Fussball

Elf Spiele ohne Sieg: Darmstadt 98 setzt Trainer Torsten Frings vor die Tür

SID
Torsten Frings ist in Darmstadt entlassen worden
© getty

Nach der 0:1-Niederlage bei Erzgebirge Aue hat Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 Trainer Torsten Frings entlassen. Kurz vor dem zweiten Advent war es mit der besinnlichen Stimmung bei Darmstadt 98 vorbei.

Nach einer katastrophalen Hinrunde in der 2. Fußball-Bundesliga zog der Bundesliga-Absteiger die Reißleine und trennte sich am Samstag von Trainer Torsten Frings.

Die Hessen hatten am Vorabend das Kellerduell bei Erzgebirge Aue 0:1 verloren und warten bereits seit elf Spieltagen auf einen Sieg. Darmstadt belegt nach dem ersten Saisonteil Relegationsplatz 16 und muss den Absturz in die 3. Liga fürchten.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir Torsten Frings fachlich und menschlich außerordentlich schätzen. Nach intensiver Analyse der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir aber zu der Auffassung gelangt, diesen schmerzhaften Schritt vollziehen zu müssen", sagte 98-Boss Rüdiger Fritsch, der bis zum Schluss um seinen Wunschtrainer gekämpft hatte.

Am Wochenende zuvor hatte sich Fritsch nach dem 0:1 gegen Aufsteiger Jahn Regensburg und dem Sturz auf Rang 16 noch demonstrativ hinter den Vizeweltmeister von 2002 gestellt: "Die Tabellensituation ist so, wie sie ist. Aber das bedeutet nicht, dass wir die getroffene Grundsatzentscheidung umwerfen werden. Wir eiern nicht rum. Wir werden mit unserem Trainerteam weiterarbeiten. Das wollen wir und das will die Mannschaft. Wir haben keine Endspiele ausgegeben oder irgendwelche Fristen gesetzt."

Auch Co-Trainer Müller muss gehen

Nach der grottenschlechten Vorstellung seiner Mannschaft im Erzgebirge musste Fritsch schweren Herzens seine Entscheidung revidieren und sowohl Frings als auch dessen Co-Trainer Björn Müller die Papiere geben.

"Wir danken Torsten und Björn ausdrücklich für ihre geleistete Arbeit. Sie haben in der vergangenen Winterpause die Mannschaft zu einem schwierigen Zeitpunkt übernommen und ihr in der Bundesliga-Rückrunde neues Leben eingehaucht", sagte Fritsch zum Abschied.

Der 79-malige Nationalspieler Frings hatte im Januar 2017 beim damaligen Erstligisten Darmstadt sein erstes Amt als Cheftrainer übernommen, konnte den Bundesliga-Abstieg aber nicht verhindern.

Frings: "Das hat mit Profifußball nichts zu tun"

Der Vertrag des 41-Jährigen, der zuvor als Co-Trainer von Werder Bremen Erfahrung gesammelt hatte, war erst im vergangenen September bis 2020 verlängert worden.

Darmstadt war zwar stark in die Saison gestartet, seit dem 6. Spieltag aber gab es keinen Sieg mehr für die Lilien. Am 17. September feierten die Hessen mit 4:3 gegen Arminia Bielefeld ihren bislang letzten Dreier, anschließend setzte der rapide Sinkflug Richtung Tabellenende ein.

"Ich bin mal wieder sehr enttäuscht. Über das Spiel und die Mannschaft. Das war einfach zu wenig, wie kampflos und herzlos wir uns präsentieren. Das hat mit Profifußball nicht zu tun", hatte Frings am Samstagnachmittag nach der neuerlichen Pleite beim direkten Konkurrenten Aue fast schon ratlos konstatiert.

Dimo Wache leitet wohl die nächste Trainingseinheit

Nun muss sich ein anderer den Kopf darüber zerbrechen, wie es Darmstadt zum Rückrundenstart am kommenden Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth besser machen kann.

Eine Entscheidung über den Nachfolger ist aber noch nicht gefallen, soll nach Klubangaben zeitnah fallen. Torwarttrainer Dimo Wache und Athletikcoach Kai-Peter Schmitz sollen nach Informationen von hr-sport zumindest die nächste Trainingseinheit am Montagvormittag leiten.

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