Links oder rechts ins Gemüse?

Von Florian Regelmann
Mittwoch, 06.04.2011 | 18:25 Uhr
Tiger Woods hat in seiner Karriere schon vier Mal das US Masters in Augusta gewonnen
© Getty
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Tiger Woods hat seit über 500 Tagen kein Golfturnier mehr gewonnen. Auch beim US Masters in Augusta (3. Runde, Samstag ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) erwartet kaum jemand einen Woods-Sieg. Tigers Hauptproblem aus sportlicher Sicht? Sein Golfschwung. SPOX erklärt gemeinsam mit Golf-Coach und Analyse-Guru Jörg Vanden Berge, welch eklatanten Veränderungen dazu geführt haben, dass Woods so große Schwierigkeiten hat.

Wenn Tiger Woods am Donnerstagmorgen (Ortszeit) um 10.41 Uhr im Augusta National Golf Club an der Seite von US-Open-Champion Graeme McDowell und Robert Allenby ins US Masters startet, stehen wir bei 508. Vor 508 Tagen hat Woods beim Australian Masters im November 2009 zum letzten Mal ein Golfturnier gewonnen. Fünfhundertacht. Klingt unfassbar. Und es ist absolut unfassbar.

Noch vor zwei Jahren hätte sich niemand erträumen lassen, dass man bei Woods mal damit anfängt, die Tage zwischen seinen Siegen zu zählen. Und wenn man das hätte tun wollen, hätte man nicht weit zählen müssen.

Die Nummer 7 der Welt? Tiger Woods?

Wohlgemerkt: Es geht nicht um Majors, die Tiger nicht mehr gewinnt. Es geht um irgendein Turnier. Irgendein stinknormales Turnier. Und während sein guter Freund Roger Federer, der kurioserweise gleichzeitig seine Dominanz im Tennis verloren hat, immerhin noch relativ nahe an der Weltspitze dran ist, kommt Woods aktuell nicht einmal mehr in die Nähe von Siegen.

Dank einer starken Schlussrunde belegte er bei der Cadillac Championship noch den geteilten zehnten Rang - weiter vorne landete der 35-Jährige in diesem Jahr aber noch nicht. Blickt man auf die Weltrangliste, freut man sich aus deutscher Sicht über Martin Kaymer, man reibt sich aber auch verwundert die Augen. Platz 7: Tiger Woods (USA).

Das letzte Mal, dass Woods so weit hinten klassiert gewesen ist, war 1997, als er als Jungspund vor seinem ersten von vier Masters-Siegen (1997, 2001, 2002, 2005) auf Rang 13 geführt wurde. "Ich habe im vergangenen Jahr Tiefpunkte gehabt, wie in Firestone, wo ich gefühlt 400 über Par geschossen habe. Ich bin ein Golfer, der versucht, besser zu werden. So wie jeder andere auch. Auch als ich alles gewonnen habe, wollte ich immer noch besser werden", sagt Woods bei "ESPN".

Der Nicklaus-Rekord bleibt das Ziel

Auch sein Ziel ist immer noch dasselbe: Er will den Major-Rekord von Jack Nicklaus (18 Major-Siege) brechen. Doch noch fehlen Woods fünf Titel, um an Nicklaus vorbeizuziehen. "Jacks Rekord war immer mein Ziel und ich bin fest davon überzeugt, dass ich das auch erreichen werde. Ich glaube an mich", spricht sich Woods selbst Mut zu.

Die Gründe für seine tiefe Krise sind zweigeteilt. Zum einen ist es natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass sich Woods' private Katastrophen auf sein Spiel ausgewirkt haben. Alles andere wäre auch unmenschlich. Und so unmenschlich gut Woods zu seinen besten Zeiten gespielt hat, ist er das dann zum Glück doch nicht. Unmenschlich.

Woods locht viel weniger Putts als je zuvor. Das sichere Gefühl, dass man bei ihm bei wichtigen Putts immer hatte, nach dem Motto "hey, das ist Tiger, der locht den schon", dieses Gefühl ist völlig weg. Der Faktor, dass Woods seine Gegner allein durch seine Präsenz eingeschüchtert hat, ist ihm ebenso völlig abhanden gekommen.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Der zweite Grund für Woods' Probleme liegt in seinem Golfspiel selbst begründet. Es geht schlicht und ergreifend um Technik. Woods trennte sich im vergangenen Jahr von seinem langjährigen Trainer Hank Haney und hat sich unter seinem neuen Coach Sean Foley dazu entschieden, zum wiederholten Male in seiner Karriere seinen Schwung komplett umzustellen, um zu alter Stärke zurückzufinden.

Lee Trevino: Weg mit den Schwungcoaches

Und einen komplizierten Golfschwung umzustellen, gehört zu den kompliziertesten Dingen, die ein Sportler nur tun kann. Es braucht vor allem Zeit. Viel Zeit und viele Wiederholungen, bis die neue Bewegung in Fleisch und Blut übergegangen ist. Dass die Motorik so gefestigt ist, dass man auch unter höchstem Druck seinen Körper einfach nur machen lassen muss.

Es ist auch nicht so, dass Woods nur seine langen Schläge neu erfindet. Die Veränderungen wirken sich auch auf das kurze Spiel aus. Im Prinzip ist absolut alles neu.

Nicht alle Experten glauben, dass Woods den richtigen Weg geht. "Mein Vorschlag für Tiger Woods ist, dass er sich doch mal die alten Videos anschaut, als er angefangen hat, die ganzen Turniere zu gewinnen und dahin zurückkehrt, was er damals gemacht hat. Und dass er sich von all diesen Menschen frei macht", sagte Legende Lee Trevino. Mit "all diesen Menschen" meint der Hall-of-Famer Schwungcoaches und explizit natürlich Foley.

