Sonntag, 06.05.2012

2. Liga - 34. Spieltag

5 Tore für die Mülltonne - Schubert entlassen?

Der FC St. Pauli hat im finalen Kampf um den dritten Rang in der 2. Bundesliga ein überzeugendes, aber am Ende wertloses 5:0 (2:0) über den SC Paderborn erspielt. Schon kurz nach dem Spiel kursierten Gerüchte über einen Rauswurf von Trainer Andre Schubert.

St. Pauli nahm Paderborn zwar im direkten Duell auseinander, verpasste aber trotzdem Platz drei
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St. Pauli nahm Paderborn zwar im direkten Duell auseinander, verpasste aber trotzdem Platz drei

Wie die "Sport Bild" berichtet, wird Schubert vom FC St. Pauli freigestellt. Grund dafür seien nicht nur der sportliche Niedergang in der Rückserie, sondern auch Differenzen zwischen Trainer und Klubführung.

Nun stellt sich wohl die Frage nach dem passenden Nachfolger, in diesem Zusammenhang liegt Ex-Coach Holger Stanislawski nahe. Doch laut "Sport Bild" wird es nicht zu einem Stani-Comeback auf der Trainerbank der Paulianer kommen.

Schulte: "Leistung war aller Ehren wert"

Wegen des Düsseldorfer Punktgewinns gegen den MSV Duisburg schaffte keiner der Klubs den Sprung auf den Relegationsplatz - beide müssen in der kommenden Saison einen neuen Anlauf planen.

"Die Leistung war aller Ehren wert und recht überraschend angesichts der letzten Spiele", sagte St. Paulis Sportdirektor Helmut Schulte. "Der vierte Platz passt irgendwie zu St. Pauli - wir verpassen oft knapp unser Ziel." Für Paderborn "bleibt unterm Strich die Tatsache, dass wir eine super Saison gespielt haben", fasste SC-Trainer Roger Schmidt das vergangene Jahr zusammen.

Es war die 37. Minute, als am Hamburger Millerntor - mit 24.427 Zuschauern wie so häufig ausverkauft - der auf die Bundesliga-Relegation umgemünzte Pokal-Schlager "Wir fahren nach Berlin" erklang; ein zaghafter Versuch, die Hoffnungen zu befeuern.

Ganz unabhängig von den turbulenten Entwicklungen in Düsseldorf ergab sich ein intensives, aber völlig verkrampftes Spiel. Beide Teams zeigten, warum ihnen ein Aufstieg in die erste Liga wohl ein sehr hartes Leben beschert hätte: Höchste Vorsicht, hakelige Zweikämpfe und verhaspelte Ansätze bestimmten das Bild. So kam es zur ersten Chance des Spiels, als in Düsseldorf schon vier Tore gefallen waren: St. Paulis Ebbers schoss aus 20 Metern vorbei (26.).

Paderborn für zehn Minuten auf dem Relegationsplatz

Wenn es zielstrebig wurde, dann durch die Hamburger. Die Führung gelang der Dortmunder Leihgabe (mit ungeklärter Zukunft) Lasse Sobiech, als der Innenverteidiger in der 30. Minute eine Ecke von Patrick Funk per Kopf ins Tor wuchtete. Sechs Minuten später vertändelten nun noch nervösere Paderborner den Ball im Mittelfeld, Max Kruse zog davon und schob den Ball sicher an Namensvetter Lukas Kruse im Paderborner Tor vorbei ins Netz.

Die Westfalen - obwohl nach dem Duisburger 1:0 für zehn Minuten virtuell auf Relegationskurs - brachten zum Ende ihrer großartigen Saison und mit der möglichen Sensation vor Augen einfach nichts zuwege. Torjäger Nick Proschwitz, wie etliche Akteure dieser Partie noch mit Wechseloptionen, bekam keine verwertbaren Zuspiele, das Team rieb sich in Zweikämpfen auf.

Neuer Anlauf in der nächsten Saison

Der FC St. Pauli brachte die Führung sicher ins Ziel: Florian Bruns erhöhte noch auf 3:0 (60.), Moritz Volz mit einem feinen Heber (65.) und Deniz Naki mit dem Schlusspfiff gar auf 5:0. Die Partie lieferte dem unverhofft in die Kritik geratenen Trainer Andre Schubert gute Argumente: Von einer Zerrüttung im Team war nichts zu sehen.

Am Ende konnte man sich der Verabschiedung verdienter Spieler wie Carsten Rothenbach, Charles Takyi und Deniz Naki widmen. In wenigen Tagen fällt auch das 1989 errichtete Tribünen-Provisorium der Gegengerade; durch viel Auf und Ab für die Fans mit sentimentalen Erinnerungen verbunden. Mit neuer Tribüne dürfte es ähnlich weitergehen.

FC St. Pauli - SC Paderborn: Daten und Fakten


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