Golf

Kaymer siegt nach überragender Schlussrunde

SID
Martin Kaymer schaffte auf den letzten neun Löchern sieben Birdies
© Getty

Mit einer sensationellen Aufholjagd auf der Schlussrunde hat Martin Kaymer doch noch die World Golf Championships in Shanghai gewonnen.

Der Ball rollte so langsam ins Glück, dass Martin Kaymer kurz der Atem stockte. Aber Sekundenbruchteile später bejubelte der deutsche Golfstar ausgelassen seine Traumrunde, die ihm doch noch den Sieg bei den World Golf Championships in Shanghai einbrachte.

63 Schläge, 63-mal an der Grenze zur Perfektion, neun Birdies, kein Bogey - Kaymer hatte allen Grund zur Freude. "Bisher war es ein Jahr, das okay war. Jetzt ist es ein gutes Jahr, ich habe wirklich sehr gut gespielt", sagte Kaymer lächelnd und winkte den Fans mit seiner weißen Kappe zu.

In der Weltrangliste wird die ehemalige Nummer eins nun zumindest wieder einen Sprung auf den vierten Platz machen. Doch das war nicht das Wichtigste. Kaymer hat sein Spiel wiedergefunden, die Last abgelegt, den Druck, als Nummer eins immer Außergewöhnliches leisten zu müssen. Ohne den Druck zeigte er es, er feuerte einen Platzrekord von 63 Schlägen auf das Leaderboard. Die anderen? Nur Statisten. Kaymer hängte alle ab und steckte den dicken Siegerscheck ein.

Belastung für Kaymer war groß

"In den vergangenen Wochen habe ich auch schon gutes Golf gespielt, aber irgendwie passte nicht alles. In dieser Woche war es klasse, da kam für mich alles zusammen, und ich war richtig gut", sagte Kaymer. Der beste Spieler der Welt zu sein, zumindest auf dem Papier, habe ihn belastet.

Auch deshalb hatte er seit dem ersten Turnier des Jahres in Abu Dhabi nichts mehr gewonnen - bis zu diesem Sonntag auf dem Par-72-Kurs des Sheshan International Golf Clubs. An den ersten Tagen spielte er solide, am letzten überragend.

10, 11, 12, 13 jeweils Birdie, 14 Par, 15 Birdie, 16 Par, 17 und 18 jeweils Birdie, so las sich die Bilanz der letzten neun Löcher auf der Schlussrunde. Es klappte einfach alles, egal, ob die Bälle zehn Zentimeter oder 15 Meter von der Fahne entfernt auf dem Grün lagen. Der Schwede Fredrik Jacobson, der mit fünf Schlägen weniger in den Sonntag gestartet war, lag am Ende sogar drei Schläge zurück (268:271).

Steve Williams bekommt keine Strafe

Gesprächsthema Nummer eins war am Wochenende aber der Ausfall des Steve Williams. Der langjährige Caddie von Tiger Woods sorgte bei der alljährlichen Dinnerparty am Rande des Turniers für einen Eklat.

Der Neuseeländer beleidigte den US-Superstar, mit dem er 13 Major-Turniere gewonnen hatte, als "schwarzes Arschloch". Stunden später entschuldigte sich Williams, der von Woods im Juni entlassen worden war, auf seiner Homepage.

Eine Strafe muss Williams allerdings nicht befürchten. "Wir betrachten die Äußerungen als völlig inakzeptabel. Er hat sich dafür entschuldigt, und auf dieser Grundlage betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen", hieß es in einer Erklärung der Profigolfer-Vereinigung PGA.

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