Woods will davon nichts wissen und betont, dass er aufgrund seiner Knieprobleme gar nicht mehr so schwingen könnte, wie zu Beginn seiner Karriere. Die Schmerzen wären viel zu groß. Er weiß zwar, dass er eine harte Phase durchstehen muss, aber er ist sich sicher, dass er mit der Hilfe von Foley wieder zur Höchstform auflaufen wird. Und zugegeben, phasenweise macht Woods herausragende Schläge, das war bei jedem seiner Auftritte 2011 deutlich zu sehen.

Tiger sieht sich als die Nummer eins

Als Woods und Phil Mickelson zuletzt in einem Interview gefragt wurden, wer denn im Moment der beste Golfer der Welt sei, wenn man mal außer Acht lässt, was der Computer sagt, waren ihre Antworten bezeichnend.

Während Mickelson der Frage auswich, sagte Woods nur so viel: "Wenn ich meinen Schwung wieder im Griff habe..." Auf die Nachfrage, dass er also sich als Besten der Welt sieht, kam nur ein kurzes Nicken. Jeder, der glaubt, dass Tiger Woods das Feuer verloren hat, macht einen großen Fehler. Mit einem Sieg in Augusta könnte er sogar wieder die Führung in der Weltrangliste übernehmen, so eng geht es in den Top 7 zu.

Dass Woods aber tatsächlich das Masters gewinnen könnte, glauben bezeichnenderweise nicht mal seine Kollegen. Ian Poulter sorgte für Aufsehen, weil er äußerte, dass Woods nicht mal in den Top 5 landen würde, so unkonstant wäre dessen Schwung.

Aber was genau ist eigentlich das Problem von Woods' Schwung? Was ist anders als vor fünf Jahren? SPOX ist dieser Frage mit Jörg Vanden Berge auf den Grund gegangen. Vanden Berge gehört zu den renommiertesten Golf-Coaches in Deutschland. Er gilt als Analyse-Guru, der Golf sehr wissenschaftlich betreibt und in München eines der modernsten Trainingslabore Europas unterhält.

Neben Sportlergrößen wie Oliver Kahn holen sich bei ihm Tourspieler wie Emma Cabrera-Bello und ihr Bruder Rafael, Peter Hedblom sowie Richard Finch und US-Tourspielerin Beatriz Recari technischen Rat ein.

Alle Infos zum Performance Center

Schwunganalyse und Vergleich von Tiger Woods heute und vor fünf Jahren:

Jörg Vanden Berge: "Bei Schwunganalysen von Weltklassespielern ist mir immer sehr wichtig, die Arbeitsweise der aktuellen Trainer ein wenig zu verstehen und sie in meine Analyse zu berücksichtigen. Hank Haneys vergangene Herangehensweise war unter anderem, dass er an einigen sogenannten 'Schwungschrauben' dreht und abwartet, was für eine Treff- und Ballflugreaktion bei Tiger entsteht. So konnte sein Schützling selbst entscheiden, ob und welche Veränderung er bevorzugt. Sean Foley hingegen möchte, dass sein Schüler ein besseres Verständnis für sein Treffmoment bekommt und erklärt ihm, aus welchen Bewegungstendenzen des Schlägerkopfes unerwünschte Ballflüge wie beispielsweise bei einem starken Hook entstehen. Daraufhin gibt Foley seine Empfehlungen. Bei einem Schwungvergleich bei Tiger zwischen seinem aktuellen Schwung und dem vor vier bis fünf Jahren gibt es einige interessante Aspekte, von denen wir alle lernen können."

Vom Setup bis zum Impact:

Jörg Vanden Berge über Tigers heutigen Schwung: "Der erste Punkt, der auffällt, ist die Ausrichtung der Schultern. Hier ist deutlich zu erkennen, dass sie nicht parallel zur Standlinie sind, sondern mehr nach links zeigen (Bild 1 und Bild 2). Im Impact (Bild 2, rechts) hingegen zeigt die Schulterlinie zum Ziel. Die Folge dieser Veränderung ist mitunter ein zu flacher Eintreffwinkel zum Ball (Bild 3). Das verursacht zwei Ballflugrichtungen. Erstens der Ball fliegt durch die offene Schlagfläche gerade nach rechts und landet irgendwo rechts im Gemüse. Das will Tiger aber verhindern, deshalb muss er zwangsläufig mit den Armen das Schließen der Schlagfläche manipulieren. Das wiederum erzeugt in der hohen Geschwindigkeit seines Schlägers Hooks bzw. hässliche Pull Hooks und der Ball landet links im Gemüse. Meiner Meinung nach hat er kaum eine Chance, den Ball regelmäßig gerade auf das Fairway zu platzieren."

Jörg Vanden Berge über Tigers früheren Schwung: "Früher war das ein bisschen anders. Die Schulterlinie zeigt im Setup zum Ziel (Bild 4 und Bild 5) und ist leicht nach links zeigend im Impact (Bild 4 und Bild 5). Damals gelang ihm ein wesentlich korrekterer Eintreffwinkel (Bild 6) und musste daher nicht so stark die Schlagfläche manipulieren. Das Ergebnis war regelmäßiges Treffen der Fairways. Selbst wenn er Volldampf gegeben hat."

Das Fazit von Jörg Vanden Berge: "Die Korrektur im Setup sollte der erste Schritt sein, um den Schlägen die notwendige Konstanz in der Richtung zu geben. Kompensationen von fehlerhaften Basiselementen sind immer schwerer umzusetzen, vor allem unter Druck. Ich hoffe, Tiger wird mit seinem Trainer die richtige Aufräumarbeit durchführen und wünsche ihm, dass er wieder zu seinen Erfolgen zurückfindet. Sportlich betrachtet bleibt er mein Idol."

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