Bernhard Langer hat es hautnah miterlebt, als Woods 1997 sein erstes Green Jacket gewann. Auch Langer wartete in seinem Grünen Jackett am Clubhaus, um Woods die Hand zu schütteln. Beinahe hätte ihn Tiger übersehen, ehe er nochmal kurz stoppte, um Langers Glückwünsche entgegenzunehmen. Jeder, der weiß, wie sehr Woods den Deutschen respektiert, weiß, wie viel Tiger auch die Worte von Langer bedeutet haben.

Der 61-Jährige spielte übrigens wieder mal ein sehr starkes Turnier, schaffte den Cut und lag lange unter Par, ehe er irgendwann an der Länge des Platzes scheiterte. Wenn du so viele Hölzer in die Grüns schlagen musst, macht es dich über vier Tage gesehen irgendwann mürbe. Nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert, wie Langer mit 61 noch Augusta spielt und am Ende gleichauf mit Jungs wie Alex Noren liegt. Hut ab, Bernhard!

Tiger Woods und der Sicherheitsbeamte

Die wildeste Szene der Woche ereignete sich schon am Freitag in Runde zwei. Woods hatte seinen Abschlag an der 14 so weit nach links gezimmert, dass es sehr nach Bogey roch. Aber Woods hatte Glück. Er sah die Gasse zum Grün und spielte einen fantastischen Punch Shot. Das Problem: Die Zuschauer, sorry, die Patrons, wollten alle sehen, wo der Ball landen würde, und setzten sich in Bewegung.

Das wiederum versetzte einen Sicherheitsbeamten, der Woods vor den nahenden Patrons schützen wollte, in Aufregung. Er beging eine der Kardinalsünden in Augusta ("Rennen ist auf der Anlage verboten, sonst mindestens Todesstrafe!"), sprintete los, rutschte aber im Matsch aus und grätsche Tiger beinahe um.

Kurzzeitig sah es so aus, als ob sich Woods am Knöchel oder am Knie verletzt haben könnte. Man stelle sich das einmal vor... der arme Sicherheitsbeamte hätte kein Auge mehr zugemacht... Aber es war nichts passiert. Woods lief aufs Grün und lochte seinen Birdie-Putt. Absoluter Wahnsinn.

Tiger Woods und der Stehkragen

Wir müssen jetzt mal kurz die wirklich wichtigen Faktoren bei Tigers Triumph beleuchten. Punkt Nummer eins: das Shirt. Bei seinem bis dato letzten Masters-Sieg 2005 hatte Woods mit seinem Outfit für Aufsehen gesorgt. Ein Shirt mit Stehkragen? Darf man das im Golf?

"Ich fand immer, dass es schick aussah damals", meinte Woods vor Turnierstart. Brooks Koepka und Justin Thomas erinnerten sich, dass sie als Kinder einige der Shirts im Schrank hatten. Jetzt brachte Woods die Shirts zurück (what a comeback!) und das Internet drehte durch. Eigentlich war da schon klar, dass Tiger das Ding gewinnen würde.

Es ist davon auszugehen, dass die Shirts nach seinem Sieg wieder ein Renner werden. Das Par-10 wird auf jeden Fall eines kaufen. "Der Stehkragen verleiht dir modernen Style", heißt es auf der Website. Okay, wir nehmen fünf.

Tiger Woods und der Kaugummi

Das Internet drehte nicht nur wegen Tigers Shirt durch. Da war ja auch noch der Kaugummi. Tiger kaut Kaugummi? Hä? Was soll das? Wann hat er das denn mal gemacht? Eine Recherche bei der Bild-Agentur bringt nur einen Treffer (Dubai Desert Classic 2006).

Was ist also des Rätsels Lösung? Finden wir sie in der Psychologie? Kaugummi kauen soll angeblich Stress reduzieren, fand Golf Digest investigativ heraus. Das Gehirn soll dadurch Wellen produzieren, die denen ähneln, die ein Gehirn einer glücklichen Person generiert. Das Blut soll besser fließen. Echt jetzt?

Am Ende war die Lösung doch einfacher. Woods: "Ich kaue darauf herum, weil ich immer hungrig werde. Es zügelt meinen Appetit ein wenig, deshalb mache ich es." Aha. Es ergibt aber insofern Sinn, da Tiger letztens offen erzählte, immer hungrig zu sein und pro Tag sieben Mahlzeiten zu sich zu nehmen, auch nachts, um sein Gewicht zu halten. Der Mann hat also echt ziemlich viel Hunger.

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