Montag, 05.04.2010

Tiger Woods öffnet sich den Medien

"Ich hatte den Spaß am Golf verloren"

Überraschend offen stellte sich Tiger Woods vor dem Masters in Augusta allen Fragen. Fragen über sein Leben, seine Verfehlungen und der Therapie. Eine Kampfansage war auch drin.

Tiger Woods geht trotz seiner Pause als Mitfavorit an den Start
© Getty
Tiger Woods geht trotz seiner Pause als Mitfavorit an den Start

Wie viel Respekt Tiger Woods vor dem Tag hatte, wissen wohl nur er und seine engsten Vertrauten. Präsentiert hat sich der Golf-Superstar jedoch höchst souverän.

Erstmals seit dem Sex-Skandal und der folgenden Schlammschlacht gab Woods eine Pressekonferenz und beantwortete in fast genau 35 Minuten erstmals jede, auch intime Frage der zahlreichen Journalisten. In den letzten Wochen hatte er lediglich zwei Interviews mit ausgewählten Medienvertreten gegeben.

Drei Tage vor dem Beginn des Masters in Augusta am Donnerstag sprach der 34-Jährige über...

... seine Ankunft in Augusta: "Es war ein großartiger Tag. Ich bin hierhergekommen ohne zu wissen, was mich erwartet. Ich wurde jedoch sehr nett empfangen, es hätte nicht schöner sein können. Diese Herzlichkeit von jeder Seite hat mich regelrecht umgehauen. In den letzten Jahren wurde ich immer respektiert, aber was ich heute erlebt habe, wie freundlich und positiv die Menschen auf mich reagiert haben, hat mein Herz berührt."

... seine Proberunde mit seinen Freunden Fred Couples und Jim Furyk: "Es war eine unglaubliche Erfahrung. Es war großartig mit Fred und Jim, zuvor habe ich mich ja auch schon mit Mark O'Meara eingespielt. Ich habe es vermisst, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen."

... seinen Fitness-Zustand: "Körperlich fühle ich mich topfit. Ich trainiere wie die Jahre zuvor. Ich habe keine verletzungsbedingten Probleme."

... seine Erwartungen für das Masters: "Die gleichen wie immer. Ich werde da rausgehen und versuchen, das Ding zu gewinnen."

... seine Verfehlungen: "Es tut mir wahnsinnig leid, was ich der Familie und den Geschäftspartnern angetan habe. Es war schwierig zu realisieren, wie weit ich mich von den moralischen Werten entfernt habe, die mir meine Eltern mitgegeben haben. Nach der Phase des Verleugnens musste ich in den Spiegel blicken und hart mit mir ins Gericht gehen. Ich habe mein gesamtes Leben hinterfragt und versucht zu reflektieren, was ich alles angestellt habe. Jetzt bin ich auf einem guten Weg, zusammen mit der Familie wieder in Frieden zu leben."

... die Folgen der Verfehlungen: "Ich bin abgehoben und habe in meiner eigenen Welt gelebt. Ich dachte, dass ich unangreifbar bin. Knapp vier Wochen nach dem Unfall entschloss ich mich dann zu einer Therapie, nachdem ich Weihnachten mit der Familie verbracht habe. Es war großartig und ich habe gesehen, wie wichtig mir meine Frau und die Familie sind. Und wie ungeheuer wichtig es ist, wieder ein anständiger Mensch zu sein, so wie ich es früher war. Deswegen lasse ich mich auch weiter behandeln."

... die Sponsoren, die sich von ihm abgewendet haben: "Ich verstehe, dass die Firmen mich fallengelassen haben. Ich habe sehr viele Fehler gemacht. Ich hoffe, dass die Sponsoren, die an mich festgehalten haben, davon profitieren, dass ich sie zukünftig gut repräsentiere."

... die Vorwürfe des Drogenmissbrauchs: "Ich habe nie Drogen genommen, auch nicht in der besagten Nacht des Auto-Unfalls. Das einzige, was ich in der Vergangenheit zu mir genommen habe, waren Medikamente. Angefangen von der Blutplasmabehandlung bis hin zu den Schmerzmitteln, die ich in Zusammenhang mit meiner Knieoperation verschrieben bekam. Aber ich nehme keine Drogen."

... seine Herangehensweise an das Masters: "Ich versuche nicht übermotiviert zu sein und schnell in den Rhythmus zu kommen. Ich denke von Loch zu Loch, das ist entscheidend. Ich muss die negativen Gedanken von den letzten Monaten ausblenden. Hilfreich ist die Unterstützung, die ich von den Fans bereits heute erfahren habe."

... den wiedergefundenen Spaß am Golf: "Ich freue mich auf das erste Tee. Das Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Es fühlt sich wieder wie Spaß an. Ich hatte diesen Spaß verloren. Ich habe zahlreiche Turniere gewonnen, aber das war kein Spaß. Wenn man eine Lüge lebt, ist das ganze Leben kein Spaß."

... die Bedeutung von Rekorden und Titel: "Ich hatte bereits eine neue Perspektive, als meine Kinder geboren wurden. Es geht nicht um Titel sondern darum, wie man das Leben lebt. Wenn ich nebenbei Titel gewinne, ist es umso besser."

Bernhard Langer im Exklusiv-Interview: "Gut, dass Tiger dabei ist."

SPOX

Diskutieren Drucken Startseite
Weltrangliste
FedExCup
PGA Tour Money List

Weltrangliste

FedExCup

PGA Tour Money List

Trend

Wer gewinnt die PGA Championship?

Dustin Johnson
Dustin Johnson
Rory McIlroy
Jason Day
Jordan Spieth
Henrik Stenson
Martin Kaymer
Ein andere

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.