McIlroy siegt bei British Open

SID
Sonntag, 20.07.2014 | 15:45 Uhr
Rory McIlroy holte sich den Sieg bei den British Open
© getty

Als der neue British-Open-Champion Rory McIlroy die begehrte Silberkanne "Claret Jug" in die Luft reckte, betrieb Martin Kaymer schon längst Ursachenforschung. Und wenigstens in diesem Punkt war Deutschlands Golfstar an diesem Wochenende äußerst erfolgreich.

66, 66, 68 und 71: McIlroy spielte am letzten Tag in Hoylake seine schwächste Runde. Doch das war dem Nordiren freilich völlig egal. Er hatte sich schließlich mit insgesamt 271 Schlägen erstmals den Titel vor den Toren Liverpools gesichert, insgesamt war es sein dritter Major-Triumph.

"Es war heute nicht einfach, ich musste fokussiert bleiben", sagte McIlroy, der mit sechs Schlägen Vorsprung auf die Schlussrunde gegangen war: "Es war eine gute Leistung und es fühlt sich unglaublich an."

Mit jeweils zwei Schlägen Rückstand teilten sich der Spanier Sergio Garcia, der eine unglaubliche Schlussrunde spielte (66), und der US-Amerikaner Rickie Fowler den zweiten Rang. Direkt dahinter platzierte sich Fowlers Landsmann Jim Furyk (275).

"Ich hatte mal wieder Pech"

Kaymer hatte mit den Spitzenpositionen nichts zu tun und war bedient. "Ich hatte mal wieder Pech mit der Auslosung", sagte er mit kritischem Blick auf die Wind-Lotterie an der englischen Küste. "Da hast du von vornherein schon drei, vier Schläge mehr auf der Scorecard. Es ist eben schade, wenn so etwas bei einem großen Turnier passiert."

Tatsächlich waren die Bedingungen, mit denen der amtierende US-Open-Champion während seiner Runden zu kämpfen hatte, nicht die idealsten. Konkurrenten wie McIlroy erwischten es da vor allem an den ersten beiden Tagen viel besser. Der teilweise böige Wind in Hoylake aber machte ein präzises und stabiles Spiel - zumindest für Kaymer - unmöglich. Die Konsequenz war ein Turnier ohne echte Höhepunkte und mit einem katastrophalen Ausgang.

Schon früh abgeschlossen

"Es macht natürlich keinen Spaß, um den 40. oder 50. Platz zu spielen", gestand Kaymer wenig überraschend. Ein bisschen mehr Kampfgeist hätte man von einem zweimaligen Major- und Ryder-Cup-Sieger trotz der aussichtslosen Situation am letzten Tag aber dennoch erwarten dürfen. Vielmehr machte es aber den Anschein, als hatte der 29-Jährige schon früh mit "The Open" abgeschlossen.

Seine 79er-Runde am Sonntag ließ diesen Schluss jedenfalls zu. Eine Aufholjagd wollte Kaymer starten, stattdessen rutschte er mit fünf Bogeys und zwei Doppel-Bogeys bei nur zwei Birdies nochmal ab. Er beendete das Turnier mit 296 Schlägen direkt hinter Tiger Woods (294) als 70. - gerade mal 72 Golfer hatten sich für das Wochenende qualifiziert.

"Da kann man einfach nicht viel machen", sagte Kaymer. Die Tage in Hoylake seien eben "eine dieser Wochen" gewesen, "in denen die schlechten Schläge zu richtig schlechten Ergebnissen führen und die guten nicht belohnt werden". Sehr ärgerlich sei dies vor allem dann, wenn man sich wie Kaymer eigentlich auf dem aufsteigenden Ast befindet und mit großen Erwartungen zum ältesten noch ausgetragenen Turnier der Welt reist. "Das muss man einfach akzeptieren", sagte der Deutsche.

Ryder Cup im Blick

Weil Kaymer zur Spitze nur zu Beginn der British Open Kontakt hatte, blieb ihm einzig der hoffnungsvolle Blick in die Zukunft. Im kommenden Jahr beispielsweise findet das Turnier im schottischen St. Andrews statt, dort, wo er 2010 als Siebter sein bislang bestes Open-Resultat eingefahren hatte.

Und dann steht Ende September ja noch der prestigeträchtige Ryder Cup auf dem Programm, an dem Deutschlands Nummer eins trotz des enttäuschenden Turnierverlaufs dabei sein dürfte. "Ich glaube, nach dem Sieg bei der US Open stehen die Aussichten sehr gut, dass ich in Gleneagles mitspielen werde", hatte Kaymer nlängst berichtet.

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