Der Abstieg vom Tiger zum Menschen

Von Alexander Mey
Donnerstag, 03.12.2009 | 16:19 Uhr
Tiger Woods beim Familienausflug mit Ehefrau Elin Nordegren und Tochter
© Getty
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Tiger Woods war mehr als ein Jahrzehnt lang der sportliche Übermensch. Jetzt haben ein Autounfall, ein paar SMS und Mailboxnachrichten seinen Mythos schwer beschädigt. Der Tiger ist ein Mensch, registrieren vor allem die Boulevard-Medien mit Wonne. Endlich haben sie Woods da, wo sie ihn schon seit Jahren haben wollten - inmitten einer Schmutzkampagne.

52. Exakt so viele Meldungen war der berüchtigten Promi-Website "tmz.com" seit seinem Autounfall am vergangenen Freitag Tiger Woods wert. Stand Donnerstag, 15 Uhr.

52 Meldungen, in denen man alles rund um den tiefen Fall des Übermenschen erfährt. Wie schmutzig waren denn nun die SMS an seine Geliebte? Was hat er ihr wörtlich auf die Mailbox gesprochen? Mit welchem Golfschläger hat seine Frau nach dem Unfall die Autoscheiben eingeschlagen - einem Lob-Wedge oder doch einem Sand-Wedge? Wie stehen die Wettquoten auf eine Scheidung im Hause Woods? Wie viel Geld hat Woods seiner Frau für den Erhalt der Ehe gezahlt? Und so weiter, und so weiter.

"Woods hat die Kontrolle verloren"

Tiger Woods ist von einem Tag auf den anderen privat ein öffentlicher Mensch geworden. Ihm ist das passiert, was er am meisten verhindern wollte. Er ist der Star aller Revolverblätter auf der Welt.

"Woods sieht jetzt zum ersten Mal die Realität", sagt "ESPN"-Golf-Experte Jason Sobel. "Er hat die Kontrolle über das Geschehen verloren und zu spät gehandelt."

Mysteriöse Umstände des Autounfalls

Es war ein Fehler von Woods, nicht einige Tage früher die mysteriösen Umstände seines Autounfalls aufgeklärt zu haben. Warum war er so durch den Wind? Warum hat er sich vorher offensichtlich heftig mit seiner Frau Elin Nordegren gestritten?

Er hat es nicht erklärt, also hat sich die Presse eigene Antworten gesucht. "Das Interesse an diesem Fall ist so groß, weil es um Sex und undurchsichtige Fakten geht", analysiert PR-Experte Jason Maloni in der "Washington Post".

Jaimee Grubbs bricht Woods das Genick

Schnell tauchte der Name Rachel Uchitel auf. Eine amerikanische Berühmtheit, seit sie am 11. September 2001 ihren Mann bei den Anschlägen auf das World Trade Center verlor und auf der Suche nach ihm vor die TV-Kameras trat.

Eine Affäre zwischen ihr und dem größten Sportler der Gegenwart? Eine großartige Geschichte, die Uchitel erst dementierte, nur um später Freunden offenbar doch die Affäre zu gestehen. Sie habe gelogen, um Woods zu schützen. Wenig später tauchte Jaimee Grubbs, eine Bardame aus L.A. auf. Sie behauptet, zweieinhalb Jahre lang eine Affäre mit Woods gehabt zu haben. Und das Schlimme für Woods: Sie hat Beweise - nachzulesen an unzähligen Stellen im Internet.

Mehr als 300 SMS zum Beispiel mit teils delikatem Inhalt. Und eine Nachricht auf der Mailbox - ebenfalls online für jedermann abrufbar, in der Woods seine Angst äußert, seine Frau Elin könnte von der Affäre Wind bekommen haben.

Woods: "Ich bin nicht ohne Fehler"

Woods ist offenbar überführt, das hat er noch am Mittwoch in einer Erklärung auf seiner Homepage indirekt zugegeben. "Ich habe meine Familie im Stich gelassen und ich bedaure dies von ganzem Herzen. Ich habe meine Werte und meinen Verhaltenskodex verraten, die meine Familie verdient haben. Ich bin nicht ohne Fehler und weit davon entfernt, perfekt zu sein", erklärte Woods.

Tiger Woods ein böser Junge? Über das Ausmaß seiner Verfehlungen mag sich jeder seine eigene Meinung bilden. Schließlich sind die Informationsquellen schier unerschöpflich.

