Sonntag, 13.11.2016

FCK vor ungewisser Zukunft: Kuntz und Grünewalt nicht entlastet

Kaiserslautern: "Gegenwärtig verdammt schwer"

Als es um die Altlasten ging, sahen die Roten Teufel rot. Die Mitglieder des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern haben ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz, der sich zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) "abgesetzt" hat, und Ex-Finanzchef Fritz Grünewalt deutlich die Entlastung verweigert. Beide werden mitverantwortlich gemacht für die finanzielle Misere, durch die der FCK fast gezwungen ist, so bald wie möglich aufzusteigen.

"Gegenwärtig ist es verdammt schwer", sagte Aufsichtsratschef Nikolai Riesenkampff während der gut sechsstündigen Jahreshauptversammlung des FCK am Samstag: "Aber wir werden uns nicht verstecken hinter der strukturschwachen Region und dem teuren Stadion." Der Aufstieg in die Bundesliga bleibe "das Ziel - und sonst nichts".

Auf dem Weg raus aus dem Unterhaus wartet auf die Chefetage der einst so ruhmreichen Roten Teufel aber eine Mammutaufgabe. Das Geschäftsjahr 2015/16 wurde mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 2,638 Millionen Euro abgeschlossen, das negative Eigenkapital hat sich auf 3,502 Millionen Euro erhöht.

FCK "auf Brautschau"

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"Ich bezweifle sehr, dass eine Restrukturierung in der 2. Liga langfristig gelingen kann", sagte Finanzvorstand Michael Klatt. Deshalb ist der "FCK auf Brautschau", wie die Rheinpfalz am Sonntag treffend schrieb.

Ein finanzkräftiger Investor könnte und soll das Millionendefizit schließen. Auch eine Neustrukturierung mit der Ausgliederung der Lizenzmannschaft in eine Kapitalgesellschaft scheint möglich. "Wir sind davon überzeugt, dass es Investoren gibt, die den FCK genauso geil finden wie wir und die Geld investieren wollen", sagte Riesenkampff.

Vorstandschef Thomas Gries versuchte, den Mitgliedern die größte Sorge zu nehmen. "Wir müssen uns für strategische Partner öffnen, ohne die Krontrolle zu verlieren", sagte er.

Tabellenzwölfter aber "auf einem guten Weg"

Wirklich Werbung gemacht haben die Fußballprofis in der jüngeren Vergangenheit nicht. Das Team von Trainer Tayfun Korkut ist derzeit Tabellenzwölfter, vom Aufstieg in dieser Saison ist der viermalige Meister und zweimalige Pokalsieger weit entfernt.

"Es war ein holpriger Start", sagte Sportdirektor Uwe Stöver: "Aber wir sind auf einem guten Weg. Ein großer Umbruch bedarf Zeit." Die vergangenen drei Spiele hatten die Pfälzer gewonnen.

Zuvor war der Sensationsmeister von 1998 in die Negativ-Presse geraten. Wegen angeblicher Insolvenz-Verschleierung im Jahr 2008 musste sich der Klub rechtfertigen. Es ging um die Miete für das Fritz-Walter-Stadion, die angeblich nicht bezahlt wurde. Sowohl der Klub als auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Stadt Kaiserslautern hatten die Vorwürfe ausgeräumt.

Auch der jetzige U21-Nationaltrainer Kuntz, gegen dessen Entlastung 71,7 der gut 1000 anwesenden FCK-Mitglieder stimmten, kam in der Presse schlecht weg. Bei Grünwalt waren 93,3 Prozent dagegen. Theoretisch wären deshalb weiter Regressforderungen an beide möglich. Auch Ex-Aufsichtsratschef Dieter Rombach wurde wieder nicht entlastet (mit 73,3 Prozent).

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