Sonntag, 10.04.2016

US Masters 2016: Tag 3

Phänomenaler Langer mit Siegchance

Die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen, die Kollegen schüttelten ungläubig den Kopf - nur Bernhard Langer blieb nach seinem nächsten Masters-Märchen ganz cool. "Ein großer Wissensschatz", sagte der Altmeister aus Anhausen, sei der Grund für sein hervorragendes Ergebnis in der Kathedrale des Golfsports gewesen: "Ich habe hier nun fast 200 Runden gespielt. Ich muss den Platz also verdammt gut kennen."

Bernhard Langer hat beim US Masters am Schlusstag die Chance auf den Sieg
© getty
Bernhard Langer hat beim US Masters am Schlusstag die Chance auf den Sieg

Langer sprach mit ruhiger Stimme, konzentriert auf das Wesentliche - eben so, wie er Minuten zuvor in Augusta/Georgia mal wieder verblüfft hatte. Dank einer herausragenden dritten Runde katapultierte sich der 58-Jährige dabei mit 70 Schlägen in den engsten Favoritenkreis.

Gerade einmal zwei Schläge lag Langer vor dem finalen Showdown als Dritter hinter dem 36 Jahre jüngeren Titelverteidiger und Spitzenreiter Jordan Spieth (USA).

US Masters: Tag 3 im RE-LIVE

"Ich habe in den vergangenen Tagen wirklich viele hervorragende Schläge gemacht", sagte Langer, der in Augusta bereits 1985 und 1993 triumphiert hatte. "Und ich habe unter Beweis gestellt, dass ich bei vielen Turnieren mithalten kann, wenn ich mein bestes Golf spiele."

Anders als bei den deutlich jüngeren Kollegen ist genau das eben nicht mehr gekennzeichnet durch lange Abschläge. Vielmehr besticht Langer wie zu besten Zeiten durch sein unglaubliches Kurzspiel. Ganz egal, ob der Deutsche den Ball dabei aus dem Bunker oder zwischen Bäumen spielen muss - man hat meistens das Gefühl, dass es schon irgendwie gutgehen wird.

"Er ist eine wirkliche Gefahr"

"Das ist schon wirklich beeindruckend, was Bernhard dort draußen macht", sagte der Weltranglistenerste Jason Day, der am Samstag gemeinsam mit Langer den anspruchsvollen Kurs absolviert hatte. Und Spieth ergänzte voller Hochachtung: "Es ist wirklich unglaublich. Er ist eine wirkliche Gefahr."

Für den Texaner, der drei Monate nach Langers zweitem Masters-Erfolg geboren worden war, ist das Alter daher vollkommen irrelevant. "Er weiß ganz genau, wo man den Ball wie nah hinspielen muss. Bernhard ist ein Wettkämpfer, der absolut in der Lage ist, das Turnier wieder zu gewinnen", sagte Spieth über Langer.

Der spielt mittlerweile eigentlich auf der Champions Tour, also gegen Konkurrenten, die mindestens 50 Jahre alt sind. Nur im Frühjahr jedes Jahres misst sich Langer immer wieder mit den Jung-Stars - und zeigt regelmäßig, warum er das Masters bereits neunmal in den Top 10 beendet hat.

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"Wir spielen kein Tennis oder Fußball, bei dem es auf Kraft oder Geschwindigkeit ankommt", sagte er: "Beim Golf geht es darum, deine Stärken und Techniken zu kennen, und sie sinnvoll einzusetzen."

Bislang hat es noch kein Golfer in Langers Alter geschafft, eines der vier Major-Turniere zu gewinnen. Der Älteste war bislang Julius Boros, der mit 48 Jahren die PGA Championship für sich entschied (1968) - ob es Langer ändern kann?

"Ich weiß es nicht", sagte er: "Früher oder später wird einer in diesem Alter ein Major gewinnen. Für mich ist wichtig, auf diesem Platz mehr gute als schlechte Entscheidungen zu treffen."

Während Langer dies in diesen Tagen vorzüglich gelingt, kommt Martin Kaymer (Mettmann) überhaupt nicht in Schwung. Seine 79 am Samstag war die schlechtes Masters-Runde der Karriere. "Es ist ein Kampf. Ich kann es hier nicht genießen", sagte der 31-Jährige.

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