Rettig kritisiert Talente-Klau

Von SPOX
Andreas Rettig fordert eine Umgestaltung der Ausbildungsentschädigung
© getty

Andreas Rettig hat die Regelung zum Abwerben von Talenten kritisiert und fordert eine Umgestaltung der Ausbildungsentschädigung. Andernsfalls macht es für Vereine wie seinem FC St. Pauli keinen Sinn, weiter in die Leistungsnachwuchszentren zu investieren.

Anzeige
Cookie-Einstellungen

"Das Abwerben der Top-Talente aus den Nachwuchsleistungszentren ist ein gravierendes Problem", sagte Rettig der Sport Bild. Der Geschäftsführer von St. Pauli musste mit Sam Schreck und dem erst 11-jährigen Youssoufa Moukoko zuletzt zwei Talente an Bundesliga-Vereine abgeben.

"Durch diesen schleichenden Prozess des Substanzverlustes haben die Vereine am Ende keine Chance mehr, mittelfristig Werte zu schaffen. Denn Transfererlöse brechen als wichtige Einnahmequelle weg", führt Rettig aus. Statt Ablösesummen zu bezahlen, müssen nur Ausbildungsentschädigungen überwiesen werden, die dem Marktwert der Spieler nicht entsprechen.

"Die Vereine stellen sich irgendwann die Frage, ob ihre Investitionen in die Leistungszentren überhaupt noch in diesem Umfang Sinn machen, wenn sie nie ein Talent in die 1. Mannschaft hochbringen", mahnt Rettig. Deswegen sollen die Ausbildungsentschädigungen "deutlich" angehoben werden.

FCB und BVB sollen mehr zahlen

Außerdem soll sich die Entschädigung an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der betroffenen Klubs orientieren: Top-Teams wie Bayern, Dortmund oder Leverkusen müssen für ein junges Talent mehr zahlen als Mainz oder Darmstadt. "Man muss dabei auch sehen: Wechselt ein Talent aus Deutschland zu einem ausländischen Klub, sind die Beträge auch deutlich höher", argumentiert Rettig.

Am 30. Juni 2017 laufen die zurzeit geltenden Vereinbarungen über Ausbildungsentschädigungen aus. Dann soll die Thematik neu aufgearbeitet werden.

Alles zum FC St. Pauli

Artikel und Videos zum Thema