McIlroy vs. Reed - besser als Sex!

Team USA hat den Ryder Cup 2016 gewonnen
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5. Ryder-Cup-Legende Phil Mickelson: Niemand hatte mehr Druck als Mickelson. Er war es, der vor zwei Jahren in Gleaneagles Captain Tom Watson öffentlich angriff. Er war der Leader hinter der als Folge installierten Weltklasse-Task-Force. Er war der Leader im Team Room.

Er war es, der in Hazeltine auch nochmal Hal Sutton eine Ohrfeige verpasste, weil der ihn 2004 mit Tiger zusammenspielen ließ und ihm erst kurzfristig Bescheid gab. Fies! Dass er damals genau in der Woche sein Equipment wechselte, verschwieg Mickelson. Egal. Fakt ist: Er war der heimliche Captain in Hazeltine. Den Ryder Cup wieder zurückzugewinnen, war seine Mission.

Wie er sie am Ende erfolgreich meisterte, war zugegeben auch bockstark. In seinen ersten Matches zusammen mit Fowler spielte Mickelson noch katastrophal, aber am Ende der Woche machte er im Einzel 10 Birdies und lochte Downhill-Putts links und rechts, wie es atemberaubender nicht ging. Ob Sieg oder Niederlage, es war Mickelsons Ryder Cup. Jetzt hat er ihn gewonnen und verlässt Minnesota mit jetzt insgesamt 22 Karriere-Punkten, nur noch Billy Casper (23,5) und Arnold Palmer (23) sind vor ihm.

4. Phil vs. Sergio - wow! Es gab in der Geschichte bekanntlich schon viele denkwürdige Matches, wie etwa Mickelson vs. Rose 2012 oder Faldo vs. Strange 1995. Aber was uns Mickelson und Garcia da am Sonntag auf dem Weg zum geteilten Punkt boten, war vielleicht das beste Match aller Zeiten.

Die beiden spielten zusammen 19 Birdies, sie waren zusammen 18 unter Par und schossen im Best Ball eine 58! Da bist du am Ende neun unter Par und gewinnst das Match halt trotzdem nicht - irre. Es war eine unglaubliche Schlacht zweier Spieler, die den Ryder Cup lieben.

SPOX-Par-10 zur Open Championship: "BEEEEEEEEEEF!"

"Ich wurde in dieser Woche wahrscheinlich 300 Mal daran erinnert, dass ich kein Major gewonnen habe, aber ich liebe diese Momente. Ich liebe den Ryder Cup. Ich liebe es, für Europa zu spielen." Und dafür lieben wir dich, Sergio!

3. Liebeserklärung an Rory: Also für jemanden, der ganz am Anfang mal meinte, der Ryder Cup wäre nur eine Exhibition, gehst Du ganz schön ab, Rors! Zu beobachten, wie viel der Ryder Cup McIlroy bedeutet, war in dieser Woche definitiv eine der schönsten Geschichten. Es ging ja schon Freitagfrüh los, als McIlroy auf der Driving Range stand, als Justin Rose am 1. Tee angesagt wurde und sofort ein "Come on, Rosey!!!!" aus ihm herausschoss. Herrlich.

In der Folge sein genialer Eagle-Putt an der 16 mit anschließender Verbeugung. Rory wusste nach eigener Aussage schon vor dem Putt, wie er jubeln würde. Stark. Sein Kommentar: "Ich habe mich verbeugt und ihnen gesagt: 'Hey, Ihr seid herzlich zur Show eingeladen.'" Großes Kino.

Irgendwie hatte man das Gefühl, dass McIlroy gerade am Ende gegen Reed sogar so aufgepumpt war, dass er überdrehte, Energie einbüßte und so das Match verlor, das er unbedingt gewinnen wollte. Aber hey, das ändert nichts am Gesamteindruck. Wer nach dem Ryder Cup kein Rory-Fan ist, dem ist nicht zu helfen.

2. MVP? Patrick Reed! Lieber Patrick Reed, Du nervst. Weißt Du das? Du nervst sogar sehr! Es gibt keine zwei Meinungen: Der MVP des Ryder Cups 2016 heißt Patrick Reed. Der Typ hat sie ja nicht alle. Der Typ locht praktisch alles. Der Typ lebt für den Ryder Cup!

Reed ist so ein bisschen die US-Version von Ian Poulter. Eventuell wird er nie ein Major gewinnen, weil er die Ryder-Cup-Atmosphäre braucht, um sein absolut bestes Golf zu spielen. Reed trug einen, wenn man ehrlich ist, ziemlich schwachen Jordan Spieth auf seinen Schultern zu 2,5 Punkten in den Vierern. Der halbe Punkt am Samstagmorgen gegen Garcia/Cabrera Bello mag bei einem Ergebnis von 17:11 unbedeutend klingen, aber er war ganz entscheidend.

Reed/Spieth waren drauf und dran, das Match zu verlieren, nachdem sie bei noch 6 zu spielenden Löchern 4 up gewesen waren. Dass Reed den Par-Putt an der 18 lochte, war fürs Momentum unglaublich wichtig. Auch die Entscheidung von Vice Captain Woods, der für Reed/Spieth zuständig war, dass die beiden weiterspielen und keine Pause bekommen, war goldrichtig. Dass Reed vorher Tiger sagte, dass er sich bloß nicht trauen solle, ihn auf die Bank zu setzen, sagt viel über jemanden aus, der ohnehin ein bisschen was von Woods in sich hat.

Du konntest diesen Reed einfach nicht rausnehmen. Du musstest ihn auch am Sonntag ganz vorne rausschicken, weil er der Einzige war, der McIlroy schlagen konnte. Was sagte Reed zu seiner Frau Justine, als er Sonntagfrüh das Haus verließ. "Ich habe einen Job zu erledigen." Reeds Ryder-Cup-Bilanz steht nach zwei Teilnahmen jetzt bei 6-1-2. Mit dem Freak wird sich Europa noch für lange Zeit rumärgern müssen.

1. McIlroy vs. Reed - besser als Sex und so: Ich rede mit niemandem mehr ein Wort, der nicht gesehen hat, was da an der 8 abgegangen ist und der nicht sagt, dass das Geilste ist, was er jemals in seinem Leben gesehen hat.

Wann ist endlich 2018?????!!!!! P.S.: Habe davon geträumt, wie es ist, wenn McIlroy und Reed mal Captains sind.

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