VfB: Eine Beleidigung für jedes Kasperletheater

Donnerstag, 15.09.2016 | 19:00 Uhr
Jos Luhukay ist als Trainer des VfB Stuttgart zurückgetreten
Advertisement
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Pachuca
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
FIFA Club World Cup
Real Madrid -
Gremio
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston

Das Chaos beim VfB Stuttgart nimmt kein Ende. Nach nur vier Spieltagen in der 2. Liga steht der Klub mal wieder ohne Trainer da. Differenzen mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser führten zum Rücktritt von Trainer Jos Luhukay. Beiden ist allerdings kein großer Vorwurf zu machen. Die haarsträubenden Fehler wurden bereits im Sommer begangen - mal wieder. Ein SPOX-Kommentar von Frank Oschwald.

Unmittelbar nachdem feststand, dass der VfB Stuttgart den Weg in die 2. Liga antritt, gab es auf Führungsebene die große Kehrwoche. Präsident Bernd Wahler? Zurückgetreten! Sportvorstand Robin Dutt? Gefeuert! Trainer Jürgen Kramny? Vom Hof gejagt! Innerhalb von wenigen Tagen wurde die komplette sportliche Kompetenz rasiert. Alles sollte im Unterhaus besser werden, sogar eine Euphorie keimte im teilweise zu Unrecht als kritisch abgestempelten Publikum auf.

Doch inzwischen stehen die Schwaben schon wieder knietief im Scherbenhaufen des Scherbenhaufens. Nach gerade einmal vier Spieltagen nahm Trainer Jos Luhukay beim VfB seinen Hut, 76 Tage im Stuttgarter-Chaos reichten dem Niederländer. Man könnte jetzt mal wieder die elendige Statistik mit den unzähligen Trainern der letzten fünf Jahre herausholen, doch das wird langsam albern. Vielmehr muss hinterfragt werden, wie zur Hölle das schon wieder passieren konnte.

Wirtschaft plant den Fußball

Die Fehleranalyse beginnt im Sommer. Dort, wo sich die Verantwortung nach dem personellen Kahlschlag im Sommer bündelte, wurden (mal wieder) haarsträubende Fehler gemacht. Der Aufsichtsrat, der von Haus aus eigentlich ein reines Kontrollorgan sein sollte, nahm sich in handwerklich feinster Do-it-Yourself-Manier mal eben dem personellen Engpass an und leimte einen neuen Verein zusammen.

Es ist der blanke Hohn, wenn man sich vor Augen führt, wer dort für den sportlich so wichtigen Wiederaufbau verantwortlich war: Martin Schäfer vom Schrauben-Giganten Würth, Hartmut Jenner von Kärcher und Wilfried Porth von Daimler - allesamt Bosse aus der Wirtschaft mit, ohne ihnen zu nahe treten zu wollen, eingeschränkter sportlicher Kompetenz. In einer völlig überhasteten Aktion zauberte das Gremium schnell nach dem Abstieg Jos Luhukay aus dem Hut. Bereits da waren die Probleme vorprogrammiert.

Juni 2016: Vorprogrammierte Probleme beim VfB Stuttgart

Nachdem die Schwaben mehrere Jahre planlos durch die Liga irrten und bei jedem kleinen Windstoß die Richtung änderten, hätten sie nach dem Abstieg erneut die Chance gehabt, den Verein auf eine solide Basis zu stellen. In Ruhe hätte ein Philosophie entwickelt werden können, die den Verein unabhängig von einzelnen Personen macht. Ein Sportdirektor bzw. ein Sportvorstand ist dazu elementar. Es ist seine Aufgabe, das Vereinsgerüst zu entwickeln und im Anschluss (!) einen Trainer zu suchen, der genau diese Struktur mit Leben füllt. Nur so kann ein Verein funktionieren.

Brechstange statt Planung

Die hektischen Wirtschaftsbosse drehten den Spieß kurzerhand einfach mal um und versuchten mit der Brechstange, das aufgebrachte Umfeld zu beruhigen. Bei Luhukay konnte das Trio gut abschätzen, was sie bekommen: Einen kauzigen Trainer mit Aufstiegsgarantie. Das sieht auf den ersten Blick ganz gut aus. Dass sich der Niederländer nach dem Aufstieg bei keinem seiner Klubs jedoch langfristig hielt, kehrten sie kurzerhand mal eben unter den Tisch oder nahmen es achselzuckend hin.

Als Stuttgart wenige Wochen nach der Luhukay-Verpflichtung den neuen Sportvorstand Jan Schindelmeiser vorstellte, fragten sich einige, was denn eigentlich passiert, wenn er mit dem Trainer eigentlich gar nicht könne. Die Antwort auf diese Frage gab der VfB in den letzten Wochen selbst. Jeder VfB-Fan muss sich an den Kopf fassen, wenn er hört, dass Schindelmeiser bereits nach den ersten Gesprächen mit Luhukay gespürt habe, "dass es schwierig werden könnte".

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol Dir Deinen Gratismonat

Die Vorstellungen in Sachen Transfers der beiden gingen himmelweit auseinander. Während Luhukay bis zum Amtsantritt von Schindelmeiser scheinbar Narrenfreiheit hatte und sich wie üblich seine alten Weggefährten ins Boot holte, schob ihm der Chef im Anschluss rigoros einen Riegel vor und setzte ihm die Spieler vor die Nase. Bei den drei Neuzugängen Carlos Mane, Benjamin Pavard und Takuma Asano beispielsweise war der Trainer eingeweiht, hatte sie alle jedoch abgelehnt. "Drei Tage vor Ende der Transferperiode hat er gesagt, dass er die Spieler nicht haben will", so Schindelmeiser.

Luhukay und Schindelmeiser baden aus

Luhukay und Schindelmeiser sind bei dem Chaos nur eingeschränkt Vorwürfe zu machen. Denn dass einerseits Luhukay bei den unterschiedlichen Ansichten von Bord geht, ist nur konsequent und richtig. Und dass der Sportvorstand das Personal zur Verfügung stellt und nicht nach der Pfeife des Trainers tanzt, sollte Usus in jedem guten Verein sein. Vielmehr baden die beiden gerade die Fehler aus, die im Sommer gemacht wurden.

Wie bei jeder wichtigen PK in den letzten Jahren fiel auch am Donnerstag das böse Wort N-Wort, bei dem sämtliche VfB-Fans nur noch mit den Augen rollen. "Es ist ein Neuanfang für uns", frohlockte Schindelmeiser. Klar, das war es bei Jos Luhukay, Alexander Zorniger, Armin Veh, Jens Keller und Bruno Labbadia aber auch.

Mit der anstehenden Präsidentenwahl und einem neuen Trainer haben die Stuttgarter nun gefühlt zum 1893. Mal die Chance, den Verein strukturell neu und sinnvoll auszurichten und sich endlich unabhängig von Individuen zu machen. Schindelmeiser wird sich nach dem Rücktritt von Luhukay ins Fäustchen gelacht haben. Denn jetzt kann er einen Trainer nach seinem Gusto holen. Für ihn gilt es jetzt, das Kasperletheater am Neckar zu beenden. Wobei dieser Vergleich für jedes Puppenspiel wohl eher eine Beleidigung ist.

Der VfB Stuttgart im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung