Fussball

Knast für Chaoten - Aus für Eilts

SID
St. Pauli - Rostock: Ausschreitungen zur Halbzeit im Hansa-Block
© Getty

Trainer Dieter Eilts wurde nach dem nächsten Rückschlag im Abstiegskampf der 2. Liga als Trainer von Hansa Rostock entlassen. Die Mecklenburger kassierten im brisanten Nord-Derby beim FC St. Pauli, das von Ausschreitungen überschattet worden war, trotz einer frühen 2:0-Führung eine 2:3-Niederlage.

Damit ist Eilts nach nur 104 Tagen seinen Job los, nachdem der neue Manager Rene Rydlewicz dem früheren Trainer der deutschen U-21-Junioren vor der Partie ein Ultimatum gestellt hatte.

Der Trainer sagte unmittelbar nach dem Spiel: "Es gab eine klare Ansage, entsprechend wird es die Konsequenz so auch geben. Ich gehe davon aus, dass sich der Vorstand in Kürze entsprechend äußern wird." Das tat er nun auch.

Bräutigam übernimmt vorläufig

"Wir werden uns am Samstag zusammensetzen und die weitere Vorgehensweise beraten", sagte Rydlewicz. Torwart-Trainer Perry Bräutigam wird vorerst das Training übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Laut "DSF" ist Thomas Doll ein heißer Kandidat auf die Nachfolge.

Damit hat Hansa bereits den zweiten Trainer in der laufenden Saison verschlissen. Nach dem zwölften Spieltag hatte schon Frank Pagelsdorf seinen Stuhl räumen müssen.

St. Pauli dreht Zwei-Tore-Rückstand

Hansa, das nur eines von zehn Spielen unter Eilts gewann, bleibt mit 19 Punkten weiter Tabellenvorletzter. St. Pauli (34) darf sich dagegen wieder Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen.

Dabei hatten Henri Myntti (2.) und Fin Bartels (5.) vor 22.138 Zuschauern am Hamburger Millerntor die Rostocker bereits auf die Siegerstraße geschossen, doch Morike Sako per Foulelfmeter (53.) und zweimal David Hoilett (72. und 84.) schafften für St. Pauli noch die Wende.

Sako sah in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte. Im Vorfeld der Partie war es zu den befürchteten Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden drei Beamte verletzt.

Polizei mit Wasserwerfern gegen Randalierer

Insgesamt nahm die Polizei rund ein halbes Dutzend Randalierer fest. Die Rostocker Kollegen hatten außerdem vor der Abreise des Sonderzuges vier Hansa-Fans aus dem Verkehr gezogen.

Am U-Bahnhof Feldstraße, in der Nähe des Millerntor-Stadions, mussten die Beamten sogar zweimal den Wasserwerfer einsetzen, nachdem Rostocker Fans Flaschen und Feuwerkskörper geworfen hatten. Höchste Alarmstufe herrschte auch vor dem Stadion.

Rund 200 Rostocker Anhänger, die nicht im Besitz einer Eintrittskarte waren, zettelten vor dem Eingang zum Gäste-Block Krawalle an. Ruhig blieb es auch nicht im Stadion. Nachdem aus dem Rostocker Block Rauchbomben gezündet worden waren, wurde die zweite Halbzeit mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen.

Der Bruch zur Halbzeit

Die Rostocker legten einen Start nach Maß hin und lagen bereits nach fünf Minuten mit 2:0 in Führung. Von dem frühen Rückstand erholte sich St. Pauli bis zur Pause nicht mehr. Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt.

Nach einem Foul von Kevin Schöneberg an Björn Brunnemann entschieds Schiedsrichter Markus Wingenbach auf Elfmeter, den Sako verwandelte.

Doch es kam noch schlimmer, als Hoilett per Doppelschlag erfolgreich war.

Bei den Gastgebern verdienten sich Sako und Hoilett die Bestnoten, bei Rostock wusste Martin Retov zu gefallen.

St. Pauli - Hansa Rostock: Daten und Fakten

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