Tiger fordert Menschenrecht auf Privatsphäre ein

Seine Privatsphäre gibt es nicht mehr. Und das trifft ihn fast genauso hart wie die ganze Affäre an sich.

"Obwohl ich eine bekannte Person bin, musste ich mit Bestürzung feststellen, wie weit eine Untersuchung von Boulevard-Zeitungen wirklich gehen kann", sagte Woods. "In der vergangenen Woche sind meine Familie und ich gejagt worden, um private Details über uns zu erfahren."

Der Tiger in Bedrängnis. Er greift an: "Egal wie groß die Neugierde auf öffentliche Personen auch sein mag, hier geht es um ein wichtiges hohes Prinzip, nämlich die Wahrung des einfachen menschlichen Bedürfnisses nach Privatsphäre. Private Verfehlungen sollten keiner Pressemitteilungen bedürfen und familiäre Probleme nicht in öffentlichen Geständnissen enden."

Kein öffentlich zugänglicher Mensch

Der letzte Satz ist entscheidend. Er unterstreicht, wie sehr Woods unter den medialen Folgen seines Handelns leidet. Er war nie ein öffentlich zugänglicher Mensch. Unter den Mitspielern geachtet, aber selten geliebt, gegenüber Journalisten extrem reserviert. Selbst Legenden des Golf-Journalismus warten heute noch auf ein Exklusiv-Interview mit ihm.

2006 trat Woods ein einziges Mal aus seiner Deckung. Sein Vater war kurz vor den British Open an Krebs gestorben, und als Woods das Turnier gewonnen hatte, brach er spontan in Tränen aus und weinte bitterlich. Ein kurzer Moment der Menschlichkeit, den sich der Übermensch erlaubte.

"Er ist so gut, dass man das Gefühl bekommt, man könnte ihn reparieren wie eine Maschine. Aber er ist menschlich", hat sein Coach Hank Haney einmal über Woods gesagt.

Sponsoren drohen abzuspringen

Die Maschine wird von der aktuellen Affäre zahlreiche Kratzer davontragen - möglicherweise auch finanzielle. Der erste Sport-Milliardär der Geschichte verdient einen Großteil seines Geldes mit Sponsorenverträgen. Nike, Gatorade, AT&T oder Gillette zahlen Unsummen, damit ein integerer Woods ihre Markennamen positiv transportiert. Allein Woods' Nike-Deal wird auf einen Wert von rund 100 Millionen Dollar beziffert.

Noch stellen sich öffentlich alle hinter ihn, aber PR-Experte Maloni warnt: "Woods muss sich Sorgen machen, denn einige seiner Verträge enthalten moralische Klauseln. Sie erlauben es den Sponsoren, jederzeit zu kündigen."

"ESPN"-Analyst Sobel ergänzt; "Ob alle Sponsoren auf Dauer hinter ihm stehen, hängt auch von den Ausmaßen ab, die die Berichterstattung noch annimmt."

Wie schadlos übersteht Woods die Affäre?

Die Lage von Tiger Woods ist ernst. Natürlich in erster Linie innerhalb der Familie, die er angeblich durch eine Zahlung eines siebenstelligen Betrags an seine Frau, eine Änderung des Ehevertrags und tägliche Sitzungen beim Eheberater zu retten versucht. Aber auch in der Öffentlichkeit, ob er nun will oder nicht.

Es gibt zwar genügend Beispiele für Sportstars, die halbwegs glimpflich aus ähnlichen Affären herausgekommen sind - man denke zum Beispiel an Kobe Bryant. Aber bei kaum einem anderen Sportler ist die Fallhöhe auch nur annähernd so groß wie bei Woods.

Bei Roger Federer vielleicht, einem guten Freund von Woods. Oder auch bei Michael Schumacher. Man stelle sich vor, es käme heraus, dass einer dieser beiden schmutzige SMS an seine Geliebten schreibt.

Es muss Gras über die Sache wachsen

Für Woods ist es nun zu spät. Er kann sich ab jetzt nur noch auf Schadensbegrenzung konzentrieren und hoffen, dass möglichst schnell Gras über die Sache wächst. Und das zumindest ist ein Vorteil der schnelllebigen Medienwelt.

Angesprochen auf den Fall Woods brachte es sein Kollege Padraig Harrington gegenüber der "New York Times" auf den Punkt: "Wenn du einer der größten Sportstars der Welt bist, gehört so etwas dazu. Man kreiert solche Geschichten, aber in sechs Wochen sind es vielleicht schon die Geschichten von jemand anderem."

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