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FCK zerlegt die Zebras zum Auftakt

Freitag, 24.07.2015 | 22:22 Uhr
Kacper Przybylko (M.) sorgte mit einem Doppelpack für die frühe Entscheidung
© getty
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Der 1. FC Kaiserslautern hat einen furiosen Auftakt in die neue Saison gefeiert. Im Eröffnungsspiel der Zweitliga-Saison 2015/16 schlugen die Roten Teufel den MSV Duisburg auswärts mit 3:1 (3:0).

Vor 25.000 Zuschauern in der Schauinsland-Reisen-Arena erzielte Kacper Przybylko das erste Tor der neuen Saison für die Gäste aus Kaiserslautern (13.). Nur fünf Minuten später klingelte es erneut im Zebra-Kasten - dieses Mal nach einem kuriosen Eigentor von Kevin Wolze. Nach nicht einmal einer halben Stunde sorgte wieder Przybylko für die Entscheidung (29.).

Branimir Bajic sorgte nach einem Eckball für schwache Duisburger noch für den Ehrentreffer (81.).

Neben einer Eröffnungszeremonie wurde in der Schauinsland-Reisen-Arena auch den Opfern des Loveparade-Unglücks mit einer Schweigeminute gedacht. Auf den Tag genau vor fünf Jahren waren in Duisburg nach einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gino Lettieri, dessen Duisburger sich beim letzten Test gegen Porto (0:2) ordentlich verkauften, setzt in der Verteidigung auf Neuzugang Bomheuer. Auch Bröker darf von Beginn an ran und soll beim Aufsteiger im 4-2-3-1 auf dem rechten Flügel wirbeln. Onuegbu und Janjic als hängende Spitze sollen für Torgefahr sorgen.

Kosta Runjaic' Rote Teufel haben einen enormen personellen Aderlass hinter sich. Deshalb stehen mit Vucur, Halfar und Przybylko, der im letzten Test gegen Wehen Wiesbaden beide Tore zum 2:0-Sieg beisteuerte, gleich drei Neuzugänge in der Startformation.

13., 0:1, Przybylko: Der erste Konter, die erste Chance - das erste Tor der neuen Saison! Halfar mit einem giftigen Ballgewinn im Mittelfeld. Der Neuzugang schickt Klich auf rechts auf die Reise. Der ist frei durch und passt flach in die Mitte, wo Przybylko das Ding aus wenigen Metern in die Machen ballert!

18., 0:2, Wolze (Eigentor): Was passiert denn hier?! Janjic will aus der Lauterer Hälfte zum eigenen Keeper spielen, legt den Ball aber Zimmer in die Füße. Der geht auf Ratajczak zu, kommt ins Stolpern - darf sich aber dennoch rechts im Sechzehner mit dem Ball drehen, weil der MSV-Keeper wieder in den Kasten zurück geht. Zimmer bringt eine obskure Mischung aus Schuss und Flanke in die Mitte - die Wolze unbedrängt ins eigene Tor grätscht. Das darfst du eigentlich niemandem zeigen...

19.: Erstes Lebenszeichen der Gastgeber. Dausch versucht's aus der Distanz und zwingt Müller mit dem abgefälschten Schuss zu einer starken Parade! Die anschließende Ecke setzt Bröker aus kurzer Distanz völlig frei über die Querlatte.

29., 0:3, Przybylko: Dritter Torschuss, drittes Tor! Vucur mit einem tollen weiten Ball aus der Innenverteidigung, den auf der anderen Seite Bajic komplett unterschätzt. In dessen Rücken stiehlt sich Przybylko davon, der die Kugel sensationell direkt ins lange Eck donnert!

43.: Unfassbar! Klich hat die Kugel rechts im Sechzehner, darf dort sekundenlang stehen (!) bleiben und ausloten, was er mit dem Spielgerät am besten anfängt. Am Ende wird's ein Schuss, der doch deutlich am langen Pfosten vorbei geht.

51.: Eine Hereingabe von Löwe rutscht durch die vollkommen vogelwilde MSV-Abwehr an den zweiten Pfosten zu Przybylko durch. Der geht einen Schritt in die Mitte - und verfehlt den Hattrick um einen guten Meter...

81., 1:3, Bajic: Wenn was geht beim MSV, dann über Standards - und mit gütiger Mithilfe der Teufel. Bajic darf nach einer Ecke von rechts aus sechs Metern unbedrängt zum Ehrentreffer einnicken.

86.: Hui! Wolze versucht's links im Sechzehner per Volley - der abgefälschte Schuss fällt am langen Eck an die Latte!

Fazit: Lautern überrumpelt den Aufsteiger in der ersten Hälfte und lässt in der zweiten Hälfte Gnade walten. Duisburg offenbart eklatante Defensiv-Schwächen - und findet nach vorne quasi nicht statt.

Der Star des Spiels: Kacper Przybylko machte nicht nur wegen seiner Tore ein Bomben-Spiel im Angriff. Der Neuzugang schmiss sich in viele Zweikämpfe, gefiel mit starkem Passspiel und seinem unermüdlichen Laufinsatz. Beim 1:0 ganz cool, beim vorentscheidenden 3:0 mit ganz feiner Technik.

Der Flop des Spiels: Kevin Wolze leistete sich die zwei ersten der drei Abwehrböcke, die die MSV-Niederlage schon nach 29 Minuten besiegelten. Verlor vor dem 0:1 den Ball gegen Halfar und entblößte seine linke Seite und erzielte des 0:2 per unglücklichem Eigentor selbst. Generell mit riesigen Problemen gegen die agilen Halfar und Zimmer und nach vorne ohne Impulse.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann zeigte einen souveränen Auftritt und leitete das Spiel unaufgeregt und fehlerfrei. Die strittigen Szenen im Strafraum bewertete er richtig, bei den persönlichen Strafen auch immer auf der Höhe.

Das fiel auf:

  • Die Zebras begannen sehr mutig, standen hoch und pressten konsequent bis auf die Innenverteidiger der Roten Teufel. Der FCK war von der Gangart der Gastgeber anfangs sichtlich überrascht und tat sich schwer, ein geordnetes Aufbauspiel auf den Platz zu bringen.
  • Problem bei der Sache: Die enormen Lücken in der Defensive der Zebras. Konnten die Lauterer die erste Pressingwelle überspielen - und dafür reichte oftmals ein langer Schlag in die Hälfte des MSV - durften die FCK-Angreifer mit viel Platz und Tempo auf das Tor gehen.
  • Die Lauterer glänzten mit ihrer unfassbaren Effektivität - mit den ersten drei Chancen entschieden sie die Partie. Lettieri reagierte zügig und brachte Iljutcenko für Grote, der im Verbund mit Wolze auf der linken Seite enorme Probleme mit Zimmer und Halfar hatte.
  • Was die Offensivbemühungen des MSV anging, gab's fast ausschließlich folgendes Rezept: Weite Klebe nach vorne und Onuegbu viel Glück wünschen. Der Angreifer tat sich aber schwer, auf sich alleine gestellt, Bälle festzumachen. Wenn die Zebras gefährlich wurden, dann bei Standards.
  • Der FCK in Halbzeit zwei mit einem Gang weniger nach vorne, dafür waren die Roten Teufel um Ballkontrolle bemüht. Der MSV schaffte es jetzt sogar das ein oder andere Mal, sich in der Lauterer Hälfte festzusetzen, doch fehlte es in Sachen offensiver Durchschlagskraft an allen Ecken und Enden.

Duisburg - Kaiserslautern: Die Statistik zum Spiel

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