Montag, 12.04.2010

SPOX-Par-10 zum Masters

"Come on, Honey!"

Eine Geschichte fürs Herz: Fan-Liebling Phil Mickelson gewann zum dritten Mal in Augusta - niemandem ist es mehr zu gönnen. Ach ja, noch was: "Tiger, you suck!"

Was für ein schönes Paar! Phil Mickelson und seine Frau Amy
© Getty
Was für ein schönes Paar! Phil Mickelson und seine Frau Amy

Irgendwie war in Augusta wieder alles wie immer. Als Tiger Woods nach 144 Tagen Pause am ersten Abschlag stand, empfingen ihn die Fans wie einen Helden. Er hätte das Ozonloch zuhalten oder sich auf andere Weise als Weltretter profilieren können, der Jubel hätte auch dann nicht größer sein können.

Interessanterweise spendeten ihm auch Frauen tosenden Applaus. Aus den Kehlen seiner männlichen Fans kam wie so oft die pure Vergötterung: "You Da Man, Tiger!" Woods selbst war häufig weniger von sich begeistert, einmal fluchte er laut: "Tiger, you suck"! Wir übersetzen kurz: "Tiger, du bist Scheiße!"

Das SPOX-Par-10 klärt darüber auf, ob dem wirklich so ist. Das Masters in der Zusammenfassung.

10. Sandy and Cambo, you suck!

Ein legendärer Fairway-Bunkerschlag brachte Sandy Lyle 1988 den Sieg beim Masters. 22 Jahre später machte Lyle wieder von sich reden - sowohl positiv als auch negativ. In Runde eins drehte der Schotte die Uhr zurück und lag nach einer 69 völlig überraschend in der Spitzengruppe. Doch dann folgte Runde zwei. Ist ja immer so. Der 52-Jährige spielte wie der erste Mensch und kam mit einer erschütternden 86 ins Clubhaus. 17 Schläge schlechter als einen Tag zuvor, das muss man erstmal schaffen.

Ein kleiner Trost: Lyle blieb nach zwei Runden immerhin neun Schläge vor einem gewissen Michael Campbell. Eine Frage: Wie um alles in der Welt hat dieser Mann vor fünf Jahren einmal die US Open gewonnen? Wie? Ein Mann, der nicht mal mehr eine Clubmeisterschaft gewinnen würde, darf sich bis ans Lebensende "US-Open-Champ" nennen. Wie hat er das nur gemacht? Es ist ein absolutes Rätsel.

9. You Da Man, Matteo!

Wir schreiben das Jahr 1995. Im italienischen Verona macht der 2-jährige Matteo Manassero seiner Mutter Francesca großen Kummer. Denn: Er will partout nicht essen. Erst als sie ihn vor einen Fernseher setzt und Cartoon-Sendungen anschauen lässt, merkt sie, wie sein Appetit steigt. Einmal schaltet sie aus Versehen auf einen Kanal um, in dem gerade Golf läuft. Der Appetit vom kleinen Matteo wird plötzlich noch größer. Also nimmt Mama Manassero ab diesem Zeitpunkt regelmäßig Golf-Turniere auf Videokassette auf, setzt ihren Sohn davor und bringt die Spaghetti - und siehe da, alle Essprobleme sind gelöst.

Zwei Jahre später hat Matteo zum ersten Mal einen Golfschläger in der Hand, mit 10 steht sein Handicap bereits bei 8 - und mit 16 spielt er mal eben beim Masters mit. Manassero wurde nicht nur zum jüngsten Spieler, der jemals in Augusta teilgenommen hat, er schaffte auch als jüngster Spieler der Geschichte den Cut. Am Ende stand für den amtierenden British Amateur Champion ein geteilter 36. Rang zu Buche. In Kürze startet Manassero seine Profi-Karriere. Man sollte ihn im Auge behalten.

8. Germany, you suck!

Leider war es aus deutscher Sicht wieder einmal ein Turnier zum Vergessen. Bernhard Langer und Martin Kaymer scheiterten beide am Cut. Langer war mit einer 71 prächtig ins Turnier gestartet, der Anfang vom Ende war für ihn Loch 9 an Tag 2. Am Par 4 lag der 52-Jährige mit zwei Schlägen im Bunker, den dritten spielte er ordentlich aufs Grün, aber dann ging das Drama los. Putt 1, Putt 2, Putt 3, Putt 4! Das Ergebnis war ein Triple-Bogey. Langer war besonders frustriert, weil sein Flight eine Verwarnung wegen langsamen Spiels erhalten hatte, die ihn völlig aus dem Rhythmus brachte.

Schuld war US-Amateur Brad Benjamin, der nach Angaben von Langer teilweise sieben Minuten brauchte, um einen Schlag auszuführen. Langer gehört wirklich nicht zu den schnellsten Spielern, wenn er schon von der Langsamkeit eines Mitspielers genervt ist, dann muss es schlimm gewesen sein. Bei Martin Kaymer lagen die Probleme woanders. Er hatte sich so gut wie noch nie auf Augusta vorbereitet, aber irgendwie zahlte sich alles Training wieder nicht aus. Dritter Start, dritter verpasster Cut. Sicher eine Enttäuschung, aber SPOX bleibt dabei: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Kaymer in Augusta und bei allen Majors auch um den Sieg mitspielen wird. Wetten, dass?

7.  You Da Man, Freddy!

Dass Fred Couples, so wie er zuletzt auf der Senioren-Tour dominierte und so wie er Augusta liebt, vorne mitspielen würde, war wirklich keine Überraschung. Hätte er am Finaltag einen Putter dabei gehabt, es wäre noch so viel mehr drin gewesen. Es war tragisch, wie viele kurze Putts der 50-Jährige auf den Grüns daneben schob. Sein smoother Schwung ist und bleibt dagegen eine Augenweide. Couples sorgte auch in Sachen "Mode" für Aufsehen. Der Grund? Seine Schuhe. Couples, der sich seine ganze Karriere lang mit chronischen Rückenproblemen plagt, spielte in Tennisschuhen mit Noppensohle. Und das Beste: Er trug keine Socken. Hat man so auch noch nicht gesehen.

6. JD, you suck!

Er ist es wirklich! John Daly und sein Stand in Augusta
Er ist es wirklich! John Daly und sein Stand in Augusta
© Getty

Kann bitte jemand John Daly von der Straße wegholen? Daly spielte beim Masters zwar nicht mit, aber das hinderte ihn nicht daran, trotzdem nach Augusta zu kommen. Nicht zum ersten Mal in den letzten Jahren baute Daly 100 Meter vom Eingang des Augusta National Golf Clubs entfernt auf der Washington Road einen Merchandising-Stand auf und verkaufte T-Shirts (20$), Hosen (75$) oder Armbänder (5$). Seine Freundin Anna Cladakis unterstützte ihn bei seinem Business... In der nächsten Woche startet auf dem US-amerikanischen "Golf Channel" übrigens eine neue TV-Serie. Der Titel: "Stell Dir vor, Du wärst John Daly." Nein, das wollen wir uns jetzt nicht vorstellen.

Platz 1-5: Phil, Tiger und der SPOX-Fluch

Florian Regelmann

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