Fröhlings Devise für die Löwen-Rettung

"Niemand muss verkrampfen"

SID
Freitag, 20.02.2015 | 13:09 Uhr
Torsten Fröhling will mit den Löwen wieder nach oben
© getty
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Torsten Fröhling versucht, mit Spaß den Glauben zurückzubringen. Doch der knorrige Mecklenburger hat wenig Zeit. Sieben Mal in Folge hat 1860 München nicht gewonnen, zudem die schlechteste Heimbilanz der 2. Bundesliga - und jetzt kommt eines dieser "Sechs-Punkte-Spiele". Ein Rendezvous mit der Vergangenheit ist das Duell gegen den FC St.Pauli (Sa., 13.00 Uhr im LIVE-TICKER) für den Zweitliga-Trainerdebütanten überdies. "Ohne Spaß funktioniert nicht viel", sagt Fröhling.

Der Nachfolger von Markus von Ahlen hat zwar die Stimmung in der Mannschaft bereits positiv beeinflusst, das war am Trainingsplatz wahrzunehmen. Niederschlagen muss sich dies aber genauso, wenn es ernst wird, denn die Löwen sind Sechzehnter und treffen auf den Achtzehnten, der sie überholen kann. "Wir haben noch 13 Spiele, niemand muss verkrampfen", betont Fröhling, der für den Kiezklub das Gros seiner Einsätze als Profi absolvierte und dessen Familie noch in Hamburg wohnt.

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Die Münchner hatten sich noch vor Saisonbeginn zum Aufstiegskandidaten ernannt, bei St. Pauli waren die Ambitionen ebenfalls wesentlich ehrgeiziger. Nun aber droht den Löwen erstmals seit mehr als 20 Jahren die Drittklassigkeit, bei den Kiezkickern ist der letzte ganz tiefe Absturz zwölf Jahre her. "Not gegen Elend", betitelte der Kicker den Existenzkampf der einst so populären Klubs.

"Verein muss völlig neu aufgestellt werden"

1860-Trainerlegende Werner Lorant findet, das Kellerduell müssten die Löwen unbedingt gewinnen. "Wenn nicht, dann habe ich nur noch ganz wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt", schrieb der frühere Löwen-Dompteur in einer Kolumne für die "tz". Für den Coach der überwiegend glorreichen Jahre 1992 bis 2001 ist ohnehin klar: "Dieser Verein muss personell völlig neu aufgestellt werden. Im Sommer müssen alle weg, die jetzt was zu sagen haben."

Lorant meint damit auch Sportchef Gerhard Poschner, für den Fröhling, so wird es wenigstens kolportiert, die letzte Chance sei. Zu viel Kredit habe der 45-Jährige mit all seinen schiefgegangenen Personalentscheidungen verspielt. Fröhling sei "DIE Chance für den Verein. Was mich betrifft, spielt das dagegen überhaupt keine Rolle", verteidigte sich Poschner in einem Interview mit der Abendzeitung, schob aber nach: "Kurzfristig sind die nächsten Ergebnisse extrem wichtig".

Das gilt auch für St. Pauli und Lienen, die sogar noch eine Zähler weniger haben als Sechzig. "Wir schielen nicht auf die Tabelle", behauptet der Trainer-Fuchs, der in der Saison 2009/10 das Tollhaus 1860 München kennengelernt hatte. Jetzt will er dem Meister von 1966 das Leben noch schwerer machen. "Wir müssen die Nerven behalten, dann nehmen wir drei Punkte mit", sagt Lienen.

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