Golf

"Dann hilft auch kein Tiger mehr"

Von Interview: Florian Regelmann
Alex Cejka kommt so langsam wieder in Topform
© Getty

Alex Cejka kommt nach langer Verletzungspause wieder in Topform. Bei SPOX spricht Cejka über seine Ziele und Tigers Comeback. Außerdem rät er Justin Timberlake zu mehr Entspanntheit.

Gerade, als sich Alex Cejka im vergangenen Jahr in hervorragender Form befand, stoppte ihn eine Verletzung. Im Nacken hatte sich eine Wirbelscheibe verschoben, die auf einen Nerv drückte und so wiederum Zuckungen im linken Arm auslöste. Eine Operation war unausweichlich und der 38-Jährige musste eine lange Pause einlegen.

Nach einem gemischten Start in das Jahr 2009 ließ Cejka nun mit einem geteilten 13. Platz bei der Honda Classic aufhorchen. Auf einem der schwersten Plätze der Tour bewiese Cejka ansteigende Form. Zeitweise schien sogar sein erster Tour-Sieg im Bereich des Möglichen.

Im SPOX-Interview spricht Cejka über sein großes Ziel, Tigers Comeback und er rät Justin Timberlake zu mehr Entspanntheit.

SPOX: Herr Cejka, Gratulation zum ersten starken Ergebnis in dieser Saison bei der Honda Classic. Sie kommen langsam in Fahrt.

Alex Cejka: Ja, ich bin mit meinem Ergebnis bei der Honda Classic sehr zufrieden. Viele werden sagen, da war aber mehr drin. Stimmt, aber man kann nichts erzwingen.

SPOX: Vielleicht wäre mehr möglich gewesen, wenn Sie an Tag 3 an der berühmten 15  auf Nummer sicher gespielt und nicht auf die Fahne gezogen hätten.

Cejka: Das Doppel-Bogey an der 15, wie auch die Bogeys an der 10 und 11 am Finaltag, hätten vermieden werden können. Aber um ganz vorne mitzuspielen, muss man auch mal etwas riskieren. In meinem Fall ist es jetzt schief gegangen. Ich fliege aber dennoch mit mehr Selbstvertrauen nach Mexiko. Mal schauen, was bei diesem Turnier drin ist. Langsam komme ich wieder in die Form des letzten Jahres vor meiner Verletzung und der neue Belly-Putter hilft auch sehr, die Putts ins Loch zu bringen.

SPOX: Sind Sie überrascht, dass relativ früh in der Saison schon so ein gutes Ergebnis kommt?

Cejka: Ja, eigentlich schon. Mein Plan war und ist, dass ich Anfang April 2009 wieder konstant spiele und angreifen kann. Da liege ich voll im Soll. Natürlich gibt es nach einer so langen Verletzungspause schon noch das eine oder andere in meinem Spiel, das verbesserungswürdig ist, aber das wird schon.

SPOX: Wie schwer hat Sie die lange Verletzungspause im letzten Jahr getroffen?

Cejka: Über sechs Monate lang kein Turniergolf spielen zu können, war schon hart, zumal ich ja vor der Verletzung gut gespielt hatte. Aber das ist jetzt Vergangenheit und ich blicke nach vorne.

SPOX: Was haben Sie sich vorgenommen für 2009?

Cejka: Klar ist die Tour-Karte wichtig, aber mein Ziel ist es, endlich ein Turnier auf der PGA Tour zu gewinnen. Einige werden jetzt lachen, aber im vergangenen Jahr war ich in einer guten Form und wäre die Verletzung nicht gekommen, wer weiß?

SPOX: Was sagen Sie zu Tigers Comeback?

Cejka: Es ist toll, dass er wieder mit dabei ist. Sein Auftritt bei der Match Play Championship war ja nicht so schlecht, auch wenn er in der zweiten Runde rausgeflogen ist.

SPOX: Tigers Comeback wird gerade in Zeiten der Finanzkrise extrem hoch gehängt, kann er eine Art "Retter" für die Tour sein?

Cejka: Tiger ist ohne Zweifel das Zugpferd der US PGA Tour. Die Verträge mit den Sponsoren für die Turniere werden aber auf drei bis fünf Jahre geschlossen. Deshalb sehe ich ihn nicht als Retter in der Finanzkrise an. Wenn ein Sponsor seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, dann hilft auch da kein Tiger mehr. Richtig ist, dass Tiger als TV-Magnet viele Zuschauer an die Bildschirme und auf die Plätze zieht und damit Geld in die Kasse bringt.

SPOX: Geld, von dem alle Spieler profitieren. Auch weiter hinten in der Money List kann man gut verdienen.

Cejka: Es ist einem schon bewusst, was Tiger für den Golfsport gemacht hat. Er hat seit 1997 dem Profigolf weltweit einen großen Schub gegeben.

SPOX: Wie viele Majors wird Tiger in diesem Jahr gewinnen? Ich sage übrigens, er gewinnt drei (Masters, US Open und PGA Championship) und will mich für unser letztes Tippspiel revanchieren.

Cejka: Du willst also wieder verlieren? Okay, ich sage Tiger gewinnt zwei Major-Turniere, die US Open und die PGA Championship. Das Masters kommt noch zu früh für ihn, da er erst einmal richtig in Schwung kommen muss und die Plätze der British Open liegen ihm nicht so.

SPOX: Wie ist Ihre Freundschaft zu Justin Timberlake entstanden?

Cejka: Was heißt Freundschaft, wir sind gut bekannt und haben vor drei oder vier Jahren das Pro-Am in Pebble Beach zusammen gespielt und uns dann ab und zu in der Welt wieder getroffen.

SPOX: Timberlake hat sein "eigenes" Turnier auf der Tour. Alle sagen, dass er total golfverrückt er ist, stimmt das?

Cejka: Dies ist nicht ganz richtig, Justin ist Namensgeber für ein Turnier der US PGA Tour und hat damit keine finanziellen Verpflichtungen, wie zum Beispiel die Sponsoren. Golfverrückt ist er aber schon, sonst wäre sein Handicap, ich glaube, es liegt zwischen 2 und 3, nicht so gut. Außerdem habe ich gehört, dass er sich einen eigenen Golfplatz in der Nähe von Memphis gekauft hat und diesen gerade umbauen lässt.

SPOX: Handicap 2 ist ja tatsächlich nicht so schlecht. Haben Sie einen Tipp für ihn, wie er noch besser werden kann?

Cejka: Na ja, vielleicht sollte er auf dem Platz etwas entspannter spielen.

SPOX: Letzte Frage: Deutschland bewirbt sich für den Ryder Cup 2018. Dann wären Sie 48 Jahre alt. Wie sieht's aus?

Cejka: Ich hoffe, ich muss nicht wirklich bis 2018 warten. Dreimal war ich in der Vergangenheit dicht dran, mich ins Team zu spielen. Es ist immer noch ein großes Ziel von mir, einmal im Ryder-Cup-Team zu stehen. Wenn es dann erst mit 48 Jahren klappen sollte, warum nicht, denn ein Kenny Perry hat ja gezeigt, dass man da in der Blüte seiner Golfkarriere ist.

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