Freitag, 16.07.2010

Golf: British Open in St. Andrews

Wind bringt Siem um Spitzenposition

Martin Kaymer und Macel Siem haben trotz schlechter Wetterbedingungen auch am zweiten Tag der British-Open den Cut geschafft. Major-Debütant Siem verpasste knapp eine Sensation.

Martin Kaymer gewann 2007 den Sir Henry Cotton Rookie of the Year Award
© Getty
Martin Kaymer gewann 2007 den Sir Henry Cotton Rookie of the Year Award

Der Regen peitschte, der Wind trieb die Bälle von den Greens, doch Martin Kaymer und Marcel Siem behielten die Nerven: Das deutsche Golf-Duo hat auch am zweiten Tag der 139. British Open im schottischen St. Andrews eine starke Leistung gezeigt und den Cut problemlos geschafft.

Major-Debütant Siem verspielte dabei mit einem Triple-Bogey am 17. Loch sogar eine Platzierung in der Spitzengruppe und musste mit insgesamt 142 Schlägen auch Kaymer (140) passieren lassen, der sich unter die besten 20 Plätze vorschob.

"Ich war echt stolz auf mich. Es war wirklich schwer heute", meinte Siem nach einem stürmischen Tag auf dem Nordseekurs. Der 30-Jährige hatte sich auch von einer einstündigen Spielunterbrechung nicht aus der Ruhe bringen lassen und lag zwischendurch sogar auf Rang drei.

Kamyer über Zwangspause verärgert

Erst ein Bogey an der 15 und der Aussetzer am berüchtigten "Road Hole" ließen alle Siegträume beim ältesten Golfturnier der Welt platzen. "Leider hat sich meine harte Arbeit nicht ausgezahlt", sagte Siem.

Mit dem Wetter haderte auch Kaymer, den besonders die Zwangspause am Nachmittag mächtig ärgerte. Der 25-Jährige aus Mettmann hatte sich gerade durch Regen und Sturm ins Klubhaus gekämpft, als die Runde unterbrochen wurde.

"Ich fand das unfair. Wir mussten ja auch die ganze Zeit in dem Wind spielen", sagte Kaymer, der den Tag dennoch mit einem Birdie abschloss. "Am Ende bin ich froh, dass ich einen guten Score geschafft habe", lautete dann auch das Fazit das Weltranglisten-13.

Auch Woods kämpft mit dem Wetter

Probleme mit den äußeren Bedingungen hatte zunächst auch Tiger Woods. Der US-Superstar, der die letzten beiden Austragungen in St. Andrews 2000 und 2005 gewonnen hatte, kam mit seinem neuen Putter lange Zeit nicht zurecht und rutschte gleich zum Start mit zwei Bogeys ins Mittelfeld ab.

Anschließend erholte sich Woods jedoch und kämpfte sich zurück in die Top 10. Um seine Führung in der Weltrangliste muss der Amerikaner ohnehin nicht bangen: Landsmann und Rivale Phil Mickelson liegt mit 144 Schlägen weit zurück.

Neuer Führender ist der Südafrikaner Louis Oosthuizen, der stolze fünf Schläge Vorsprung auf den US-Amerikaner Mark Calcavecchia aufweist. Bei heftigem Regen gestartet, setzte sich die Nummer 54 der Welt mit einer hervorragenden 67 vom Feld ab.

"Ich habe wieder viele wichtige Schläge getroffen. Derzeit macht es einfach Spaß", meinte der 27-Jährige, der bei seinen bisherigen drei Open-Teilnahmen jeweils am Cut gescheitert war.

Englische Hoffnungen erhalten einen Dämpfer

Einen Dämpfer erhielten damit auch die englischen Hoffnungen auf den ersten Major-Titel seit 14 Jahren. Zwar liegen in Paul Casey und Lee Westwood zwei Lokalmatadoren auf dem geteilten dritten Platz, haben aber bereits sechs Schläge Rückstand auf Oosthuizen.

Seit Nick Faldos Erfolg beim Masters 1996 hat kein Engländer mehr eines der vier großen Turniere gewonnen, der letzte Heimsieg bei den British Open datiert sogar aus dem Jahr 1992.

Doch Oosthuizen sollte gewarnt sein. Denn wie schnell es auf dem schwierigen Old Course gehen kann, zeigte am Freitag Nordirlands Jungstar Rory McIlroy. Der 21-Jährige, nach nach seiner 63er-Rekordrunde zum Auftakt noch gefeierter Held, wurde nach einem rabenschwarzen Tag bis ins Mittelfeld durchgereicht.

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