Fussball

1860: Ismaik schießt gegen Verwaltungsräte

SID
Der 1860 München hat in der letzten Zeit einige Veränderungen durchmachen müssen

Der abgestürzte Traditionsverein 1860 München ist zumindest wieder handlungsfähig. Wie die Löwen bekannt gaben, wird der Wirtschaftswissenschaftler Markus Fauser neuer Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) des Klubs. Investor Hasan Ismaik schießt jedoch Giftpfeile.

Fauser ist damit Nachfolger des nach nur knapp achtwöchiger Amtszeit zurückgetretenen Engländers Ian Ayre. Fauser gilt Spezialist für Insolvenzrecht.

Die schnelle Findung eines Geschäftsführers war eine der Bedingungen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) für einen Zulassungsantrag zur Aufnahme in die viertklassige Regionalliga Bayern. Nach dem Zweitliga-Abstieg hatten die Sechziger keine Lizenz für die 3. Liga erhalten, weil Investor Hasan Ismaik die fristgemäße Zahlung von gut elf Millionen Euro verweigerte.

Ismaik von Entscheidung enttäuscht

Ismaik zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung pro Fauser, dessen "einzige Expertise die Insolvenz" sei. "Das ist nun genau die Sache, die wir, als wahre Fans, vermeiden wollen und warum ich damals in 2011 geholfen habe, um dies zu verhindern. Sie haben sich einfach der 50+1-Regel bedient und bessere Kandidaten ignoriert, die bestens qualifiziert sind und 1860 zurück zu altem Ruhm hätten führen können", teilte der Jordanier mit.

Darüber hinaus bezichtigte Ismaik auf seiner Facebookseite mehrere Funktionäre, dass sie gegen ihn arbeiten würden. Der Investor ging sogar noch einen Schritt weiter und forderte drei namentlich genannte Verwaltungsräte, darunter Verwaltungsratschef Markus Drees, zum Rücktritt auf.

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Zu einer Zukunft ohne den Geldgeber sagte Interims-Präsident Robert Reisinger: "Das können wir uns nicht aussuchen. Ich gehe davon aus, dass wir weiter mit einem Investor arbeiten werden."

Der bis zur Mitgliederversammlung am 2. Juli kommissarisch eingesetzte Reisinger bezeichnete das Engagement von Fauser als "temporär, um schnellstmöglich handlungsfähig sein zu können". Es erfolgte auf Basis der 50+1-Regel gegen den Willen Ismaiks. "In einer Beiratssitzung kam es zu einer Pattsituation, dann haben wir die Option gezogen, einen Geschäftsführer einzusetzen. Wir haben jetzt nicht die Zeit, mit unserem Gesellschafter über Personen zu diskutieren", sagte Reisinger.

Bierofka wird wohl Trainer

Fauser sieht es als seine Aufgabe an, "am 13. Juli eine Mannschaft und einen Trainer für den Spielbetrieb in der vierten Liga zu haben". Danach wolle er eine geordnete Übergabe vollziehen. Es sehe gut aus, dass "wir in der Regionalliga Bayern starten können", ergänzte Fauser. Das Thema Insolvenz stehe allerdings überhaupt nicht im Fokus. "Es geht einzig und allein darum, die Fortführung der KGaA zu bewerkstelligen", sagte Fauser.

Präsident Reisinger (53) deutete überdies an, dass Löwen-Ikone Daniel Bierofka der Favorit auf den vakanten Trainerposten ist. "Biero hat noch Vertrag, ist letztes Jahr Zweiter geworden - ich wüsste nicht, warum er nicht Trainer sein sollte", sagte Reisinger. Der Kern der künftigen Mannschaft werde aus dem Kern der U21 und U19 bestehen, ergänzt mit einigen erfahrenen Akteuren. Gehandelt wird etwa Ex-Löwe Timo Gebhart.

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