Fussball

Endspiele mit Derby-Charakter

Von Kevin Bublitz / Mark Heinemann
Freitag, 29.05.2009 | 09:25 Uhr
Sercan Güvenisik (M.) erzielte in dieser Saison 17 Tore in der 3. Liga
© Getty

Am Freitag empfängt der Dritte der 3. Liga, SC Paderborn 07, den drittletzten der 2. Liga, VfL Osnabrück, zum Relegationsspiel in der paragon arena (20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Während die Osnabrücker vor dem wichtigsten Spiel der Saison betonen, nur auf sich zu schauen, herrscht beim SCP große Euphorie. "Wir haben überhaupt nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen. Dafür haben wir in der Woche super trainiert, jetzt freuen wir uns auf den Anpfiff", gibt sich Paderborns Abwehrchef Matthias Holst gegenüber SPOX betont locker.

Auch Stürmer Sercan Güvenisik, der in der abgelaufenen 3.-Liga-Saison 17 Treffer erzielt hat, brennt auf das Derby gegen den VfL. "Ich bin mir sicher, dass wir zuhause mindestens ein Tor schießen und in Osnabrück reicht uns dann ein Unentschieden", ist sich der gebürtige Donauwörther gegenüber SPOX sicher.

Seitdem Trainer Andre Schubert die Suspendierung Güvenisiks aufgehoben hat, sprüht der Angreifer wieder vor Selbstvertrauen und ist überzeugt, dass "er treffen wird".

Arena ist restlos ausverkauft

Völlig aus der Luft gegriffen ist das nicht, denn in den letzten zwei Spielen netzte der 28-Jährige dreimal ein. So wie Güvenisik haben auch die Anhänger der Ostwestfalen wieder Spaß am Fußball, die Geschäftsstelle des SCP kam den zahlreichen Anfragen kaum nach.

Bereits am Montag waren die Karten aus dem Vorverkauf innerhalb weniger Stunden vergriffen, das Stadion ist mit 15.000 Zuschauern restlos ausverkauft.

"Das ist für die Mannschaft natürlich ein zusätzlicher Anreiz, um alles zu geben und eine würdige Kulisse für dieses Endspiel. Ich bin mir sicher, dass die Fans wie ein zwölfter Mann hinter uns stehen werden", freut sich Güvenisik.

Ein Spiel wie jedes andere

Auf Seiten der Niedersachsen hält man sich im Vorfeld des Spiels sehr bedeckt. "Für uns ist es ein Spiel wie jedes andere auch. Wir haben in den 180 Minuten die große Chance, die Liga über die Relegation zu halten und uns damit auf Dauer in der 2. Liga zu etablieren", meint Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Ausgerechnet jetzt ereilte den VfL aber das Verletzungspech. Spielmacher Pierre de Wit erlitt im letzten Saisonspiel gegen Duisburg (1:4) einen Kreuzbandriss, und auch Paul Thomik wird den Lila-Weißen fehlen. Der Verteidiger wurde am Mittwoch wegen einer Knochenabsplitterung im linken Sprunggelenk bereits operiert.

Wollitz nimmt Spieler in die Pflicht

Wollitz lässt sich dadurch nicht verunsichern: "Ich vertraue den Spielern, die wir haben. Wir können uns mit Paderborn messen." Jeder Spieler habe die Pflicht, alles zu geben, "um die 2. Liga zu sichern, denn dort gehört der VfL hin.

Schließlich sei man auch den Fans einiges schuldig, denn in dieser Saison erreichte der VfL immerhin einen Zuschauerschnitt von 15.000 Leuten pro Spiel. "Hier ist die absolute Identifikation, das müssen die Spieler auch zurückgeben", fordert Wollitz

Public Viewing in Osnabrück

Der SCP stellte 2.200 Karten für die Gäste bereit. Die Osnabrücker Anhänger, die keine Tickets für das Hinspiel ergattern konnten, werden ihrer Mannschaft auf dem Osnabrücker Marktplatz beim Public Viewing die Daumen drücken.

Auch Wollitz' Gegenüber, SCP-Trainer Andre Schubert, hat vollstes Vertrauen in seine Mannschaft. Der Nachfolger des nach dem 36. Spieltag entlassenen Pavel Dotchev ist überzeugt, "dass meine Spieler ihre Chance suchen werden, denn die Mannschaft weiß, welche Qualitäten sie hat."

Diese stellte das Team an den letzten beiden Spieltagen der 3. Liga zur Schau, als es gegen Wacker Burghausen (6:0) und die Stuttgarter Kickers (3:0) insgesamt neun Tore erzielte.

Schubert erwartet eine "zweikampfstarke, kompakt agierende Osnabrücker Mannschaft", dennoch müsse der Grundstein zuhause gelegt werden. Sollte das nicht gelingen, "sind wir aber auch definitiv in der Lage, in Osnabrück zu gewinnen", so der Trainer gegenüber SPOX.

"Werden uns nicht verstecken"

Auch wenn es nicht so scheint, Respekt hat man in Paderborn schon vor dem Zweitligisten, aber "verstecken werden wir uns nicht", so Güvenisik und ergänzt, "wir sind ein Spitzenteam der 3. Liga und der VfL ein Abstiegskandidat der 2. Liga, die Niveauunterschiede sind nicht groß. Ich denke sogar, dass wir spielerisch die bessere Mannschaft sind."

Abwehrchef Holst weiß, worauf es ankommen wird: "Wir müssen agieren und unser Spiel durchsetzen."

Der Kader des VfL Osnabrück

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